Metformin

Metformin gehört zu den oralen Antidiabetika und ist das einzige noch zugelassene Präparat aus der Gruppe der Biguanide. Die anderen Präparate dieser Gruppe sind wegen der Gefahr einer Laktatazidose nicht mehr im Handel. Metformin gehört zu den ersten Präparaten für die therapeutische Grundeinstellung bei der Behandlung des Diabetes mellitus.

Wirkung

Metformin steigert die Insulin-abhängige Glukoseverwertung in den peripheren Zellen und benötigt daher Insulin für seine Wirkung.

Metformin vermag bei Patienten mit eingeschränkter Glukosetoleranz das Diabetesrisiko deutlich zu senken [1].

Metformin führt nicht (wie beispielsweise Insulin) zu einer beim Diabetes nicht gewünschten Gewichtszunahme, sondern senkt eher das Gewicht (wohl über die negative Beeinflussung der Atmungskette und die Verringerung der ATP-Produktion (s.u.)).



Nebenwirkungen

Auch Metformin kann in seltenen Fällen zur Entstehung einer Laktatazidose beitragen: Metformin beeinflusst den Ablauf der Atmungskette negativ und kann insbesondere dann, wenn auch andere Hypoxie-fördernde Faktoren vorliegen, einen ATP-Mangel hervorrufen und so kompensatorisch den anaeroben Glukoseabbau fördern, was wiederum einen gesteigerten Anfall von Laktat bewirkt. Metformin sollte daher bei Erkrankungen der Lunge und des Herzens mit Lungenstauung nicht oder nur mit Vorsicht gegeben werden.

Der durch Biguanide hervorgerufene ATP-Mangel führt zu einer ungenügenden resorptiven Darmtätigkeit, wodurch sich die Neigung zur Diarrhö als Nebenwirkung erklärt.

Mehr zu den gruppenspezifischen Nebenwirkungen der Biguanide siehe hier.

Pharmakokinetik

Metformin wird unverändert durch die Nieren ausgeschieden; die Halbwertszeit liegt bei 3 Stunden. Bei Niereninsuffizienz muss die Wirkung auf den Blutzucker bzw. die Indikation zur Medikation gut überprüft werden.

Verweise

Literatur

  1. NEJM 2002; 346: 393-403






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Diese Seite wurde zuletzt am 4. Januar 2013 um 16:10 Uhr geändert.