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Analprolaps

Analprolaps bedeutet Vorfall der Schleimhaut und Haut des Darmausgangskanals (Analkanal) nach außen. Er kommt durch Pressen und beim Stuhlgang zustande. Zugrunde liegt eine Lockerung der innerlichen Aufhängung der Auskleidung des Analkanals, so dass sie verrutschen kann.

Meist sind im verrutschenden Schleimhautpaket innere Hämorrhoiden enthalten.

Ätiopathogenese

Dem Analprolaps zugrunde liegt eine Bindegewebsschwäche, die wiederum verschiedene Ursachen haben kann. Wahrscheinlich besteht vielfach eine familiäre, genetische Veranlagung. Zudem können Geburten bei Frauen zu einer allgemeinen Schwächung des Beckenbodens inklusive des Darmausgangs führen. Sie kann durch Mikrozerreißungen der Sphinktermuskulatur auch eine Prädisposition für eine Stuhlinkontinenz bedeuten, die in späteren Lebensjahren manifest wird und beim Analprolaps meist gleichzeitig vorliegt.

Symptome

  • Sekrete und Blutungen: Die beim Pressen hervorkommende Schleimhaut wird mechanisch gereizt und entzündet sich, so dass sich Sekrete absondern; und es kann zu Blutungen kommen.
  • Stuhlinkontinenz: Oft ist mit der Bindegewebsschwäche im Analkanal auch eine Schwäche des analen Verschlussmechanismus und eine Sphinkterschwäche verbunden.
  • Hygieneprobleme: der ständige Abgang von Sekreten und Darminhalt zwingt zu Vorlagen, die häufig gewechselt werden müssen. Bei Frauen kommt es zu einer Neigung zu aufsteigenden Harnwegsinfekten.

Diagnostik

  • Anamnese: von den Betroffenen wird berichtet, dass sich beim Stuhlgang oder auch beim Heben oder Pressen etwas vorwölbt oder aus dem Analkanal herauskommt, was sich wieder zurückschieben lässt. Sie selbst vermuten meist , dies seien Hämorrhoiden.
  • Inspektion: beim Analprolaps findet sich ein perianaler Kranz von Haut und Schleimhaut. Er ist meist hochrot und geschwollen und zumeist verbunden mit Hämorrhoiden Grad 3-4.
  • Digitale Untersuchung: Beim Analprolaps ist die Vorwölbung weich und lässt sich meist noch in den Analkanal reponieren. Es ist auf Derbheiten zu achten, da ein Analkarzinom nicht übersehen werden darf. Wenn sich eine große, nicht reponible Vorwölbung findet, kann es sich um einen Rektumprolaps handeln, bei dem nicht nur die Schleimhaut nach außen gleitet, sondern die gesamte Rektumwand vorfällt. Bei der digitalen Austastung des Analkanals fällt meist ein schlaffer Sphinktertonus auf.
  • Proktoskopie: Meist sind ausgeprägte Hämorrhoiden zu erkennen.
  • Anale Endosonographie: sie dient der Klärung, ob der äußere und innere Sphincter intakt sind.

Vorbeugung

Insbesondere bei familiärer Vorbelastung für Hämorrhoiden und Stuhlinkontinenz, die beim Analprolaps meist gleichzeitig vorliegen, sollten durch frühzeitige Beckenbodengymnastik unter fachkundiger Anleitung einer Physiotherapeutin der Damm und der Darmausgang gestärkt werden. Es sollte für weichen, geschmeidig geformten Stuhlgang gesorgt und Verstopfung unbedingt werden. Nach Geburten sollte Wert auf eine gute Rückbildungsgymnastik gelegt werden.

Therapie

Wenn erst einmal ein Analprolaps vorliegt, kommt in der Regel nur noch eine Operation in Betracht. Zur Operationsplanung sollte eine Defäkographie erfolgen, damit festgestellt werden kann, ob neben dem Analprolaps auch eine Intussuszeption und eine Rektozele vorliegt. In Frage kommt meist eine Hämorrhoiden-Operation z. B. nach Longo oder eine STARR-Operation.

Verweise