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Hepatitis D

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Synonym

Delta-Hepatitis

[bearbeiten] Definition

Durch HDV (RNA-Virus) hervorgerufene Hepatitis, die akut, fulminant oder chronisch verlaufen kann, und immer als Superinfektion bei einer Hepatitis-B-Infektion auftritt.

[bearbeiten] Allgemein

HDV ist ein defektes RNA-Virus, welches nicht seine Hülle kodiert und HBsAg    als Hülle benutzt. Daher ist es auch hepatotrop. Die HDV-Replikation ist jedoch völlig unabhängig von HBV   -Replikation. Wenn eine HBV   - und HDV-Koinfektion stattfindet, ist die Hepatitis meist - wie bei der HBV   -Infektion - akut und limitiert. Wenn das HDV-Virus auf einen chronischen HBsAg   -Träger trifft (HBV   -DNA    positiv oder negativ), resultiert in 70-90% eine chronische HDV-Hepatitis der Fälle.

Das Genom produziert das Delta-Antigen, ein Polypeptid, das RNA bindet und im Kern des Wirts akkumuliert. Sein Nachweis im Kern oder im Serum ist diagnoseweisend.

Das Virus ist direkt zytopathogen.

In 70% chronische Entwicklung der Hepatitis zur nur langsam fortschreitenden Zirrhose, 15% rasche Zirrhoseentwicklung, 15% spontane Remission

Eine HBV   /HDV-Doppelinfektion bei HIV   -Infizierten führt zu einer schwereren Verlaufsform der Hepatitis als bei HIV   -Seronegativen.

Eine HDV-Infektion supprimiert die HBV   -Replikation. Daher kann die HBsAg   -Expression bei Superinfektion vorübergehend unter der Nachweisbarkeitsgrenze liegen.

[bearbeiten] Verlauf

  • Koinfektion mit HBV   : hohe Ausheilungsrate (ca. 95%), relativ selten Chronifizierung (ca. 5%).
  • Superinfektion mit HBV   : geringe Ausheilungsrate (ca. 5%), hohe Chronifizierungsrate (ca. 95%). Bei Superinfektion kann HBsAg    vorübergehend nicht nachweisbar sein; bei primärer Koinfektion ist HBsAg    immer nachweisbar.

Bei akuter Phase jeweils 10-20% fulminante Verläufe

[bearbeiten] Klinik

Keine spezifischen Symptome. An Hepatitis D muß gedacht werden bei HBsAg   -Peristenz und Verschlechterung der Hepatitis.

[bearbeiten] Diagnostik

An eine HDV-Infektion sollte man denken 1. bei besonders schwerem Verlauf, 2. bei biphasischem Verlauf einer Hepatitis B.

[bearbeiten] Serologie

Niedrige Titer an IgM   , später auch IgG    gegen das Delta-Antigen (Anti-HDV) sind während der akuten Krankheitsphase nachweisbar und verschwinden nach ca. 1/2 Jahr, so daß eine durchgemachte Infektion nicht erkennbar ist.

Der Nachweis von Delta-Antigen im Serum durch RIA ist unzuverlässig (2-80% positiv).

Chronisch HDV-Infizierte haben meist hohe Titer von Anti-HDV (sowohl IgM    als auch IgG   ).

[bearbeiten] Histologie

Die Erkrankung kann im Lebergewebe durch Nachweis von HDV durch Immunfluoreszenz diagnostiziert werden.

Immunfluoreszenznachweis von Delta-Antigen besonders in den Kernen möglich. Oft findet sich eine azidophile Degeneration der Hepatozyten, die nicht von entzündlichen Infiltraten umgeben sind. Dies gilt als Hinweis auf eine direkt zytopathogene Wirkung des HDV (ähnlich der C-Hepatitis, jedoch anders als bei der HBV   -Infektion!).

[bearbeiten] Therapie

alpha-Interferon hat einen direkten Einfluß auf die Virusreplikation und damit auf den zytopathogenen Effekt des HDV. Zudem verbessert es die Grundbedingung der HBV   -Infektion (wenn nicht ein HBsAg   -Carrierstatus vorliegt).




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  Diese Seite wurde zuletzt am 10. Oktober 2006 um 20:35 Uhr geändert.  


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