Definition
Vaccination, Maßnahme zur Erhöhung eines spezifischen immunologischen Schutzes gegen einen Infektionserreger durch Anregung des körpereigenen Immunsystems (aktive Immunisierung) oder durch Zufuhr eines Hyperimmunserums, das bereits Antikörper in hoher Konzentration enthält (passive Immunisierung).
Aktive Immunisierung
Eine aktive Immunisierung kann mit Lebend- oder Totimpfstoffen erfolgen. Lebendimpfstoffe werden bei folgenden Impfungen verwendet:
- BCG (gegen Tuberkulose)
- Polio oral (gegen Kinderlähmung)
- Typhus oral
- Tripelimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln
- Varizellen (gegen Windpocken, zur Zoster-Prophylaxe)
- Gelbfieber
Unter Immunsuppression, so auch unter medikamentöser Therapie mit Azathioprin oder einem Anti-TNF-alpha-Antikörper wie Infliximab oder Adalimumab, sind Impfungen mit Lebendimpfstoffen kontraindiziert.
Totimpfstoffe werden bei folgenden Impfungen verwendet:
- Influenza (gegen Grippe)
- Hämophilus influenca
- Meningokokken
- Diphtherie
- Hepatitis A
- Hepatitis B
- Polio
- Tetanus
- Pertussis (gegen Keuchhusten)
- HPV (humanes Papilloma Virus) Typen 16 und 18 (gegen Zervixkarzinom), Typen 6 und 11 (gegen Feigwarzen im Anogenitalbereich)
Impfungen mit einem Totimpfstoff unter Immunsuppression haben eine verminderte Immunreaktion zur Folge und sind nur fraglich erfolgreich.
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Passive Immunisierung
Applikation von Hyperimmunserum, beispielsweise direkt nach Kontakt (z. B. durch Nadelstichverletzung) mit infektiösem oder nicht ausschließbar infektiösem Blut (z. B. eines Hepatitis-B-Infizierten). Das Hyperimmunserum enthält Antikörper gegen das Antigen (z. B. das Hepatitis B Virus) in hoher Konzentration und kann es bekämpfen. Die Maßnahme überbrückt eine Lücke im Immunitätsschutz des Körpers bis eine meist gleichzeitig durchgeführte aktive Impfung zur körpereigenen Immunantwort führt.




