HCV-HIV-Koinfektion
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[bearbeiten] Häufigkeit der Koinfektion
Bei etwa 1/3 aller HIV -infizierten Patienten findet sich eine HCV -HIV -Koinfektion. Bei ihnen verläuft die Hepatitis C aufgrund der Immunschwäche schneller, und bei ihnen findet sich über 5 mal häufiger eine Zirrhose als bei Patienten ohne eine HIV -Infektion.
[bearbeiten] HCV -HIV -Koinfektion bei Hämophilen
Bei Hämophilen mit HIV -Infektion besteht in 90% auch eine HCV -Infektion, bei homosexuellen Männern viel seltener. Die sexuelle Transmission der C-Infektion ist viel seltener als die von HIV oder HBV . Bei zunehmender Immundefizienz (besonders wenn Helferzellen auf <100/µl sinken) schreitet die Lebererkrankung deutlich rascher fort, oft mit cholestatischer und rasch fibrosierender Verlaufsform. Interferon-alpha (IFNa) spricht genauso gut an wie ohne HIV -Infektion, solange keine Immundefizienz vorliegt. Eine vertikale HCV -Transmission bei Müttern mit AIDS ist deutlich höher als bei Müttern ohne AIDS (s.o.).
[bearbeiten] Interferon-alpha-Therapie
Eine HCV -Infektion führt bei gleichzeitiger HIV -Infektion häufiger und schneller zu einer Leberzirrhose. Daher wird eine Kombinationstherapie von Interferon und Ribavirin als diskutierbar angesehen. Eine günstige Voraussetzung ist eine Zahl von CD4-Zellen von >400/Mikroliter (ähnlich auch bei HBV - und HIV -Infektion) (Stadieneinteilung der HIV -Infektion: Stadium A: >500 CD4-Zellen /Mikroliter, Stadium B: 200-500 CD4-Zellen, Stadium C: <200 CD4-Zellen /Mikroliter). Die Toxizität der Behandlung begrenzt ihren Einsatz
Die Therapie mit PEG-Interferon + Ribavirin wird deutlich besser vertragen und beeinflusst den Verlauf günstiger. Eine hochaktive antivirale Therapie (HAART) verbessert der Hepatitisverlauf zusätzlich.
[bearbeiten] Studienergebnisse
In der internationalen APRICOT-Studie[1] fand sich ein dauerhaftes Ansprechen (definiert als HCV -RNA-Konzentration < 60 IU/ml in Woche 72 = 24 Wochen nach Therapieende in Woche 48) von 12% für INFalpha-2a + Ribavirin, von 20% für PEG-INF-alpha-2a + Placebo und von 40% für PEG-INF-alpha-2a + Ribavirin. Zu den Voraussetzungen zum Einschluß in die Studie gehörten erhöhte Leberwerte, > 200 CD4-Zellen oder 100-200 CD4-Zellen bei niedriger Virämie < 5000 Kopien/ml. Bereits nach 12 Wochen ist ein deutlicher Abfall der HCV -RNA um > 2 log-Stufen erwartbar. Tritt sie nicht auf, ist mit einem Therapieerfolg unter Weiterbehandlung nicht zu rechnen und die Therapie kann abgebrochen werden. Wird die Therapie abgebrochen, weil HCV -RNA nicht mehr nachweisbar ist, ist mit einer hohen Rückfallrate zu rechnen[2].
In einer französischen Studie sprachen Genotyp 1 und 4 schlechter an (ca 15%)[3]. Das Behandlungsregime war: Ribavirin oral 2x täglich 400 mg, plus entweder PEG-INF-alfa-2b (1.5 microg/kg subcutan einmal wöchentlich) or Standard-INF-alfa-2b (3 million Einheiten subcutan 3 mal wöchentlich) für 48 Wochen.
In einer deutschen Studie (PEG-IFN (1.5 microg/kg) einmal wöchentlich plus Ribavirin 800 mg täglich für 48 Wochen) fand sich ein Ansprechen nach 48 Wochen von 44% bei Genotypen 2 und 3 versus 18% bei Genotypen 1 und 4[4]. Neuropsychiatrische Nebenwirkungen zwangen in ca. 30% zum Absetzen der Behandlung.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei HCV -HIV -Koinfektion eine längere Behandlungsdauer von 48 Wochen zu besseren Therapie-Ergebnissen führt als die Standardtherapiedauer von 24 Wochen.
[bearbeiten] Behandlungshinweise
Folgende Voraussetzungen und Bedingungen sollten bei einer Behandlung bedacht werden:
- Nachweis von HCV -RNA und Fibrose (ggf. Leberhistologie),
- CD4-Zellzahl > 350/ml, wenn Konzentration < 350/ml Therapie mit Vorsicht bzw.
- wenn CD4-Zahl < 200/ml: erst HAART (hochaktive antiretrovirale Therapie), darunter wegen erhöhter Hepatotoxizität Leberwerte engmaschig kontrollieren,
- Behandlungsdauer auf 48 Wochen projektieren,
- Nach 12 Wochen Kontrolle des HCV -RNA-Konzentration: wenn kein Abfall um mehr als 2 Log-Stufen: Abbruch gerechtfertigt.
[bearbeiten] Siehe auch ...
[bearbeiten] Fußnoten
- ↑ NEJM 2004;351:438-450
- ↑ AIDS 2003; 17: 1023-8
- ↑ JAMA 2004 15;292(23):2839-48
- ↑ J Infect 2006 Jul;53(1):36-42
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