Alirocumab

Alirocumab ist eine neue Therapieoption gegen erhöhtes LDL-Cholesterin. Bei einer schweren Hypercholesterinämie vermag es über die Wirkung von Statinen hinaus zu einer weiteren Senkung des Cholesterinspiegels zu führen. Alirocumab gehört wie auch Evolocumab zu einer Gruppe von Antikörpern, die zu einem verminderten Abbau und damit zu einer verlängerten Wirkung des LDL-Rezeptors in der Leber führen.


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Wirkungsweise

LDL-Cholesterin wird über einen Oberflächenrezeptor von Leberzellen aus dem Blut aufgenommen und abgebaut. Dieser LDL-Rezeptor unterliegt einer dauernden Erneuerung durch Abbau und Neubildung. Eine im Blut zirkulierende Proproteinconvertase (Subtilisin/Kexin Typ 9, PCSK9) beschleunigt den Rezeptorabbau. Bei einer autosomal dominant vererbten Form der Hypercholesterinämie, die mit besonders niedrigen Cholesterinspiegeln und einem besonders niedrigen kardiovaskulären Risiko assoziiert ist, wurden Mutationen von PCSK9, die zum Funktionsverlust des Enzyms führten, als Ursache festgestellt. [1][2]. Zurückgeführt wurde dies wurde auf eine verlängerte Wirkung der LDL-Rezeptoren, und es wurde angenommen, dass bei Hypercholesterinämie eine PCSK9-Blockade ein lohnendes therapeutisches Ziel sein würde.

Alirocumab ist ein monoklonaler Antikörper, der an PCSK9 bindet und so seine Interaktion mit dem Oberflächen-LDL-Rezeptor hemmt, was wiederum eine Verlangsamung seines Abbaus bzw. eine Verlängerung seiner Wirkung zur Folge hat [3].

Studienergebnisse

Alirocumab reduziert laut Studien signifikant LDL-Cholesterin und zwar sowohl in Kombination mit Statinen und Ezetimib als auch als Monotherapie [4].

In einer randomisierten Studie an 2341 Patienten mit erhöhtem LDL-Cholesterin von über 70 mg/dl (1,8 mmol/l) unter einer maximal tolerierten Statin-Dosis (mit oder ohne weitere Lipidsenker) wurden mit 150 mg Alirocumab (subkutan alle 2 Wochen) oder Placebo für 78 Wochen behandelt. Nach 24 Wochen waren in der Alirocumab- gegenüber der Placebogruppe die LDL-Cholesterin-Werte im Blut um im Mittel 62% gefallen. Der Behandlungserfolg blieb bis zum Ende der Studie bestehen. Als Nebenwirkungen wurden lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (5,9% vs. 2,9%), Muskelbeschwerden (Myalgien) (5,4% vs. 4,2%), neurokognitive Ereignisse (1,2 vs. 0,5%) und ophthalmologische Ereignisse (2,9% vs. 1,9%) berichtet. In einer Auswertung im Nachhinein zeigte sich, dass schwerere kardiovaskuläre Ereignisse wie Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall oder instabile Angina pectoris in der Alirozimab-Gruppe niedriger als in der Placebogruppe waren (1,7% vs. 3,3%) [5].

Verweise

Literatur

  1. ? Nat Genet. 2003 Jun;34(2):154-6
  2. ? Hum Mutat. 2009 Apr;30(4):520-9
  3. ? Expert Rev Cardiovasc Ther. 2014 Oct;12(10):1137-44
  4. ? Expert Rev Cardiovasc Ther. 2014 Oct;12(10):1137-44
  5. ? N Engl J Med. 2015 Apr 16;372(16):1489-99