Rifaximin ist ein Antibiotikum, das sich vom Rifampicin ableitet. In Österreich ist es als Colidimin® im Handel, in den USA und Deutschland als Xifaxan®, in Deutschland auch als Rifax-AW®. Es ist kaum wasserlöslich und wird nur sehr gering enteral resorbiert (< 0,4%) [1]. Als übliche Dosis werden 3x200 bis 2x400 mg pro Tag empfohlen.
Wirkmechanismus
Rifaximin hemmt die bakterielle DNA-abhängigen RNA-Polymerase und die RNA- und Proteinsynthese.
Wirkspektrum
Sehr breites antibakterielles Spektrum (gram+, gram-, aerob, anaerob), so z. B. gegen: Staphylokokken, Streptokokken, Shigellen, Yersinien, Salmonellen, Campylobacter jejuni, Clostridium difficile, Vibrio cholerae, Enterobacter, Escherichia coli, Klebsiellen, Pseudomonaden, Proteus, Helicobacter pylori, Bacteroides.
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Indikationen
Als Indikationen [2] kommen in Frage z. B.:
- Reisediarrhö [3] (dafür in Deutschland zugelassen), speziell durch pathogene E. coli bedingte Diarrhö
- Darmdekontamination
- bakterielle Überwucherung des Dünndarms
- Blind-Loop-Syndrom
- Hepatische Enzephalopathie
- pseudomembranöse Kolitis
- Rosacea
- Reizdarmsyndrom
Reizdarmsyndrom
Rifaximin ist zur Behandlung des Reizdarmsyndroms interessant geworden, da offenbar in vielen Fällen eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms an der Symptomatik beteiligt ist [4] [5]. Eine 14-tägige Rifaximin-Therapie des Reizdarmsyndroms mit positivem Laktulose-H2-Atemtest hat in einer Studie zu einer Symptomverbesserung über 3 Monate geführt [6].
Hepatische Enzephalopathie
Die bei einer Leberzirrhose auftretende hepatische Enzephalopathie wird durch Eiweißverdauung im Kolon gefördert. Eine Darmdekontamination mit Rifaximin kann zu einer entscheidenden Besserung führen. In einer Studie über 1/2 Jahr wurde unter Rifaximin-Dauertherapie (550 mg 2x täglich) die Rezidivrate der hepatischen Enzephalopathie deutlich gesenkt [7]. Selbst die Fahrtauglichkeit bei minimaler hepatischer Dysfunktion wird verbessert [8].
Verweise
Literatur
- ↑ Expert Rev Anti Infect Ther. 2005 Apr;3(2):201-11
- ↑ Curr Opin Gastroenterol. 2010 Jan;26(1):17-25
- ↑ Ann Intern Med. 2005 May 17;142(10):805-12
- ↑ World J Gastroenterol. 2009 Jun 7;15(21):2628-31
- ↑ Expert Opin Investig Drugs. 2009 Mar;18(3):349-58
- ↑ Aliment Pharmacol Ther. 2012 Dec;36(11-12):1084-93
- ↑ N Engl J Med. 2010 Mar 25;362(12):1071-81
- ↑ Bajaj JS, Gastroenterology. 2010 Sep 13. [Epub ahead of print]




