Leberzirrhose - einfach erklärt
In diesem Artikel finden Sie u.a. Informationen zu folgenden Punkten: Leberzirrhose, Leberzirrhose Symptome, Child Pugh Klassifikation, Therapie, Behandlung, Verlauf
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[bearbeiten] Was eine Leberzirrhose ist
Die Leberzirrhose ist durch Vernarbungen im gesamten Organ gekennzeichnet. Der Vernarbungsprozess ist noch nicht vollständig verstanden und kann therapeutisch nicht sicher aufgehalten werden. Die beste Therapie besteht in der Behandlung der Ursachen.
Folgen sind eine allmählich abnehmende Leistungsfähigkeit der Leber, ihre Stoffwechselfunktionen wahrzunehmen, Galle zu bilden und Medikamente zu entgiften.
Sie stellt zudem zunehmend ein Hindernis für das Blut dar, welches vom Magendarmkanal kommend durch die Leber in den großen Blutkreislauf weiterströmen muss (siehe auch Aufbau der Leber.
Alle diese Umstände bedingen eine Vielfalt von Symptomen und Komplikationen, die je nach Ausprägung lebensbedrohlich sein können.
[bearbeiten] Was die Ursachen sind
Viele Ursachen können zu einer vermehrten Narbenbildung in der Leber führen. Die häufigsten sind:
- langdauernder Alkoholmissbrauch. Frauen sind empfindlicher als Männer: die unteren Grenzen liegen bei 40 bzw. 60 g reinem Alkohol / Tag, wobei es eine sichere untere Grenze nicht gibt! Menschen sind offenbar genetisch bedingt unterschiedlich empfindlich.
- Chronische Virushepatitis: in Frage kommt die Hepatitis B (die in etwa 10-20% chronisch wird) und die Hepatitis C (die ganz überwiegend chronisch wird). Daher ist es notwendig eine Virushepatitis sofort zu erkennen (was bei der Hepatitis C oft zu spät geschieht), um rechtzeitig mit antiviralen Medikamenten eingreifen zu können.
- Hämochromatose: eine genetisch bedingte Eisenspeicherkrankheit, die nicht nur zur Leberzirrhose sonder auch zu einer Reihe anderer Organstörungen führt (siehe Hämochromatose - einfach erklärt).
- Andere Ursachen sind z. B. eine chronische Entzündung in einer Fettleber bei Zuckerkrankheit oder starkem Übergewicht (nichtalkoholische Fettleberhepatitis), die Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson oder eine chronische Blutstauung durch Herzinsuffizienz. Eine detaillierte Auflistung findet sich unter den medizinischen Fachinformationen zur Leberzirrhose
[bearbeiten] Welche Beschwerden vorkommen können
Je nach Ausprägung der Leberzirrhose können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein. Manchmal merken die Betroffenen gar nicht, dass sie krank sind, und die Leberzirrhose wird zufällig entdeckt. Häufig besteht eine gewisse Abgeschlagenheit, rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwäche - alles unspezifische Symptome.
Wenn sich allerdings Folgesymptome und Komplikationen entwickeln, erkennt man über sie die Leberzirrhose relativ rasch: Zeichen an der Haut (wie Gefäßspinnen, weiße Nägel, stark gerötete Handinnenflächen (Palmarerythem), stark gefüllte Blutgefäße auf der Bauchhaut), Bluterbrechen (bei geplatzten Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizenblutung, erkennbar und behandelbar durch Spiegelungstechniken), rasche Zunahme des Bauchumfangs (durch Bauchwasser, Aszites), Abnahme der Leistungsfähigkeit des Gehirns (hepatische Enzephalopathie, erkennbar an einer dramatischen Abnahme der Rechenleistung: Test 100 - 7 =? weiter - 7 =? usw.).
Je nach Ursache der Leberzirrhose kommen weitere ursachenspezifische Symptome und Beschwerden hinzu (z. B. im Rahmen eines Diabetes mellitus, einer Hämochromatose oder eines Morbus Wilson, s. o.)
[bearbeiten] Wie man eine Leberzirrhose erkennt
- Vielfach lässt sich der Verdacht auf eine Leberzirrhose bereits durch eine klinische Untersuchung erheben. Der Arzt tastet nach der Leber, such Leberhautzeichen, Umwegskreisläufe auf der Bauchhaut und Zeichen für Bauchwasser.
- Genauere Hinweise erhält er durch eine Ultraschalluntersuchung, bei der er die Leber nach ihrer Form, Struktur und nach Umwegskreisläufen (Stau des Bluts im Pfortaderkreislauf) untersucht. Auch interessiert unbedingt, ob irgendwo eine Herdbildung in der Leber erkennbar ist, denn man weiß, dass die Leberzirrhose ein erhöhtes Risiko zum Leberkrebs birgt. Gelegentlich sind weitere bildgebende Verfahren erforderlich (wie CT oder MRT).
- Die Laborwerte sagen etwas über die Leistungsfähigkeit der Leber aus, ihre verschiedenen Funktionen zu erfüllen:
- Syntheseleistungsparameter (wie Albumin, den Quick-wert oder die Pseudocholinesterase im Blut).
- Parameter für die Gallebildung (wie Bilirubin und bestimmte Enzyme (alkalische Phosphatase, Gamma-GT) im Blut).
- Parameter für die Dichtigkeit und Unversehrtheit der Leberzellen: (z. B. Transaminasen GPT und GOT), sie sagen etwas über den vermutlich ablaufenden Entzündungsprozess, nicht aber über der Vernarbungsgrad aus.
- Zur Klärung eines Verdachts auf Leberkrebs wird das AFP (Alpha-Fetoprotein) bestimmt.
- Eine Gewebeprobe durch Leberpunktion ist nicht immer erforderlich. Sie wird dann empfohlen, wenn es wichtig ist, eine Diagnose ursächlich zu klären oder ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, was über andere Methoden nicht oder nicht genau genug zu erzielen ist.
[bearbeiten] Folgen und Komplikationen
Die Leberzirrhose kann lebensbedrohliche Komplikationen und Folgezustände zur Folge haben. Dazu gehören:
- Blutung aus Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizenblutung). Sie entstehen, weil sich das Blut vor der verhärteten Leber staut und nach Umwegen sucht. Dabei entwickeln sich Krampfadern an der Speiseröhre entlang, die lebensgefährlich bluten können.
- Bauchwassersucht (Aszites). Er entsteht, weil Flüssigkeit aus dem vor der Leber gestauten Blut der Pfortaderzuflüsse in die freie Leibeshöhle ausschwitzt. Aszites ist damit ein direktes Zeichen für einen Hochdruck im Pfortaderkreislauf durch Stau vor einer verhärteten Leber mit großem Gefäßwiderstand.
- Nierenversagen: es tritt ein, wenn durch den Stau des Bluts vor der Leber zu wenig Blut in den großen Blutkreislaug gelangt, der Blutdruck daher zu stark absinkt und die Nieren ihre Arbeit einstellen, um nicht noch mehr Flüssigkeit aus dem zentralen Kreislauf zu verlieren (und damit so der Blutdruck nicht noch weiter absinkt). Mehr dazu in den Fachinformationen: Hepatorenales Syndrom.
- Blutungsneigung durch Absinken der Gerinnungsfähigkeit des Bluts, da die Leber einige Gerinnungsfaktoren nicht genügend nachliefert. Die Leber ist nämlich der Bildungsort für wichtige Gerinnungsfaktoren des Bluts.
- Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, das Risiko ist erhöht, besonders bei einer zugrunde liegenden Hämochromatose, chronischen Hepatitis B oder Hepatitis C; alpha-Fetoprotein (AFP , Marker für den Leberkrebs) sollte daher bei diesen Ursachen regelmäßig überprüft werden. Weitere Komplikationen sind unter Leberzirrhose (Fachinformationen) aufgelistet.
[bearbeiten] Wie man behandeln kann
Die Behandlung richtet sich nach den Ursachen (z. B. Therapie einer Hämochromatose Therapie oder einer chronischen Hepatitis B oder chronischen Hepatitis C) und den Komplikationen (Ausschwemmung von Bauchwasser (Aszites), Verödung von Krampfadern der Speiseröhre, Vorbeugung eines leberbedingten Nierenversagens.
Besondere Therapieverfahren wie TIPS o.ä. werden in den Fachinformationen unter Leberzirrhose Therapie besprochen.
Was der Patient selbst beitragen kann und unbedingt auch sollte, sind:
- Vermeidung leberschädigender Substanzen wie Alkohol oder unnötiger Medikamente (der Arzt hat eine Auswahl zu treffen)
- bei Neigung zu Bauchwassersucht (Aszites): Beschränkung der Flüssigkeitszufuhr auf 1,2 bis 1,5 Liter / Tag (der Arzt muss das individuell festlegen) und salzarme Kost
- bei Blutungsgneigung aus Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizenblutung) Vermeidung von allen Anstrengungen mit Bauchpresse (erhöht den Druck in den Blutgefäßen der Speiseröhre, erhöhte Blutungsneigung)
- diätetische Maßnahmen: siehe unter Leberzirrhose Therapie und Ernährung bei Lebererkrankungen.
[bearbeiten] Was noch wichtig ist
- Leberkrebs - einfach erklärt
- Ernährung bei Leberzirrhose
- Leberzirrhose: Was der Arzt dazu fragt und welche Schlüsse er zieht
Neu für Patienten: Leberzirrhose-Forum
[bearbeiten] Medizinische Fachinformationen
- Hepatitis: medizinische Fachinformationen
- Leberzirrhose: medizinische Fachinformationen
- Alkoholische Fettleberhepatitis: medizinische Fachinformationen
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