Boerhaave-Syndrom

Definition

Ruptur des Ösophagus im Rahmen von heftigem Erbrechen

Anamnese

Wenn nach heftigem Erbrechen stärkste Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten, kann es sich um einen Einriss des Ösophagus handeln. Bei einem hohen Prozentsatz der Patienten mit Boerhaave Syndrom trat das Erbrechen im Rahmen eines Alkoholabusus auf. Ebenfalls findet sich häufig ein gastroduodenales Ulkus in der Vorgeschichte. Der Verlauf kann rasch kritisch werden und mündet dann in der Regel in einer Mediastinitis und im Schock.

Eine vorbestehende Erkrankung des Ösophagus muss nicht vorhanden sein.

Klinisches Bild

Der Untersuchungsbefund ist nicht diagnoseweisend. Ein Hautemphysem kann auftreten. Auch können Pleuraergüsse gefunden werden. Eine Tachykardie ist häufig, Zeichen des Schocks entwickeln sich rasch.

Differenzialdiagnosen

Häufige Differenzialdiagnosen sind

Diagnostik

  • EKG (Ausschluß eines Herzinfarkts,
  • Computertomographie (Nachweis eines Mediastinalemphysems, entzündliche Schwellung der Ösophaguswandung, u. U. Nachweis des Einrisses und eines paraösophagealen Abszesses),
  • Röntgen-Breischluck mit wasserlöslichem Kontrastmittel (Nachweis des Einrisses).

Eine Spiegelung der Speiseröhre ist gefährlich und sollte bei entsprechendem Verdacht unbedingt vermieden werden.

Behandlung

Einrisse des Ösophagus im Thoraxbereich sollten innerhalb von 24 Stunden operiert werden (Verschluss des Einrisses, ggf. Resektion des betreffenden Teilstücks. Ggf. Pleuradrainage etc.. Antibiotika. Parenterale Ernährung.

Verweise