Interessantes und Wichtiges aus der Medizin

Inhaltsverzeichnis

Neue Therapieoptionen bei Patienten mit Hepatitis C

Die Therapie der Hepatitis C wird durch neue Medikamente zunehmend effektiver. Der Polypmerasehemmer Sofosbuvir führt bei den HCV-Genotypen 2 und 3 in hohem Prozentsatz zu einem viralen Ansprechen, selbst wenn die Standardtherapie versagt. Das Ansprechen der Genotypen 1 und 4 auf die Standardtherapie wird durch Sofosbuvir auf etwa 90% erhöht. Dazu siehe hier. Das Antisense-Oligonukleotid Miravirsen führt zu einer dramatischen Reduktion der Hepatitis-C-Viren im Blut bis unter die Grenze der Nachweisbarkeit. Dazu siehe hier.



Sitzende Tätigkeiten sollten durch Aufstehen und Gehen unterbrochen werden

Körperliche Bewegung wirkt positiv auf Körper und Seele. Sie beugt Krankheiten vor und hilft bei ihrer Behandlung. Allerdings nützt ein abendlicher aktiver Ausgleich bei Menschen mit sitzender Tätigkeit weniger als häufigere Unterbrechungen des Sitzens durch Aufstehen und Herumlaufen. Dazu siehe hier.

Modafinil: ein neues Mittel gegen Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Bei einigen Erkrankungen, wie beispielsweise auch bei Krebserkrankungen oder der PBC, besteht eine ausgeprägte Abgeschlagenheit, die schwer therapierbar ist. Modafinil bietet in diesen Fällen eine neue Perspektive. Dazu siehe hier.

Stuhltransplantation hilft gegen Clostridien-Diarrhö

Antibiotika können zu Durchfällen führen, die auch nach Absetzen persistieren. Oft liegt die Ursache in einer Überwucherung der Darmflora mit Clostridium difficile. Endoskopisch erkennt man häufig dabei eine pseudomembranöse Kolitis. Die duodenale Infusion eines Stuhlaufgusses von einem gesunden Donor führt laut einer Studie zu raschem Sistieren der Diarrhö. Dazu siehe hier.

Folsäure-Supplementierung gegen Demenz

Folsäure ist ein wichtiges Vitamin, das über Getreide und Gemüse ausreichend zugeführt wird. Folsäuremangel kann bei Fehl- oder Mangelernährung dennoch vorkommen. Er ist beim Foeten mit der Entwicklung von Neuralrohrdefekten, wie der Spina bifida, und - wie kürzlich festgestellt - mit Autismus assoziiert. Bei älteren Menschen, die an einer milden cognitiven Beeinträchtigung leiden, kann die Supplementierung von Folsäure zusammen mit Vitamin B12 das Fortschreiten zur Demenz verlangsamen. Dazu siehe hier.



Reduktion des Fleischverzehrs dringend geboten

Exzessiver Fleischverzehr ist mit erheblichen Gesundheitsrisiken verschiedenster Art verbunden. Zudem ist die einheimische und die in die Dritte Welt ausgelagerte Viehzucht einer der größten Faktoren für Umweltschäden und Klimaerwärmung. Dies machen unisono jüngste wissenschaftliche Untersuchungen deutlich. Ein Übergang zu mehr pflanzlicher Kost ist aus gesundheitlichen wie aus ökologischen Gründen dringend anzuraten. Mehr dazu siehe hier.

Ein neues Therapieprinzip für die Reizblase

Die Reizblase ist ein häufiger Grund für gestörten Schlaf. Sie wird durch eine Überaktivität des Detrusormuskels erklärt. Bisher wurden hauptsächlich Anticholinergika zur Therapie eingesetzt. Mirabegron ist ein neues Therapieprinzip, das auf einer Stärkung des Sympathicuseinflusses beruht. Es wurde von der FDA in den USA zur Behandlung zugelassen. Mehr dazu siehe hier.

Melatonin schützt vor Brustkrebs bei Schichtarbeiterinnen

Schichtarbeiter haben einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus mit unterdrückter Melatonin-Produktion durch helles Arbeitslicht. Dies wird als Ursache für eine bei ihnen signifikant erhöhte Inzidenz an Mammakarzinomen angesehen. Dieser Zusammenhang lässt sich im Tierexperiment erhärten. Ein Zusatz von Melatonin zum Trinkwasser in zirkadianem Rhythmus verhinderte die Entstehung chemisch induzierter Mammatumore deutlich (siehe hier).

Moral hat biologische Grundlagen

Moralisches Empfinden ist im Gehirn lokalisierbar. Beteiligt sind nach fMRI-Untersuchungen (funktioneller Magnetresonanzbildgebung) temporoparietale und mediale präfrontale Regionen des Gehirns. Von Bedeutung ist bei der Lösung eines moralischen Dilemmas die emotionale Nähe des Entscheidungsträgers zu einer im Szenario vorkommenden Person, die seine Entscheidung beeinflusst (siehe hier).



Muttermilch schützt den Säugling vor Infektionen

Muttermilch enthält verschiedene Prinzipien gegen Infektionserreger. Schwer verdauliche Oligosaccharide, denen man früher keine Bedeutung beigemessen hatte, erweisen sich als ein wirksamer Schutz vor bakterieller Invasion der Darmschleimhaut des Säuglings (siehe hier).

Statine beugen Krebs vor

Statine, wie Simvastatin, senken nicht nur den Cholesterinspiegel im Blut, sondern beugen unerwarteterweise auch der Entwicklung einiger Tumore, wie dem Prostatakarzinom und dem Non-Hodgkin-Lymphom, vor. Siehe dazu hier.

Pestizide beeinträchtigen die Gehirnentwicklung

Der weltweite Einsatz von Pestiziden der neuen Gruppe der Neonikotinoide führt zu einer Reduktion von Schädlingen und auch von Nützlingen wie Bienenvölkern. In neugeborenen Ratten bewirken sie eine verzögerte Gehirnentwicklung. Dies wird als potentielle Gefahr auch für den Menschen angesehen. Siehe dazu hier.

Osteoklastenhemmer als neue Perspektive in der Osteoporosebehandlung

Die Therapie der Osteoporose steht vor einer Revolution: Verschiedene Hemmstoffe der Osteoklastendifferenzierung sind in Tierexperimenten und ersten Studien am Menschen erfolgreich. Siehe dazu hier.

Darmkrebs durch Viren?

Das Darmkrebsrisiko ist bei Menschen, die viel rotes Fleisch essen, erhöht, wofür Karzinogene, die während der Erhitzung entstehen, verantwortlich gemacht wurden. Eine neue Hypothese besagt, dass möglicherweise speziell mit Rindfleisch assoziierte Viren an der Entstehung von Darmkrebs beteiligt sind, die in nicht durcherhitztem Rindfleisch noch aktiv verbleiben und die Darmschleimhaut infizieren können. Daher cave: kein rohes oder nicht durcherhitztes Rindfleisch! Mehr dazu siehe hier.

Blutdrucksenkung durch renale Denervierung

Die Behandlung der Bluthochdrucks durch eine Kombination aus Änderung des Lebensstils und Medikamenten führt in einigen Fällen nicht zum gewünschten Ziel eines normalen Blutdrucks. Die neue Methode einer Radiofrequenzablation durch Kathetertechnik senkt den Blutdruck durch Unterbrechung der renalen Sympathicusversorgung um durchschnittlich 20-30 mm Hg. Mehr dazu siehe hier.

Kuhmilch als eine Ursache des Typ-1-Diabetes

Frühes Zufüttern von Kuhmilch kann zur Entwicklung eines Typ-1-Diabetes (Zuckerkrankheit der Jugendlichen) beitragen. Offenbar kommt es zur Förderung einer Autoimmunität gegen körpereigenes Insulin durch frühen Kontakt gegen das in der Kuhmilch in Spuren enthaltene Insulin. Besonders bei familiärer Belastung mit jugendlichem Diabetes, einer Allergie oder einer Autoimmunkrankheit sollte frühes Abstillen vermieden werden. Mehr dazu siehe hier.

Magenballon zur Gewichtsreduktion bei Adipositas

Der Magenballon als Therapie bei Adipositas garantiert eine anhaltende Gewichtsabnahme nicht! Er gehört in ein Gesamtkonzept mit Einbindung in ein Ernährungsprogramm und eine begleitende psychologische Betreuung, die Aufklärung über eine eventuell notwendige gewichtsreduzierenden Magenoperation und eine regelmäßige ärztliche Kontrolle. Mehr dazu siehe hier.

Neue Therapie für die Leberfibrose / Leberzirrhose in Sicht?

Mesenchymale Stammzellen aus dem Knochenmark, die sich in vitro in Hepatozyten differenzieren lassen, schützen im Tierversuch an Ratten vor einer Leberfibrose durch Tetrachlorkohlenstoff. Dies eröffnet möglicherweise eine Therapie für Menschen mit hohem Risiko für eine Leberzirrhose. Mehr dazu siehe hier.

Übergewicht spricht nicht gegen Coeliakie (Sprue)

Früher war eine unerklärte Gewichtsabnahme das erste Zeichen einer Sprue. Heute wird die Krankheit bereits bei Patienten, die noch nicht an Gewicht abgenommen haben, diagnostiziert, so auch bei Übergewichtigen. Meist ist eine unerklärte Eisenmangelanämie das erste Symptom: bei Ausschluss einer Blutungsquelle sollte die Sprue in Betracht gezogen werden! Mehr dazu siehe hier.

Mäßiger Alkoholgenuss erhöht die Knochenfestigkeit

Es besteht eine positive Assoziation von mäßigem Alkoholgenuss und Knochenfestigkeit, insbesondere bei postmenopausalen Frauen. Dennoch sollte man seine individuelle Osteoporoseprophylaxe nicht durch Alkoholkonsum gewährleisten, wie ein wissenschaftlicher Kommentator meint. Mehr zum Alkoholgenuss siehe hier.

Osteoporoserisiko bei Diabetes erhöht

Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für eine Osteoporose und Knochenbrüche; dies gilt für den [[Typ-1-Diabetes] etwas mehr als für den Typ-2-Diabetes. Glitazone verstärken es, so dass sie vermieden werden sollten, wenn eine Knochendichtemessung eine erhöhte Frakturgefahr voraussagt. Mehr zu den Diabetes-Komplikationen siehe hier.

Würmer wirksam gegen Multiple Sklerose

Offenbar beeinflussen Würmer des Magendarmtrakts das Immunsystem und den Verlauf von Autoimmunkrankheiten. Der Verlauf der häufig rezidivierenden Multiplen Sklerose (MS) wird durch sie deutlich gemildert, wie MRT-Untersuchungen des Gehirns zeigen. Mehr dazu siehe hier.

Die Psyche beeinflusst das Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom wird durch viele Faktoren bestimmt: Infektionen des Darms, die Permeabilität der Darmwand, die Darmmotilität, die Darmbakterien. Es wurde die Bedeutung der Gehirn-Darm-Achse (brain-gut axis) erkannt. Eine Gesamtschau betont heute psychosoziale Faktoren, die bei der Entwicklung und Erhaltung des Reizdarmsyndroms eine Rolle spielen. Mehr dazu siehe hier.

TAK-875: ein neues Therapieprinzip für den Diabetes

TAK-875 bindet an den Rezeptor für freie Fettsäuren der Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse und stimuliert die Insulinsekretion. Es verbessert nach den Ergebnissen eine Phase-2-Studie die Blutzuckerkontrolle von Typ-2-Diabetikern nach Mahlzeiten ebenso wie Glimepirid; das Hypoglykämierisiko scheint vernachlässigbar zu sein. Mehr dazu siehe hier.

Verweise







Nach Oben

Diese Seite wurde zuletzt am 19. Mai 2013 um 16:42 Uhr geändert.