Barrett-Ösophagus
Entstehung, Beschwerden, Erkennung, Verlauf, Behandlung
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[bearbeiten] Definition
Zylinderzellmetaplasie im Ösophagus (esophageal columnar metaplasia, ECM). Der Abstand zwischen dem Übergang von der glatten Ösophagusschleimhaut zum Zylinderepithel der Magenschleimhaut (Z-Linie) bis zum Beginn der Magenschleimhautfalten sollte 2 cm nicht überschreiten. Beim Barrett-Ösophagus ist er in der Regel größer, und zudem ist der Schleimhautübergang nicht glatt, sondern es ziehen Zylinderzellausläufer häufig zungen- oder flammenförmig oder gezackt nach oral oder finden sich als kleine Inseln im Plattenepithel.
[bearbeiten] Häufigkeit
Etwa 10% der Patienten mit Refluxösophagitis.
[bearbeiten] Ätiopathogenese
Die Zylinderzellmetaplasie des Barrett-Ösophagus ist Folge einer chronischen Refluxkrankheit. Geschädigte und abgeschilferte Plattenepithelzellen werden durch das schneller proliferierende Zylinderepithel des Magens ersetzt. Häufig beginnt die Metaplasie mit einer längsverlaufenden Erosion, die sich im Laufe der Zeit zirkulär ausbreitet. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit nach oral kann über 1,5 cm pro Jahr betragen.
Sehr selten besteht eine angeborene Zylinderzellauskleidung im unteren Ösophagus. Dies wird als Entwicklungsdefekt gedeutet, da pränatal der Ösophagus mit Zylinderepithel ausgekleidet ist, das um die Geburt herum normalerweise durch Plattenepithel ersetzt wird.
[bearbeiten] Symptomatik
Dysphagie in 50-70% (d.h. 30-50% der Patienten haben keine Beschwerden). Dysphagie beim Barrett-Karzinom in 70-95%
[bearbeiten] Diagnostik
[bearbeiten] Endoskopie
Typisches Bild einer hochgezogenen und unregelmäßig begrenzten Z-Linie mit flammenartigen Ausläufern, meist bei Hiatusgleithernie. Bei fortgeschrittener Refluxösophagitis manchmal Strikturen. Es gibt keine sicheren endoskopischen Zeichen für Dysplasien (selbst nicht für schwere Dysplasien), so daß neben gezielten auch ungezielte Biopsien (in 2 cm Abstand) erforderlich sind. Schwere Dysplasien sollten in kurzen Abständen kontrolliert werden. Heute färbt man dysplastische Bezirke in der Schleimhaut mit Essigsäure, Indigokarmin oder Berliner Blau an (Chromoendoskopie), um so malignomverdächtige Bezirke besser erkennen zu können. (Siehe auch Diagnostik bei Refluxkrankheit). Durch die verbesserten endoskopischen Nachweismethoden wird die Quadrantenbiopsie zur Verbesserung der Nachweiswahrscheinlichkeit von Dysplasien und malignen Degenerationen wahrscheinlich ersetzbar.
Endoskopische Überwachung: Bei Long-Barrett ohne Dysplasie (bei Index-Endoskopie) alle 2-4 Jahre, bei Short-Barrett ohne Dysplasie (bei Index-Endoskopie) alle 4 Jahre. Bei Low-Grade-Dysplasie: Kontrolle nach 1/2 Jahr, ggef. weiter jährlich. Bei High-Grade-Dysplasie: Zweitmeinung eines erfahrenen Pathologen, dann ggf. Resektion (endoskopisch oder durch Operation.
[bearbeiten] Histologie:
Zylinderepithel vom Cardiatyp, Fundustyp (mit Haupt- und Parietalzellen) oder intestinalen Typ. In diesem Epithel muß nach dysplastischen Zellnestern gesucht werden.
[bearbeiten] Therapie
Wichtig ist eine Verschorfung, die tief genug reicht, um auch die in der Tiefe liegenden Drüsenkörperanteile zu erreichen.
- Photodynamische Therapie mit Nd:Yag-Laser: Rückbildung der Barrett-Mukosa in normales Plattenepithel in 80% [1].
- Argon-Beamer: mehrere Sitzungen nötig, häufig Rezidive.
- HALO360 Ablation System (BARRX-System): Radiofrequenzablation mit hoher Erfolgsrate (bei etwa 70% der Patienten Entfernung der Dysplasie)[2][3]. Beim Barrett-Ösophagus mit hochgradiger Dysplasie ist die zirkumferente Hochfrequenzablation eine suffiziente Behandlung mit >90% Erfolg bei einer Nachbeobachtung über 1 Jahr [4].
[bearbeiten] Prognose
Die Zylinderzellmetaplasien können zu Dysplasien fortschreiten und karzinomatös entarten. Der Barrett-Ösophagus gilt daher als Präkanzerose. Das Risiko einer Entartung zu Adenokarzinomen ist etwa 30fach höher als bei Menschen ohne ECM. Männer sind 5x häufiger betroffen als Frauen. Alkohol und Nikotin sind begünstigende Faktoren für das Barrett-Karzinom.
[bearbeiten] Verweise
→ Refluxkrankheit
→ ERD
→ Barrett-Metaplasie
→ Barrett-Karzinom




