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Hepatitis B Diagnostik

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Der Nachweis einer aktuellen oder durchgemachten Hepatitis B wird durch den Nachweis von Virusbestandteilen (PCR   ) und der Wirtsreaktion (Bildung von Antikörpern) geführt.

Virusbestandteile sind:

  • HBsAg    (Hepatitis B-Surface-Antigen, Oberflächenantigen des HBV   , macht 90% der Virushülle aus),
  • HBeAg    (Hepatitis-B-e-Antigen, Protein, Genprodukt eines precore-/core-Gens),
  • HBcAg    (Hepatitis-B-core-Antigen).

[bearbeiten] PCR   

Die PCR    (Polymerasekettenreaktion) ist die empfindlichste Methode, HBV   -DNA    zu entdecken und gleichzeitig die Zahl der Kopien (Viruspartikel) zu bestimmen. Es gibt verschieden empfindliche Bestimmungs-Kits (z. B. Untergrenze bei 250 oder bei nur 50 Kopien pro Milliliter). Das Testergebnis wird in IU sowie Kopien / ml angegeben (Umrechnung: 5,8 Kopien/ml entsprechen 1 IU).

Die PCR    zum Virusnachweis kann auch auf einem histologischen Schnitt durchgeführt werden.

[bearbeiten] Korrelation von HBV   -DNA    und Hepatitis-Aktivität

Niedrige HBV   -DNA    (unter 10000 Kopien/ml = unter 2000 IU/ml) ist mit einem höheren Prozentsatz an normaler GPT korreliert (ca. 70%) als hohe HBV   -DNA    (> 1 Mio Kopien/ml) (immerhin an die 40%; inaktiver Virus-Trägerstatus mit in der Regel normaler Leberhistologie); das histologische Fibrosestadium und die histologische Entzündungsaktivität dagegen korrelierten nicht mit der HBV   -DNA    [1]. Bei höherer Virusreplikation, die über 6 Monate nach einer frischen Infektion andauert, besteht eine chronischen Hepatitis.

[bearbeiten] Bedeutung der serologischen Marker

Wirtsreaktionen werden durch Antikörper gegen Virusbestandteile angezeigt. Dies sind Anti-HBe, Anti-HBc, Anti-HBs. Als Übersichtsuntersuchung auf eine aktuelle Hepatitis-B-Infektion werden HbsAg und Anti-HBc benutzt. Falls diese negativ sind, liegt in der Regel keine HBV   -Infektion vor. Im Zweifelsfall (z. B. im "diagnostischen Fenster" bei frischer Infektion) sollte eine PCR    durchgeführt werden.

HBsAg    ist der wichtigste Parameter für den Nachweis einer B-Infektiosität. In über 90% wird es innerhalb von 6 Monaten nach einer frischen HBV   -Infektion negativ. Persistiert es, so kann eine chronische Hepatitis vorliegen (meist der Fall) oder ein inaktiver HBV   -Trägerstatus (eher selten der Fall).

Anti-HBc ist der wichtigste Parameter für eine aktive oder abgelaufene HBV   -Infektion, da die Positivität in der aktiven Entzündungsphase beginnt und dauerhaft bleibt. Ist Anti-HBc alleine nachweisbar (keine sonstigen Marker) und ist die Person gesund, dann liegt entweder ein falsch positiver Test vor oder ein Zustand nach durchgemachter Hepatitis B mit niedrigtitrigem Anti-HBs.

Anti-HBs zeigt, ob eine Hepatitis B durchgemacht worden ist. Wenn Anti-HBs positiv ist aber Anti-HBc negativ, dann ist der Titer durch Impfung zustande gekommen.

In sehr seltenen Fällen kann aber auch eine HBV   -Infektion vorliegen bei :

  • Mutation im core-Gen
  • selektivem Immundefekt
  • starkem Überschuß an HBcAg    und dadurch bedingter Immunkomplexbildung mit Anti-HBc

Anti-HBs bedeutet Immunität.

HBeAg    ist nur während der aktiven Replikationsphase des B-Virus nachweisbar. In 10% kommt es allerdings zur Mutation (precore-Mutation), die zum Verschwinden von HBeAg    (und Auftreten von Anti-HBe) führt und nicht eine HBV   -Elimination anzeigt.

Anti-HBe ist interessant als Zeichen der Ausheilung der akuten Hepatitis B, es sei denn dass eine Precore-Mutation vorliegt. Wenn Anti-HBe nicht innerhalb von 6 Monaten erscheint, ist die Wahrscheinlichkeit für einen chronischen Verlauf groß!



[bearbeiten] Serologische Befundkonstellation

HBs-Ag Anti-HBc Anti-HBs Deutung
+ + - Aktive HBV   -Infektion
- + + HBV   -Infektion durchgemacht
- - + Zustand nach Impfung
- + - Kontakt mit HBV    hat kürzlich stattgefunden (Fenster: Anti-HBs ist noch nicht nachweisbar); selten: Spätphase der Ausheilung: HBV   -DNA    sollte bestimmt werden.
- - - kein Kontakt mit HBV   , Impfung zu empfehlen

[bearbeiten] Differentialdiagnose

Etwa 5% der Patienten mit chronischer HBV   -Infektion besitzen kein HBeAg   . Sie machen einen schneller fortschreitenden, schwereren Verlauf durch. Grund für das Fehlen ist eine Mutation in der precore-Region (Precore-Mutante). Dadurch ist ein neues stop-Kodon entstanden, das vorzeitig die Translation beendet. Diese Mutation nützt dem Virus nicht, da der Wirt schneller stirbt; die Hepatitisv verläuft oft chronisch progredient mit Schüben. Andere Mutationen im HBV   -Genom treten relativ häufig auf, wodurch das Virus der Immunantwort des Wirts entkommen kann. Solche Mutationen haben einen Vorteil für das Virus. Eine HBeAg   -Persistenz über 6 Monate hinaus zeigt ebenfalls Chronizität an.

Hohe und frühe Titer an Anti-HBc sagen häufig eine chronische Entwicklung der HBV   -Infektion voraus (s.u.).

HBsAg   -Persistenz über 6 Monate hinaus zeigt Chronizität an.

[bearbeiten] Erklärungen, Besonderheiten

[bearbeiten] HBV   

Dane-Partikel, DNA   -Virus. Es gehört zu den Hepadnaviren und ist aufgebaut aus einer Hülle mit HBsAg    und einem Kern mit DNA    und HbcAg.

[bearbeiten] HBsAg   

22 nm großes Partikel ohne DNA   , leere Hüllen. Diese Partikel haben für das Virus den Vorteil, Anti-HBs abzufangen und damit dem Virus mehr Überlebenschance zu ermöglichen. Sie sind die ersten Marker einer HBV   -Infektion.

[bearbeiten] HBcAg   

Das Hepatitis-core-Antigen findet sich nur in der Leber (bzw. anderen infizierten Organen), nicht im Blut.

[bearbeiten] HBeAg   

HBeAg    ist ein niedermolekulares lösliches Protein und wird während der Virusreplikationsphase in das Blut abgegeben. Es ist das Genprodukt des Nukleokapsid-precore/core-Gens (C), wenn die Translation vom ersten AUG-Kodon beginnt. Es kann die Plazenta passieren. Wenn die Translation vom zweiten AUG-Kodon beginnt, wird das HBcAg    produziert (Nukleokapsid-Protein). Dieses Protein kann im Gegensatz zum HBeAg    nicht sezerniert werden (wohl wegen des Fehlens der precore-Sequenz). Es legt sich um den HBV   -RNA-Komplex und formt damit das Nukleokapsid. Der mögliche Effekt des precore-kodierten löslichen sezernierbaren HBeAg   , auf das das HBV    selbst verzichten kann, ist die Balance zwischen HBV    und Wirt günstig für das Virus zu verändert. Zur gleichen Zeit wie HBeAg    sind auch HBV   -DNA   -Polymeraseaktivität und Dane-Partikel im Blut nachweisbar.



[bearbeiten] Anti-HBc

Anti-HBc ist der erste wirtsinduzierte Marker einer HBV   -Infektion. Er ist ein nicht neutralisierender AK (IgM   , später IgG   ). Hohe Titer von Anti-HBc in Abwesenheit von HBsAg    und Anti-HBs sind Zeichen einer kontinuierlichen HBV   -Replikation und infektiöser HBV   -Partikel im Serum. Anti-HBc und Anti-HBe blockieren nämlich den zytotoxischen Angriff von T-Lymphozyten auf infizierte Hepatozyten und führen damit zu verlängerter Persistenz HBV   -produzierender Zellen (Analogie zu der chronischen Infektion des ZNS durch peri-/pränatal erworbene Masern). Zu frühes Auftreten von Anti-HBc ist ungünstig und häufig mit der Entwicklung einer Chronizität assoziiert.

[bearbeiten] Anti-HBe

Dies ist ein nicht neutralisierender AK. Das Auftreten von Anti-HBe und der Verlust von HBeAg    bedeuten meist (nicht immer) Beherrschung und Überwindung der HBV   -Infektion und der Hepatitis. Anti-HBe geht mit der Zeit verloren und zeigt (anders als Anti-HBc) dann nicht mehr eine durchgemachte Hepatitis an.

[bearbeiten] Anti-HBs

Ist ein neutralisierender, protektiver AK, der als letzter erscheint und Rekonvaleszenz anzeigt.

[bearbeiten] Besonderheiten bei Neugeborenen

Besonderheiten der Wirtsreaktion finden sich in der Neugeborenenperiode (siehe Hepatitis-B-Chronizität bei Neugeborenen)


[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Fachinfos

-> Hepatitis B Hauptblatt mit Klinik, Verlauf, Therapie
-> Hepatitis B Impfung
-> Vorbeugende Maßnahmen
-> Chronische Hepatitis B
-> Leberzirrhose
-> Hepatozelluläres Karzinom

[bearbeiten] Patienteninfos

[bearbeiten] Literatur

  1. Med Klin 2007; 102: 351-7)











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  Diese Seite wurde zuletzt am 29. Dezember 2009 um 20:22 Uhr geändert.  


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