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Herzinfarkt - einfach erklärt

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[bearbeiten] Was ein Herzinfarkt ist

Ein Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der Bezirke der Herzmuskulatur keine Durchblutung mehr erhalten. Ursache ist der plötzliche Verschluss eines Blutgefäßes, das die Muskulatur versorgt. Solch ein Verschluss kann große Herzkranzarterien oder Verzweigungen von ihnen betreffen.

Beim Verschluss eines größeren Gefäßes fallen akut große Muskelanteile aus und das Herz wird dramatisch geschwächt. Beim Verschluss eines nur sehr kleinen Nebenastes braucht der Infarkt gar nicht bemerkt zu werden (stummer Herzinfarkt) oder er bewirkt zwar plötzliche Schmerzen jedoch keine entscheidende Kraftminderung. Große Infarkte umfassen die gesamte Muskelwandschicht (sie sind transmural) und machen sich in der Regel im EKG bemerkbar (ST-Hebungsinfarkt, STEMI). Kleine Infarkte können nur Teile der Wandschicht umfassen (sie sind nicht transmural) und brauchen im EKG nicht erkennbar zu sein (Nicht-ST-Hebungsinfarkt, NSTEMI).

Herzinfarkte betreffen ganz überwiegend den linken Herzteil (das linke Herz), der die meiste Arbeit verrichtet und am meisten Blut benötigt. Je nach Lokalisation spricht man beispielsweise von einem Hinterwandinfarkt, Vorderwandinfarkt oder anteroseptalem Infarkt. Selten gibt es auch Rechtsherzinfarkte.

Allgemeines zum Herzen siehe unter Das Herz.

[bearbeiten] Wer infarktgefährdet ist

Menschen, die ein deutlich erhöhtes Risiko besitzen, einen Herzinfarkt zu erleiden, haben meist folgende Vorbedingungen:

Diese Faktoren führen zur Verengung und Verkalkung der Herzkranzgefäße (Koronarsklerose). Wer mehrere dieser Vorbedingungen aufweist, ist stark gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden und sollte sich unbedingt hinsichtlich Vorbeugemaßnahmen individuell beraten lassen. Körperlicher oder psychischer Stress kann ein Auslöser für den Herzinfarkt sein.

[bearbeiten] Wie man einen Herzinfarkt erkennt

Wer verengte Herzkranzarterien hat, leidet in der Regel bei Belastungen unter Herzengegefühl (Angina pectoris). Eine Angina pectoris kann heftige Beschwerden auslösen, lässt aber meist innerhalb von 15-30 Minuten wieder nach. Der Infarktschmerz bleibt dagegen länger bestehen. Wenn zudem ein Kollaps, Rhythmusstörungen und Kaltschweißigkeit eintreten, muss immer an einen Infarkt gedacht werden. Der Nachweis wird vom Arzt über das EKG, die Infarktmarker CK (Kreatinkinase) und Troponin und die Herzkatheteruntersuchung geführt.

[bearbeiten] Was die akute Gefahr beim Herzinfarkt ist

Jeder Herzinfarkt, ob er ausgedehnt oder klein ist, kann Herzrhythmusstörungen auslösen. Sie reichen von harmlosen Herzaussetzern, Extraschlägen (Extrasystolen) bis hin zur neu aufgetretenen völligen Unregelmäßigkeit des Herzschlags (absolute Arrhythmie) und Kammerflimmern. Kammerflimmern ist mit dem Leben nicht vereinbar. Wenn es nicht spontan zum Stehen kommt, bedeutet es den Tod.

Große Herzinfarkte, die alle die gesamte Wand betreffen, können zu einer akuten Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen, bei der sich Blut in der Lunge staut und im großen Kreislauf fehlt. Dadurch kommt es einerseits zu massiver Atemnot, andererseits zu einer Unfähigkeit, den Blutdruck ausreichend aufrecht zu erhalten, also zu niedrigem Blutdruck (Hypotonie).

Wenn viel Muskulatur zugrunde geht, kann es zu Einrissen im Herzmuskel kommen, dadurch können Herzklappen plötzlich undicht werden (z. B beim Abriss eines Papillarmuskels) oder der Herzbeutel einbluten und dem Herzen keinen Raum für seine Pumpfunktion mehr lassen (Herzbeuteltamponade).

Da sehr viele Patienten durch solche Komplikationen bereits in den ersten Minuten sterben, gehört jeder Herzinfarktpatient sofort in ein Krankenhaus, das kardiologische und überwachungstechnische Möglichkeiten besitzt.



[bearbeiten] Welche Langzeitfolgen ein Herzinfarkt hat

Kleine Infarkte heilen narbig aus und brauchen keine nachteiligen Folgen für die Herzleistung zu haben. Bei großen Infarkten kann der Muskel so geschwächt sein, dass eine Leistungsschwäche bestehen bleibt (Herzinsuffizienz). Auch können Herzrhythmusstörungen bleiben. Große Narben entstehen und sind ein Risiko für die Bildung von Blutgerinnsel. Wenn sich eine schwerwiegende Rhythmusstörung und ein hohes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erkennbar wird, muss eine medikamentöse Herabsetzung der Gerinnungsfähigkeit des Bluts (Antikoagulation) in Auge gefasst werden (z. B. mit Marcumar oder Falithrom). Denn Gerinnsel aus dem Herzen können mit dem Blut in den Körper geschwemmt werden und dort als Embolien zu akuten Durchblutungsstörungen führen, so beispielsweise zu einem Schlaganfall.

[bearbeiten] Wie man einen Herzinfarkt behandelt

Das wichtigste ist der sofortige Transport in eine Klinik mit kardiologischen Möglichkeiten. Dort wird in der Regel eine Katheteruntersuchung der Herzkranzarterien (Koronarangiographie) durchgeführt mit der Möglichkeit einen Verschluss eines Gefäßes zu öffnen und durch einen Stent zu sichern. Um zu verhindern, das sich solch ein Röhrchen (Stent) durch Blutgerinnsel (Koagel) wieder verschließt, werden häufig „Drug-eluting-Stents“ gewählt, die dies verhindern sollen. Außerdem wird eine medikamentöse Gerinnungshemmung (meist ASS und Clopidogrel) begonnen.

Zur Behandlung gehören eine Kreislaufstabilisierung durch medikamentöse Rhythmuskontrolle und ein Schutz des Herzens vor Stress. Auch müssen die Gegenregulationen des Körpers zur Steigerung des Blutdrucks unterbunden werden, wenn das Herz diesen Anforderungen nicht gerecht werden kann (siehe unter Herzinsuffizienz).

Bis das Herz nach einem akuten Herzinfarkt auf stabilem Niveau arbeitet, das erlaubt die Leistungsfähigkeit für die Zukunft abzuschätzen, dauert es einige Wochen. In dieser Zeit sollten Rehabilitationsmaßnahmen dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit unter Kontrolle aufzubauen und eine Änderung der Lebensführung je nach individueller Situation einzuüben. Dazu gehört auch eine Ernährungsberatung und eine Anleitung in Stressbewältigung. Blutdruck und Blutfette müssen unter Umständen medikamentös eingestellt werden.

[bearbeiten] Was man selbst zur Behandlung beitragen kann

Dies sind vor allem

  • fettarme Kost mit omega-3-ungesättigten Fettsäuren
  • kleine verteilte Mahlzeiten, kalorienadaptiert (bei Übergewicht Kalorienreduktion, siehe Ernährung bei Adipositas)
  • Rauchen einstellen
  • körperliche Bewegung (z. B. mindestens täglich ½ h forsches Gehen, Fahrradfahren, Schwimmen – Beratung durch den Arzt)
  • Übung in Stressbewältigung

[bearbeiten] Was noch von Interesse ist





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  Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2009 um 13:54 Uhr geändert.  


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