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Herzrhythmusstörung

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-> Siehe auch: Koronare Herzkrankheit

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Ätiopathogenese

Eine Herzrhythmusstörung kommt zustande bei einer erhöhten oder erniedrigten Erregbarkeit im Sinusknoten, in den Vorhöfen, im Reizleitungssystem oder in den Kammern.

Ursachen: Ischämie, Entzündung (Myokarditis), Kardiomyopathie, Herzinfarkt, Herztrauma, Infiltrationen (Tumore), Klappenerkrankungen, Präexzitationssyndrome (WPW-Syndrom, LGL-Syndrom), Stoffwechselentgleisungen (Azidose, Hypoglykämie), Anämie, Elektrolytstörung (z.B. Hypokaliämie), Hyperthyreose, toxische Prinzipien (Infektionen, Alkohol), Medikamente (u. a. auch Digitalis und Antiarrhythmika!).

[bearbeiten] Formen

(Auswahl)

[bearbeiten] Ventrikuläre Extrasystolen

Ventrikuläre Extrasystolen entspringen im Reizleitungssystem unterhalb des av-Knotens oder in einem oder verschiedenen Zentren im Kammermyokard. Sie unterscheiden sich von supraventrikulären Extrasytolen im EKG durch einen breiten Kammerkomplex und eine kompensatorische Pause. Wenn sie salvenartig auftreten, können sie kreislaufwirksam und quo ad vitam gefährlich werden. Bei Jugendlichen mit normaler Herzfunktion können monomorphe ventrikuläre Extrasystolen harmlos sein. Bei häufig einfallenden oder polymorphen Extrasystolen oder bei ventrikulären Salven muss unter Umständen therapiert werden.

[bearbeiten] Absolute Arrhythmie

Die absolute Arrhythmie kommt bei Vorhofflimmern oder -flattern mit unregelmäßiger Überleitung der Erregung in die Kammern zustande. Tachykarde Phasen oder bradykarde Phasen können kreislaufwirksam werden und zur Linksherzinsuffizienz und zu synkopalen Anfällen führen. Bei der absoluten Arrhythmie treten gehäuft thrombembolische Ereignisse (u.a. Schlaganfall) auf, so dass meist eine Antikoagulation angeraten werden muss (Coumarin-Präparate).

[bearbeiten] Morgagni-Adams-Stokes-Anfall

Dies ist eine kardial bedingte kurze Bewusstlosigkeit. Als Ursachen kommen in Frage: extreme Bradykardie, av-Block 3. Grades, lange VES-Salve, Episode von Kammerflattern/flimmern. Eine Abklärung ist unbedingt notwendig!

[bearbeiten] Klinik

Herzstolpern, Palpitationen, Schwindel, Zeichen einer Herzinsuffizienz, Angina pectoris, symptomatische zerebrale Minderdurchblutung (TIA, PRIND). Bei einer absoluten Arrhythmie bei Vorhofflimmern können Thromben im linken Vorhof entstehen, die zu zerebralen Embolien mit der Folge eines Schlaganfalls führen können.

[bearbeiten] Diagnostik

Die Diagnostik beginnt mit der Anamnese (Herzstolpern) und der klinischen Untersuchung (Puls und auskultatorische Herzaktion unregelmäßig). Die Rhythmusstörung wird durch EKG und Langzeit-EKG spezifiziert (ventrikuläre und/oder supraventrikuläre Extrasystolen, absolute Arrhythmie, tachykarde oder bradykarde Phasen). Bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) oder Myokardiopathie als Ursache kann eine invasive Herzuntersuchung (Koronarangiographie, ggf. Myokardbiopsie) indiziert sein. Zudem muss eine extrakardiale Ursachendiagnostik (u. a. BZ-Stoffwechsel, Elektrolyte, TSH, Blutgasanalyse, Säure-Basen-Haushalt, ggf. Virusserologie) durchgeführt werden.

[bearbeiten] Therapie

Allgemeine Therapie: Absetzen, Behandlung oder Vermeidung arrhythmogener Prinzipien (z. B. Alkohol, Medikamente, Infektionen, Schilddrüsenüberfunktion, koronare Minderdurchblutung).

Therapie je nach Ursache: Antiarrhythmika, Kardioversion, Schrittmacher, perkutane Katheterablation.

  • bei bradykarder Rhythmusstörung Weglassen von Bradykardie-auslösenden Medikamenten (Digitalispräparate, Betablocker, Verapamil), ggf. Schrittmacherimplantation,

Cave: Antiarrhythmika können selbst eine proarrhythmogene Wirkung entfalten.

[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Patienteninfos




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  Diese Seite wurde zuletzt am 21. Februar 2010 um 17:17 Uhr geändert.  


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