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Ulkuskrankheit

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Ursachen, Entstehung, Erkennung, Verlauf, Therapie


Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Definition

Ein Ulkus ist ein Geschwür, das im Gastrointestinaltrakt betrifft die Schleimhaut betrifft und prinzipiell in allen Abschnitten auftreten kann.

Das peptische Ulkus tritt meistens im Magen oder/und Duodenum auf (Magenulkus, Duodenalulkus), kann aber auch im Jejunum (Jejunalulkus) oder im Meckelschen Divertikel gelegen sein.

[bearbeiten] Epidemiologie

Etwa 10% der Bevölkerung haben einmal im Leben ein peptisches Ulkus. Die Neuerkrankungen und auch die Komplikationen haben in den letzten Jahren abgenommen.

[bearbeiten] Pathophysiologie

Ein Ulkus entsteht, wenn aggressive Faktoren gegenüber den defensiven Faktoren der Schleimhaut Überhand gewinnen. Auf welche Weise sich ein Ulkus bildet, ist im einzelnen noch nicht restlos geklärt. Unklar ist auch, auf welche Weise Ulzera spontan heilen.

Unter den aggressiven Faktoren spielt der Keim Helicobacter pylori (H. p.) eine Schlüsselrolle. Verschiedene Stämme sind aufgrund ihrer Virulenzfaktoren unterschiedlich pathogen. Stämme, die Zytotoxine produzieren, rufen eine stärkere Schleimhautentzündung hervor als solche, die keine bilden. Hinzu kommen verschiedene Risikofaktoren wie Rauchen und Stress (Dystress). Unter defensiven Faktoren sind die Mechanismen der Schleimhaut zur Abwehr der aggressiven Faktoren (verminderte Säureresistenz) zu verstehen.

Bei der Ulkuskrankheit findet sich eine individuelle genetische Prädisposition hinsichtlich Säurehypersekretion und verminderter Schleimhautabwehr. Das Ulcus duodeni bedarf offenbar zunächst einer antralen Metaplasie im Bulbus, in der sich H. p. ansiedeln und unter dem Säurereiz ein Ulkus bilden kann. Antrale Metaplasien im Duodenum entstehen selbst wahrscheinlich auch durch ständige Säureüberproduktion des Magens . Eine chronische H.p.-Infektion mündet in einer Schleimhautatrophie, damit in einer Verminderung der Gastrinproduktion und damit wiederum in einer Abnahme der Säurebildung. Dies kann im Laufe der Jahre zum "Ausbrennen" der Ulkuskrankheit führen.

Beim Zollinger-Ellison-Syndrom ist die extrem starke Bildung sauren Magensafts von besonderer Bedeutung. Da er vom alkalischen Sekret des Duodenums nicht gleich neutralisiert werden kann, können tief im Duodenum und im Jejunum gelegene Ulzera entstehen.

Zu den aggressiven bzw. die Schleimhautabwehr herabsetzenden Faktoren gehören auch Medikamente (u. a. Azetylsalizylsäure und nichtsteroidale Antiphlogistika) und Rauchen. Nikotin steigert die Magensäureproduktion.

[bearbeiten] Klinik

Etwa die Hälfte der Patienten mit peptischem Ulkus spürt Beschwerden. Typische Beschwerden sind Bauchschmerzen, meist im Oberbauch gelegen, verbunden mit Inappetenz, teilweise Übelkeit und Erbrechen. Heftige Schmerzen können auf Komplikationen hindeuten, wozu eine Perforation oder Penetration (z. B. ins Pankreas) gehören.

Eine wichtige andere Komplikation ist die Ulkusblutung, die u. U. rasch zu einem Kreislaufschock führen kann. Ein zur Hinterwand gelegenes Ulcus duodeni ist wegen der Nähe zu arteriellen Gefäßen (A. gastroduodenalis und Seitenäste) besonders gefährlich. Ulzera, die nahe dem Magenausgang liegen, können zu einer Magenentleerungsstörung mit Völlegefühl und Schweregefühl im Magen führen.

[bearbeiten] Diagnostik

Die Beschwerdesymptomatik ist unspezifisch, so daß die Diagnose eines Ulkus nur endoskopisch oder - bei Kontraindikation oder Ablehnung durch den Patienten - durch eine Röntgenuntersuchung gestellt werden kann.

[bearbeiten] Therapie

Heute wird das floride Ulkus medikamentös behandelt (PPI).

Schleimhautschädigende Medikamente wie ASS oder NSAR sollten in der akuten Phase vermieden und später wenn erforderlich sicherheitshalber unter Schutz von Protonenpumpenhemmern (PPI) eingenommen werden. Wenn der Helicobacter-Nachweis positiv ist (Helicobacter-Gastritis), wird eradiziert. Bei einem Ulcus duodeni und negativer Medikamentenanamnese bezüglich NSAR und Acetylsalicylsäure (ASS) wird wegen der hohen Wahrscheinlichkeit eines Befalls vielfach bereits noch vor Kenntnis des Helicobacter-Status mit einer Eradikation begonnen.

Eine Blutung aus einem oberflächlichen Geschwür kann oft endoskopisch gestillt werden (Unterspritzung, Clippung eines Gefäßstumpfs).

Ein zur Hinterwand gelegenes Ulcus duodeni, das geblutet hat, muss selbst bei Sistieren der Blutung wegen der großen Gefahr einer Rezidivblutung intensivmedizinisch überwacht werden.

Komplikationen von Ulzera, wie arterielle Blutungen oder eine Perforation, sind oft nur durch eine Operation beherrschbar.

[bearbeiten] Verweise




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  Diese Seite wurde zuletzt am 22. Mai 2009 um 17:49 Uhr geändert.  


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