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Hämochromatose Diagnostik

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Nähere Informationen:

-> Hämochromatose Hauptblatt

-> Hämochromatose Ätiopathogenese

-> Hämochromatose Therapie

[bearbeiten] Diagnostik

[bearbeiten] Labor

  • Eisen i.S. erhöht (unzuverlässig, da in Frühstadien noch annähernd normal)
  • Transferrinsättigung: >60% Verdacht auf Hämochromatose; >70% Diagnose fast gesichert
  • Ferritin i.S. erhöht (unzuverlässig, da auch bei Entzündungen und einigen Tumoren erhöht oder bei Leberinsuffizienz mit Syntheseleistungsschwäche erniedrigt)
  • Blutzucker erhöht (bei ca. 66%)
  • Leberwerte können trotz bestehender Zirrhose normal sein.

[bearbeiten] Bestimmung des Eisengehalts in der Leber

Direkte Eisenbestimmung aus einer Lebergewebsprobe (früher Goldstandard)

Die Biopsie wird unter laparaskopischer Sicht (gleichzeitige Tumorsuche) durchgeführt und der hepatische Eisengehalt laborchemisch bestimmt.

  • hepatischer Eisenindex = Fe-Gehalt der Leber in µmol/kg Trockengewicht/Lebensalter
  • Bewertung: Index >2 spricht für idiopathische Hämochromatose; Index <1,4 spricht für eine erworbene Hämochromatose.

Indirekte Eisenbestimmung durch computertomographische Dichtemessung

Die Höhe der Hounsfield-Einheiten stellt ein Maß für die Eisenkonzentration in der Leber dar (Methode zur Therapiekontrolle).

[bearbeiten] Histologie

Eisenfärbung: Nachweis von Eisenablagerungen in Leberparenchymzellen, Gallengangsepithelien und Kupffer-Zellen.

[bearbeiten] Molekularbiologische Diagnostik

1996 Identifizierung des Hämochromatosegens HFE auf Chomosom 6 (Punktmutation C282Y). Das Genprodukt ist das HFE-Protein, ein MHC-Klasse I-Protein, dessen Beitrag zum Eisenstoffwechsel noch kaum bekannt ist. Bekannt ist, daß es einen Komplex mit dem Transferrinrezeptor bildet.

Die moderne Diagnostik der Hämochromatose benötigt heute nicht mehr ausschließlich die Biopsie, sondern stützt sich wesentlich auf den molekulargenetischen Nachweis der C282Y-Punktmutation. Bei 5% der Patienten mit Hämochromatose findet sich zu einer heterozygoten C282Y-Punktmutation die zusätzliche Mutation H63D. Sowohl eine Homozygotie von C282Y als auch eine Heterozygotie von C282Y + von H63D ("Compound-Heterozygotie") können zu einer manifesten Hämochromatose führen. Da etwa 10% aller bioptisch gesicherten Hämochromatosepatienten diese Mutationen nicht aufweisen, werden auch andere Gendefekte vermutet. Wenn also bei klinischem Verdacht auf eine Hämochromatose eine C282Y-Mutation nicht gefunden wird, muß - wie bisher - eine Leberbiopsie erfolgen mit Nachweis des Eisengehalts und Überprüfung der typischen Eisenverteilung in Hepatozyten und biliären Epithelzellen. Eine Beteiligung des RES spricht für eine sekundäre Eisenüberladung.

Indikationen für die Genotypisierung: Diagnostische Unsicherheit bei Verdacht auf Hämochromatose in frühem Stadium, genetisches Familienscreening bei Verwandten 1. Grades. Ob eine alleinige erhöhte Transferrinsättigung schon als eine Indikation angesehen werden soll, ist umstritten. Unsicher ist ebenfalls, ab wann behandelt werden soll. Der einfache Nachweis einer Homozygotie reicht nach Ansicht von Autoren dafür nicht aus, was eher gegen eine sehr breite Indikation zur genetischen Untersuchung spricht.[1]


[bearbeiten] Fußnoten

  1. Bacon BR et al. Ann Intern Med 1999; 130: 953-962 und 1018-1019



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  Diese Seite wurde zuletzt am 25. September 2008 um 20:22 Uhr geändert.  


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