Diabetis

Diabetis ist die oft falsch ausgesprochene, umgangssprachliche Bezeichnung für “Diabetes” oder genauer “Diabetes mellitus” und bedeutet Zuckerkrankheit. Die Bezeichnung kommt vom süß schmeckenden Urin; früher wurde so die Erkrankung erkannt. Heute weiß man, dass auch das Blut zu süß ist.

Bei der Zuckerkrankheit ist zu hoher Blutzucker die wichtigste Ursache für viele Krankheitsfolgen.

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Wie Diabetes zustande kommt

Es gibt zwei Haupttypen der Zuckerkrankheit, nämlich der Diabetes von Kindern und Jugendlichen (Typ-1-Diabetes) und der von meist übergewichtigen Erwachsenen (Typ-2-Diabetes).

Die Ursache der Zuckerkrankheit von Jugendlichen ist ein Mangel an Insulin. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und bewirkt normalerweise, dass unser Körper genügend Zucker als Brennstoff für alles, was wir tun und vorhaben, verwerten kann. Dazu muss der Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen werden. Bei einem Mangel an Insulin geht das nicht mehr in ausreichendem Maß. Daher reguliert der Körper als Gegenmaßnahme den Blutzucker hoch, damit doch etwas noch aufgenommen werden kann. Die Ursache des Insulinmangels selbst ist eine Störung der Bildung, die selbst nicht behandelt werden kann. Es bleibt zur Therapie daher nur, Insulin dem Körper zuzuführen. Damit muss sich der jugendliche Diabetiker immer Insulin spritzen, oder er bekommt eine Insulinpumpe.

Die Ursache des Erwachsenendiabetes, der viel häufiger als der jugendliche Diabetes vorkommt, ist nicht ein Mangel an Insulin sondern eine Unfähigkeit der Körperzellen, angemessen auf Insulin zu reagieren. Wenn die Zellen auf Insulin nicht reagieren, können sie auch keinen Zucker aus dem Blut in sich aufnehmen. Es fehlt ihnen damit ein wichtiger Brennstoff für alle Aufgaben, die die Zellen erledigen müssen. Muskelzellen beispielsweise würden kraftlos, der Darm träge. Wie beim Typ-1-Diabetes reguliert der Körper durch Erhöhung des Zuckerspiegels im Blut dagegen, so dass alle diese Funktionen zunächst ausreichend aufrechterhalten werden können. Gleichzeitig bedeutet dies für die Bauchspeicheldrüse, immer mehr Insulin zu bilden, dass wenigstens etwas Zucker genutzt werden kann. Dadurch erschöpft sich schließlich die Insulinbildung, und auch der Typ-2-Diabetiker wird schließlich von Insulinspritzen abhängig.

Wer gefährdet ist, zuckerkrank zu werden

Eine Gefährdung für Diabetes liegt vor bei:

Wie man Zuckerkrankheit erkennt

Unerklärlich viel Urin verbunden mit unerklärlich viel Durst deuten auf die Zuckerkrankheit hin, es müssen aber andere Krankheiten, die zu einer ähnlichen Konstellation führen ausgeschlossen werden. Dazu gehören der Diabetes insipidus und bestimmte Nierenerkrankungen.

Menschen mit Zuckerkrankheit in der Familie sollten in Abständen immer wieder auf erhöhten Blutzucker getestet werden.

Menschen mit deutlich erhöhtem Gewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) sollten ebenfalls in Abständen immer wieder auf Diabetes untersucht werden.

Mütter, die in der Schwangerschaft erhöhten Blutzucker entwickelt haben oder ein übergewichtiges Kind zur Welt gebracht haben, sind nach der Schwangerschaft gefährdet, Diabetes zu behalten oder später zu bekommen. Sie sollten in Abständen immer wieder überprüft werden.

Was die Folgen von hohem Blutzucker sind

Beim Erwachsenen-Diabetiker (mit Diabetes Typ 2) ist der erhöhte Blutzucker charakteristisch. Er hat Folgen für den ganzen Körper: auf Dauer kann er beispielsweise folgende Störungen hervorrufen:

Wie man Blutzucker überprüft

Blutzucker wird direkt im Blut bestimmt. Üblich sind Blutentnahmen aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen.

Der Urinzucker ist ein indirektes Maß für erhöhten Blutzucker. Ist die Zuckerprobe im Urin, die jeder Patient mit einem Urinstix durchführen kann, negativ, ist dies ein recht gutes Zeichen für normalen oder annähernd normalen Blutzucker. Ist er positiv, muss der Blutzucker in dem Zeitrahmen, in dem sich der Blasenurin angesammelt hat, deutlich erhöht gewesen sein. Beispielsweise sagt der erste Morgenurin etwas über die Blutzuckerwerte der Nacht aus.

Er gibt einen Langzeitwert, der anzeigt, wie die Blutzuckerwerte der letzten Wochen lagen. Es ist das „HbA1c“ (ein mit Zuckermolekülen veränderter roter Blutfarbstoff Hämoglobin). Wenn er unter 6,5 liegt, kann man mit der Blutzuckereinstellung zufrieden sein. Je höher er darüber liegt, desto schlechter ist die Blutzuckerlage der letzten Wochen gewesen! Dieser Wert sollte am besten alle 3 Monate überprüft werden!

Wie man Zuckerkrankheit behandelt

Jugendliche Diabetiker mit Diabetes Typ 1 sind auf Insulin angewiesen; sie müssen sich spritzen oder bekommen eine Insulinpumpe.

Erwachsenendiabetiker mit Diabetes Typ 2 sind in der Anfangsphase durch Gewichtsabnahme, Diät (am besten völlig zuckerfrei und ohne Gebäck) und körperliche Bewegung in einem guten Bereich der Zuckereinstellung zu halten. In der nächsten Behandlungsstufe kommen Tabletten hinzu (orale Antidiabetika), in der letzten Stufe sogar Insulin. Dieser Phase sollte jedoch soweit möglich vorgebeugt werden, denn Insulin hat den Nachteil, dass es selbst dick macht – was ja unbedingt zu vermeiden ist! Dann kann man in ein therapeutisches Dilemma geraten. Und der Arzt und der Patient müssen Tricks ausprobieren, um den Teufelskreis des schlechten Zuckerstoffwechsels zu beherrschen.

Die Behandlung muss unter steter Blutzuckerkontrolle erfolgen; die Häufigkeit der Kontrollen richtet sich nach der Einstellungsphase. Wenn Infektionen den Verlauf komplizieren, wenn beispielsweise eine Blasenentzündung, Lungenentzündung oder eine Erkältung hinzukommt, kann der Blutzucker stark entgleisen. Dann muss vorübergehend häufiger mit Medikamenten nachreguliert und kontrolliert werden.

Was man als Patient selbst tun kann

Zunächst kann man Vorbeugung treffen, damit man nicht zuckerkrank wird oder die Krankheit möglichst weit hinausschiebt: Bei Übergewicht heißt das in aller erste Linie Gewichtsabnahme, Kalorienreduktion durch maßvolles und gesundes Essen (am besten anfangs strenge Tagebuchführung über jede Mahlzeit und jedes Plätzchen oder Bonbon), Vermeidung von Zucker und Süßem, körperliche Bewegung. Diätberatung!

Diese Maßnahmen gelten auch dann, wenn schon eine Zuckerkrankheit besteht! Gewichtsabnahme bedeutet Verbesserung der Behandelbarkeit! Vielleicht kommt man in einen Gewichtsbereich, in dem keine Behandlung mehr nötig ist, oder in dem sogar auf Insulin verzichtet werden kann (das gilt nur für Erwachsenen-Diabetiker; Typ-1-Diabetiker können nie auf Insulin verzichten!). Das ist gelegentlich der Fall, besonders in der Anfangsphase.

Müssen Kinder zuckerkrank werden?

Eltern mit Zuckerkrankheit können ihren Kindern helfen, nicht auch Diabetiker zu werden! Sie müssen ihnen gesundes Essen und gesundes Leben mit viel körperlicher Bewegung beibringen. Dazu müssen sie selbst ein gutes Vorbild sein! Denn Übergewicht und Fettleibigkeit sind zum großen Teil Folge eines falschen Essverhaltens in der Kindheit und Jugend und von zu wenig Bewegung (Frage: laufen Sie über die Treppen oder fahren Sie Fahrstuhl?). Die freundlichen Tanten dürfen keine Süßigkeiten zustecken! Wenn ein Kind bereits übergewichtig wird, ist das zur Hälfte auf falsches Essverhalten und die vielem süßen Getränke (inklusive Cola!) zurückzuführen! Und übergewichtige Kinder bekommen mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann im späteren Leben Diabetes! Und wer mit 40 oder 50 Jahren zuckerkrank wird, bekommt mit 50 oder 60 Jahren vielleicht einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber solch einer Horrorvision kann ganz sicher (zumindest weitgehend) vorgebeugt werden! Das ist Aufgabe der Eltern.

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Verweise