Bananen

Bananen (Musa sp.) sind einkeimblättrige große Staudenpflanzen mit im Reifezustand gelben Früchten, die für sich genommen landläufig alleine als Bananen bezeichnet werden. Die Zuchtformen haben im Gegensatz zu den Wildformen keine Samen.


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Bananenanbau

Der Anbau für den Weltmarkt erfolgt in subtropischen und tropischen Zonen, wobei große Plantagen mit Monokulturen bewirtschaftet werden. Die daraus erwachsenden Probleme betreffen den mit Urwaldrodungen einhergehenden Landverbrauch. Die Stauden tragen nur einmal, laugen den Boden aus und werden nach 2 Jahren ersetzt. Die Probleme betreffen auch die Anfälligkeit gegen Schädlinge und Erreger und den dadurch begründeten Anstieg des Pestizidverbrauchs. Tiere sowie Menschen, die in der Nähe solcher Plantagen leben sind erheblich gefährdet bzw. Pestizid-belastet [1] [2] [3]; Pestizide lassen sich auch in Bananenschalen nachweisen.

Grüne und gelbe Bananen

Bananen werden in grünem Zustand geerntet, in Kühlschiffen an den Bestimmungsort geliefert, und dort in Reifekammern unter Ethylen (Ethen, ein Reifebeschleuniger) reifen gelassen, bis sie in gelbem Zustand an die Märkte verschickt werden. Schwärzlich-dunkelbraune Stellen in der gelben Schale deuten auf Verletzung der Schale und Oxidation. Um dies zu verhindern wird die Schale häufig gewachst; dem Wachs ist meist Thiabendazol gegen Pilzbefall zugesetzt, was auf der Ware nicht ausgewiesen werden muss [hier].

Unreife grüne und reife gelbe Bananen unterscheiden sich in ihrem Gehalt an Stärke und Glukose: während des Reifungsprozesses wird Stärke in Zucker umgewandelt, so dass sich das Stärke-Zucker-Verhältnis von etwa 20:1 auf etwa 1:20 ändert.

Wert für die Ernährung

Inhaltsstoffe

In einer Banane von etwa 100 g Gewicht befinden sich etwa 75% Wasser, 23 g Kohlenhydrate (in unreifem Zustand vorwiegend Stärke, in reifem Zustand ganz überwiegend Glukose, Fruktose und Saccharose), 1 g Eiweiß und praktisch kein Fett (unter 0,3g).

Elektrolyte

Bananen sind reich an Kalium (etwa 350 mg) und enthalten auch Magnesium (30 mg).

Vitamine

Bananen können zum Tagesbedarf verschiedener B-Vitamine (vor allem B5, B6, B9) beitragen, enthalten jedoch nur relativ wenig Vitamin C, Calcium und Eisen. Die Menge der Inhaltsstoffe variiert je nach Sorte und Herkunft der Bananen beträchtlich [4] [5] [6].

Antioxidanzien

Bananen enthalten antioxidative Substanzen (pflanzliche Polyphenole); es wird angenommen, dass sie daher gegen oxidativen Stress der Körperzellen wirken [7].

Serotonin

Bananen enthalten Serotonin (5-Hydroxytryptamin) und erhöhen die Ausscheidung von 5-Hydroxyindolessigsäure (HIES) über die Nieren. Die Werte können bereits nach 3 Bananen über der oberen Normgrenze liegen und die Karzinoid-Diagnostik stören, die sich auf eine erhöhte Konzentration von Serotonin im Urin stützt [8].

Dopamin

Bananen sind reich an Dopamin (2,5 – 10 mg / 100 g Fruchtfleisch) 1)J Agric Food Chem. 2000 Mar;48(3):844-8. Der Fall einer Patientin mit exzessiver Bananenzufuhr lässt annehmen, dass dadurch eine Hyperdopaminämie (bis 210 ng/ml, normal bis 6,2 ng/ml) ausgelöst wurde, die wiederum mit einem psychisch auffälligen Verhalten assoziiert war 2)Brain Dev. 2007 Jul;29(6):369-72. Erfahrungen mit dem Effekt von Dopamin in der Nahrung sind ansonsten spärlich.

Wirkung auf den Stuhlgang

Es wird immer wieder vermutet, dass Bananen wegen ihres Gehalts an Serotonin die Bereitschaft für vermehrte Darmtätigkeit (Peristaltik) und Durchfall (Diarrhö) erhöhen. Dies wird durch Untersuchungen an gesunden Probanden, die über Tage hinweg 12 Bananen aßen, jedoch nicht gestützt; sie hatten außer einem Gefühl der Sättigung keine sonstigen Symptome angegeben [9]. Das bedeutet nicht, dass besonders empfindliche Menschen, die in dieser Studie nicht repräsentiert waren, nicht doch mit Stuhlgangsproblemen reagieren können.

Bananen sind reich an Ballaststoffen. Dies soll erklären, dass gelegentlich Bananen bei Neigung zu Diarrhö einen stuhlgangsregulierenden Effekt ausüben.

Glykämischer Index

Zur Abschätzung der Wirkung von Bananen auf den Zuckerstoffwechsel des Körpers wird der glykämische Index verwendet. Für Glukose wird er als 100 angesetzt; demgegenüber liegt er von reifen Bananen bei 50 – 70 [10]. Dies ist bei der Einbeziehung von Bananen in den Diätplan bei der Diabetes-Behandlung zu berücksichtigen.

Der Verzehr von Bananen erhöht offenbar nicht das Risiko eines Typ-2-Diabetes [11].

Verweise

Literatur

  1. ? Environ Toxicol Chem. 2013 Nov;32(11):2576-83
  2. ? Environ Res. 2011 Jul;111(5):708-17
  3. ? Environ Res. 2012 Aug;117:17-26
  4. ? J Agric Food Chem. 2009 Sep 9;57(17):7857-69
  5. ? J Agric Food Chem. 2009 Sep 9;57(17):7870-6
  6. ? J Agric Food Chem. 2002 Dec 18;50(26):7586-92
  7. ? J Food Sci. 2011 Nov-Dec;76(9):C1292-9
  8. ? Gut. Mar 1960; 1(1): 44–47
  9. ? Gut. Mar 1960; 1(1): 44–47
  10. ? Diabetes Care. 2008 Dec;31(12):2281-3
  11. ? BMJ. 2013 Aug 28;347:f5001

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. J Agric Food Chem. 2000 Mar;48(3):844-8
2. Brain Dev. 2007 Jul;29(6):369-72