Cyclosporin

Cyclosporin A ist ein Medikament zur Immunsuppression im Rahmen der Vorbeugung einer Abstoßungsreaktion nach Organtransplantationen und zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten. Da es nur eine geringe therapeutische Breite hat, muss die Therapie gut überwacht werden. Eine Substanz mit ähnlichen Wirkungen und Indikationen ist Tacrolimus.


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Biochemie

Cyclosporin (CyA) ist ein Cyclopeptid aus 11 Aminosäuren und stammt aus einem Pilz. Es wirkt durch Bindung an Immunophiline (intrazelluläre Bindungsproteine) und Hemmung von Calcineurin, einer Proteinphosphatase, und damit den Beginn einer Kaskade, die schließlich die Bildung von Interleukin 2 (Il2) und anderer Genprodukte unterdrückt.

Aufnahme und Wirkung

Resorption im Dünndarm variabel, ca. 30%, abhängig u.a. von Nahrungszusammensetzung (Grapefruitsaft und fettreiche Nahrung erhöhen die Resorptionsrate) und Darmmotilität.

Der Abbau von Cyclosporin erfolgt in der Leber über Cytochrome; dort kommt es zu einer Interferenz mit Makrolidantibiotika, einigen Antimykotika (Imidazolderivate) und Kalziumantagonisten (Verapamil, Diltiazem). Diese Medikamente erhöhen den CyA-Spiegel. Auch Inhaltsstoffe der Grapefruit scheinen mit dem CyA-Metabolismus zu interferieren.

Phenotoin und Phenobarbital induzieren das Cytochromsystem und erniedrigen den CyA-Spiegel. Wirkung über Hemmung der Interleukin-2-Produktion.

Indikationen

Cyclosporin (CyA, Sandimmun Optoral (C)) wird als Immunsuppressivum nach Lebertransplantation und anderen Transplantationen verwendet. Mögliche Indikationen scheinen auch der systemische Lupus erythematodes, die Dermatomyositis und die hoch floride, sonst therapierefraktäre Colitis ulcerosa zu sein. Auch bei anderen Autoimmunkrankheiten scheint es eine positive Wirkung zu entfalten.

Nebenwirkungen

Cyclosporin A kann eine Reihe von Nebenwirkungen hervorrufen, insbesondere wenn der enge therapeutische Bereich überschritten wird. Darunter fallen insbesondere:
Nierenschäden (irreversibel), Hypertonie, Störungen des Nervensystems (mit Tremor, Dysästhesien, Psychosen), toxischer Leberschaden mit Erhöhung von Transaminasen und Bilirubin, Übelkeit, Durchfälle, Hyperglykämie, Gingivitis (Proliferation und Entzündung des Zahnfleisches), Infektanfälligkeit.

Cyclosporin wirkt sich besonders stark auf die Zahl und Funktion der CD4-Lymphozyten (T-Helferzellen) und damit auf die Körperabwehr bei Infektionen aus.

Verweise