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Pankreatitis - einfach erklärt



Pankreatitis bedeutet Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Die Entzündung kann plötzlich und heftig oder schleichend verlaufen, entsprechend spricht man von einer akuten Pankreatitis und einer chronischen Pankreatitis. Eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung kann immer wieder akut aufflammen, was als akuter Schub einer chronischen Pankreatitis bezeichnet wird.

Eine Pankreatitis ist immer mit dem Risiko einer Verschlechterung behaftet. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungsenzyme, die eigentlich erst im Darm wirksam werden dürfen, bei einer Pankreatitis jedoch schon im Organ selbst aktiv sind. Folge kann eine Selbstverdauung des Organs sein. Manchmal bilden sich aus diesem Grunde große Hohlräume, die flüssigkeitsgefüllt sind und sich infizieren oder einbluten können. Dies sind die "Pankreaspseudozysten", die als Komplikation gefürchtet sind. Viele dieser Zysten bleiben jedoch harmlos, manche können sich zurückbilden.



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Inhaltsverzeichnis

Akute Pankreatitis: Was wichtig ist

Die wichtigsten Ursachen

Eine akute Pankreatitis wird am häufigsten ausgelöst durch

Akute Schübe können bei vorbestehender chronischer Pankreatitis immer wieder auftreten. Dabei können Teile der Bauchspeicheldrüse selbst verdaut werden und zystische Räume auftreten (Pankreaspseudozysten). Sie können so groß werden, dass sie andere Organe und Strukturen verdrängen oder einengen, so können sie den Gallengang abdrücken und eine Gelbsucht (Cholestase) bedingen.

Seltenere Ursachen

Es gibt eine Reihe seltener Ursachen, an die der Arzt denkt, wenn Alkohol und Gallensteine für ihn als Ursachen unwahrscheinlich sind. Dazu gehören

Gallensteinpankreatitis: was das Besondere ist

Eine durch Gallensteine ausgelöste Bauchspeicheldrüsenentzündung beginnt meist mit einer heftigen Kolik im mittleren und rechten Oberbauch. Der Schmerz wird dann dumpfer und verlagert sich zur Mitte und in den linken Obermittelbauch. Manchmal wird die erste Schmerzphase nicht gesondert wahrgenommen. In der Regel heilt die durch Gallensteine ausgelöste Pankreatitis aus und wird nicht chronisch. Manchmal findet man keinen Gallenstein, obwohl eine anfängliche Kolik stark auf ihn hindeutet. Er ist dann vielleicht schon abgegangen, oder es hat sich um Mikrosteinchen gehandelt (Mikrolithiasis). Solche Kleinststeinchen werden häufig nur mit der innerlichen Sonographie (Endosonographie) erkennbar. Wenn die Gallenblase Steine enthält, sollte sie herausoperiert werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Steine aus dem Gallengang können endoskopisch (durch eine ERC) entfernt werden.

Alkoholpankreatitis: Was das Besondere ist

Alkohol kann zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Alkoholpankreatitis) führen, die praktisch immer nach ihrem Abklingen weiterschwelt und chronisch wird (chronische Pankreatitis, s. u.). Spätestens bei der ersten Entzündung dieser Art muss daher unbedingt auf Alkohol vollständig verzichtet werden. Die Frage, warum sich bei manchen Menschen bereits nach relativ wenig Alkohol eine schwere Pankreatitis entwickelt und bei anderen nicht, scheint sich zu klären. Es gibt offenbar eine genetische Grundlage, die zu einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber Alkohol bezüglich einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führt. Diese Menschen sollten unbedingt jegliche Art und Menge von Alkohol meiden! Am besten sie tun dies bereits vorbeugend, wenn in der nahen Blutsverwandtschaft jemand mit einer Alkoholpankreatitis zu finden ist.



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Chronische Pankreatitis: Was ist wichtig?

Eine chronische Pankreatitis ist meist durch Alkohol bedingt. Aber auch andere Ursachen führen zu chronischen Verläufen, so z. B. Pankreatitiden aus genetischer (hereditäre Pankreatitis oder autoimmunologischer Ursache (Autoimmunpankreatitis). Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung braucht anfangs nicht durch besondere Beschwerden aufzufallen und verläuft anfangs oft unerkannt schleichend. Sie kann jedoch unerwartet (z. B. durch eine vielleicht etwas fettere Mahlzeit) aufflammen. Die Funktionen der Bauchspeicheldrüse nehmen allmählich und besonders bei jedem Schub ab bis sie schließlich unzureichend geworden sind. Dann kann das Organ seinen Verdauungsaufgaben und der Aufgabe im Zuckerstoffwechsel des Körpers nicht mehr nachkommen. Folgen sind eine unzureichende Ausnutzung von Nahrung, fettig-breiige Stühle und eine Gewichtsabnahme; im Spätstadium kann Zuckerkrankheit (Diabetes) hinzukommen. Nach langer Laufzeit verkalkt die Bauchspeicheldrüse (was im Röntgenbild zu sehen ist), und es kann sich Bauchspeicheldrüsenkrebs (ein Pankreaskarzinom) entwickeln. Oft machen Bauchschmerzen das Leben zur Qual. Im Spätstadium mit unbeherrschbaren Beschwerden und steigender Krebsgefahr sollte eine operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse diskutiert werden. Wenn erst einmal Bauchspeicheldrüsenkrebs erkennbar geworden ist, kommt in der Mehrzahl der Fälle eine Operation für die Heilung zu spät.

Wie behandelt wird

Im akuten Stadium

Hier richtet sich die Behandlung nach der Ausprägung: leichte Verläufe können u. U. rein diätetisch beherrscht werden. Schwere Verläufe bedürfen je nach Kreislaufstabilität einer Intensivtherapie, u. U. mit Magenablaufsonde, Antibiotika, Magensäureunterdrückung, Ernährung über Venenkatheter und Schmerzbehandlung.

Im chronischen Stadium

Hier sind verschiedene Maßnahmen nützlich:

  • Diät: kleine fettarme und leicht verdauliche Mahlzeiten sollten mehrfach am Tag eingenommen werden, damit die Bauchspeicheldrüse nicht überlastet wird.
  • Verdauungsenzyme lassen sich als Kapseln einnehmen. Ihre Dosierung sollte so gewählt werden, dass möglichst wenige Blähungen auftreten und der Stuhl geformt ist. Ist er fettig-breiig, reicht die Dosierung wohl nicht ganz aus.
  • Schmerzen sollten gut beherrscht werden. Dazu muss der Arzt ein individuelles Schmerzschema anpassen, das aus einer Basisversorgung und zusätzlichen Maßnahmen besteht, die bei Bedarf genommen werden. Bei nicht beherrschbaren Schmerzen sollte über eine Nervenverödung des Sonnenplexus (Solarplexus, Plexus solaris) oder eine Entfernung der Bauchspeicheldrüse nachgedacht werden.
  • In jedem Fall sollte alles vermieden werden, was einen neuen Schub bzw. eine Verschlechterung auslösen könnte: keine fetten Speisen, nicht rauchen und kein Alkohol! Je früher mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten begonnen wird, desto besser ist die Prognose. Am besten sollten diese Konsequenzen sofort, nachdem die Diagnose einer Pankreatitis gestellt wurde, gezogen werden.

Wie Pankreaspseudozysten behandelt werden

Ein durch Selbstverdauung entstandener Hohlraum (Zysten, genauer: Pseudozyste) kann durch Größenzunahme auf andere Organe drücken. So kann er auch den Gallengang abdrücken, so dass eine Gelbsucht entsteht. Solch eine Pseudozyste wird oft operativ versorgt; dazu gibt es verschiedene Methoden. Heute wird der flüssigkeitsgefüllte Zystenraum jedoch vielfach durch einen endoskopisch eingelegten Stent (Drainageröhrchen) entleert, was mit Hilfe der Endosonographie risikoarm möglich ist. Die Zyste kann dann "eintrocknen" und verschwinden.

Dazu wird unter der Wirkung einer Schlafspritze ein Untersuchungsgerät, ein modifiziertes Gastroskop mit einem Ultraschallapplikator an der Spitze, ähnlich wie bei einer Magenspiegelung in den Magen eingeführt. Das Ultraschallbild lässt die der Magenwand anliegende Pseudozyste gut erkennen. Durch das Gerät kann ganz gezielt eine Punktionskanüle vorgeschoben werden, die durch die Magen- und Zystenwand ins Innere der Zyste platziert wird. Über eine besondere Technik lässt sich geleitet durch diese Sonde dann ein kurzes Drainageröhrchen vorschieben, so dass sein eines Ende in die Zyste zu liegen kommt, sein anderen ins Mageninnere. Nun kann sich die Zystenflüssigkeit in den Magen entleeren; die Zyste kollabiert und verwächst mit der Zeit. Das Drainageröhrchen kann dann endoskopisch entfernt werden.



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Verweise