Hepatitis A

eDOC Gelbsucht

Durch ein Picornavirus (RNA-Virus) hervorgerufene akute Hepatitis ohne Übergang in einen chronischen Verlauf mit fäkal-oralem Übertragungsweg.


Inhaltsverzeichnis

Epidemiologie

Übertragung fäkal-oral, Schmierinfektion, kontaminierte Lebensmittel (z.B. Austern), besonders bei Reisen in Länder mit niedrigem hygienischen Standard). Während der Schwangerschaft besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko für das Kind, da die Antikörper die Plazenta passieren.

Klinik

Nach einer Inkubationszeit von 2-4 Wochen zunächst Prodromi wie Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gliederschmerzen, Oberbauchbeschwerden. Akuter Beginn mit Ikterus (auch anikterischer Beginn möglich); Leber palpatorisch vergrößert, druckschmerzhaft, unterer Rand abgerundet. Meist klingen die Symptome innerhalb weniger Wochen spontan und vollständig ab; bei Kindern meist symptomloser Verlauf. Die Erkrankung wird nie chronisch und geht nie in eine Leberzirrhose oder in ein hepatozelluläres Karzinom über. Ein asymptomatischer Trägerstatus ist nicht bekannt.

Besondere Verlaufsformen

  • protrahiert oder rezidivierend: führt meist zur Ausheilung
  • primär cholestatisch: mäßig erhöhte Transaminasen, extrahepatische Manifestationen (Arthritis, Vaskulitis, Kryoglobulinämie)
  • fulminant: sehr selten, vor allem bei Drogenabhängigen und älteren Patienten; Überlebensrate ca. 60%

Seltene Komplikationen:

Hämolyse, akalkulöse Cholezystitis, Nierenversagen, prolongierte Cholestase[1]

Diagnostik

Labor

Transaminasen stark erhöht (GOT/GPT <0,7), Bilirubin i.S. erhöht, Eisen i.S. erhöht

Serologie und Virologie

  • Anti-HAV-IgM positiv (beweisend). Sie steigen mit Beginn der Erkrankung an und verschwinden nach ca. 4 Wochen wieder. Sie zeigen eine frische oder frisch durchgemachte Infektion an. Ist Anti-HAV-IgM negativ, besteht keine HAV-Infektion. Ein weiteres Ausschlusskriterium ist in aller Regel nicht nötig.
  • Anti-HAV-IgG steigen mit Beginn der Erkrankung an und bleiben lebenslang erhalten. Ein erhöhter IgG-Titer besagt, daß eine HAV-Infektion früher durchgemacht worden sein muß und jetzt Immunität vorliegt. Er zeigt damit auch an, daß die vorliegende Erkrankung nicht durch HAV hervorgerufen sein kann. Er hat sonst keine diagnostische Bedeutung, braucht also beim Verdacht auf eine frische HAV-Infektion nicht zusätzlich bestimmt zu werden.
  • HAVAg ist ca. 2 Wochen vor und nach Beginn der Erkrankung im Stuhl nachweisbar.

Differentialdiagnosen

Andere Hepatitiden

Therapie

Sie ist rein symptomatisch. Es ist keine Hospitalisation, keine Bettruhe und keine Isolierung erforderlich (auf gute Hygiene achten).

Weitere Maßnahmen sind eine eiweißarme Diät, bei primär cholestatischem Verlauf evtl. 30 mg Prednisolon/Tag über 3 Wochen ausschleichend (sehr selten zu erwägen), bei fulminantem Verlauf intensivmedizinische Überwachung

In seltenen Fällen bei fulminantem Verlauf Lebertransplantation.

Impfung

Vor einer Reise in ein Endemiegebiet sollte gegen Hepatitis A aktiv geimpft werden.

Bei Infektion eines Patienten mit Hepatitis A nützt die sofortige aktive Impfung der Familienmitglieder.

Verweise

Literatur

  1. Ann Intern Med 1998; 128: 111-114





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Diese Seite wurde zuletzt am 19. März 2012 um 21:21 Uhr geändert.


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