Facharztwissen
für alle @ medicoconsult.de


Bluthochdruck - einfach erklärt



Zu hoher Blutdruck (Bluthochdruck) wird medizinisch als Hypertonie bezeichnet. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten folgende Definitionen :

  • Normaler Blutdruck (Normotonie) < 140/90 mm Hg (Maßeinheit des Blutdruckmessgeräts),
  • Grenzwerthochdruck 140/90 - 160/95 mm Hg,
  • Bluthochdruck >160/95 mm Hg. Die obere Grenze ist altersabhängig; so wird 160 mm Hg bei über 50-jährigen Menschen noch als normal angesehen (nach: Deutsche Liga zur Bekämpfung des Blutdrucks).



Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Inhaltsverzeichnis

Was Blutdruck ist

Blutdruck ist der Druck im Blutgefäßsystem, der für den Blutfluss sorgt (ähnlich dem Wasserdruck in der Leitung: ohne ihn fließt kein Wasser aus dem Hahn). Aufrechterhalten wird der Blutdruck durch die Pumpfunktion des Herzens.

Ist das Herz zu schwach, wie es bei der Herzinsuffizienz der Fall ist, dann reicht der Blutdruck nicht mehr für die dem Körper abgeforderten Leistungen (z. B. Treppensteigen) aus. Wenn das Herz kräftig genug ist, wird der Blutdruck so stark erhöht, bis die Organe und Gewebe des Körpers den Anforderungen gemäß mit Blut versorgt werden.

Wichtige Organe, die unbedingt ausreichend durchblutet werden müssen, sind das Gehirn, das Herz und die Nieren. Sie sind daher auch in die Blutdruckregulation zentral eingebunden. Insbesondere bestimmen die Nieren den Blutdruck sehr fein über ein Hormonsystem (RAAS), um ihre eigene Durchblutung konstant zu halten. Dies geschieht im Krankheitsfall auch auf Kosten des Herzens: wenn die Nierendurchblutung sinkt, wird das Herz angeregt, mehr zu arbeiten, auch wenn es krank ist. So kann die Behandlung der Herzinsuffizienz ein Problem darstellen.

Was die Ursache des Bluthochdrucks ist

Die Ursache eines Bluthochdrucks bleibt in der Mehrzahl der Fälle unklar. Das Risiko, hohen Blutdruck zu bekommen, für die man keine Ursache findet (essentielle Hypertonie), steigt mit zunehmendem Alter.

Selten findet man eine Ursache in einer Nierenkrankheit. Auch kann in selteten Fällen eine Ursache im Hormonsystem (Nebenniere, Schilddrüse) gefunden werden. Hoher Kochsalzkonsum und Stress können die Entwicklung eines Bluthochdrucks fördern.

Wie der Blutdruck gemessen wird

Gemessen wird der Blutdruck mit einem Messgerät, das über einen Mechanismus eine Ader, die vom Herzen in den Körper führt (Arterie) abdrückt, bis kein Blut mehr fließt und anschließend kontrolliert den Blutfluss wieder freigibt. Der Druck, ab dem das Blut wieder zu fließen beginnt, wird erfasst (systolischer Blutdruck). Wenn dieser Wert bei Blutdruckspitzen stark erhöht ist, können u. U. brüchige Gefäße platzen, und es kommt zu Einblutungen. Wenn solche Einblutungen im Gehirn stattfinden kann es zum Schlaganfall kommen.

Es wird zudem ein zweiter Wert erfasst, nämlich derjenige, ab dem das Blut wieder kontinuierlich fließt und nicht nur die kurze Zeit während der maximalen Pumpanstrengung des Herzens (diastolischer Blutdruck). Wenn dieser Wert zu hoch ist, dann muss mit Langzeitschäden im Körper gerechnet werden.

Wie sich Bluthochdruck bemerkbar macht

Bluthochdruck wird im Grenzbereich meist nicht gespürt. Sind die Blutdruckwerte stark erhöht, so dass sie zu einer Herzanstrengung führen, können Empfindungen wie Herzunruhe und ein Beklemmungsgefühl in der Brust verspürt werden. Bei Verengung der Herzkranzgefäße, kann eine Mehranforderung von Blut zu einem relativen Mangel an Sauerstoff im Herzmuskel führen, der als Herzschmerz (Angina pectoris) empfunden wird.

Manche Menschen fühlen sich bei erhöhtem Blutdruck wohl. Dagegen fühlen sie sich schlapp und konzentrationsgeschwächt, wenn er medikamentös in den Normbereich gesenkt wird. Dies zeigt, dass bei diesen Menschen ein erhöhter Blutdruck erforderlich ist, um die Gewebe und Organe des Körpers genügend mit Blut zu versorgen. Das ist dann der Fall, wenn die kleinsten Blutgefäßchen der Organe und Gewebe des Körpers zu eng oder zu wenig elastisch geworden sind, was schon ein Zeichen eines lange bestehenden hohen Blutdrucks oder einer Schädigung im Rahmen einer Zuckerkrankheit sein kann. Aber dies kann auch Zeichen einer Nierenschädigung sein. Denn bei schlechter werdender eigenen Durchblutung versuchen die Nieren den Blutdruck zu steigern, indem sie die peripheren Blutgefäßchen noch enger stellt als sie sowieso schon sind, um den Widerstand für den Blutfluss zu erhöhen. Diese Bedingungen müssen medizinisch abgeklärt werden.

Blutdruckspitzen können sich durch unangenehm kräftigen Herzschlag, Kopfschmerzen und Schwindel bemerkbar machen. Bei einer Herzkranzgefäßverkalkung kann Herzengegefühl (Angina pectoris) auftreten oder sogar ein Herzinfarkt entstehen. Beim Schlaganfall findet man häufig einen deutlich erhöhten Blutdruck, wobei eine Hochdruckspitze zur Auslösung beitragen kann. Ist aber ein Schlaganfall bereits eingetreten, sollte der Blutdruck nicht schlagartig gesenkt werden, denn nun kann er zur Durchblutung der Randbezirke des Schlaganfalls erforderlich sein (Erfordernishochdruck).

Jeder Patient sollte seine Alarmsymptome kennen, die ihm sagen, dass er gerade in eine Blutdruckspitze hinein gerät, die ein Nachmessen des Blutdrucks und eine medikamentöse Sofortreaktion erfordern.

Was die Folgen eines Bluthochdrucks sind

Komplikationen und Spätfolgen eines lange bestehenden Bluthochdrucks betreffen die Entwicklung

Welche Diagnostik sinnvoll ist

Der Arzt wird unter Umständen folgende Untersuchungen für nötig erachten: Blutdruck-Tagesprofil, Tageskurve unter häuslichen Belastungsbedingungen, Langzeit-Blutdruckmessung, dosierte Belastungssteigerung auf dem Fahrradergometer (Fahrradergometrie, Belastungs-EKG: Belastungshypertonie?). Er wird bei einer Erstfeststellung einer Hypertonie die Nieren untersuchen und bei jungen Menschen ggf. auch einige Hormone (Adrenalin, Kortikosteroide, Schilddrüsenhormone (TSH)).

Es sollte der Körper auf bereits eingetretene Folgeschäden (wie ein Schaden des Augenhintergrunds, der Nierenfunktion oder der großen arteriellen Blutgefäße) untersucht werden.

Wie behandelt werden kann

Die Behandlung ist sehr diffizil und muss individuell eingestellt werden.

Medikamente: Als Medikamentengruppen kommen beispielsweise Beta-Blocker zur Stressabschirmung, ACE-Hemmer und AT1-Blocker zur Erweiterung der peripheren Blutgefäße und wassertreibende Mittel (Diuretika) bei Wassereinlagerungen in den Körper (Ödeme, Aszites) in Frage. (Genaueres siehe unter Hypertonie).

Allgemeine Maßnahmen: Zu den allgemeinen Maßnahmen, bei denen der Patient entscheidend mitarbeiten kann, gehören: Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen (siehe auch unter Ernährung bei Adipositas), Kochsalzrestriktion (nicht mehr als 5g/d), Flüssigkeitsbeschränkung auf etwa 1,5 l/d (bei Schwitzen entsprechend mehr), Einschränkung oder Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Koffein, Bewegungsübungen tgl. für 20-30 Minuten, Stressvermeidung und Training in Stressbewältigung.

Was sonst noch von Interesse ist