Analkarzinom
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Definition
Krebs im Bereich des Analkanals
[bearbeiten] Häufigkeit
Etwa 0,5 Erkrankungen pro Jahr auf 100000 Einwohner. Erkrankungsalter meist ab 60 Jahren, bei Immunschwäche (z. B. AIDS, hämatoonkologischen Krankheiten, Immunsuppression) schon früher.
[bearbeiten] Ätiopathogenese
Unklar. Risiken sind Immunschwäche, HPV -Infektion (humanes Papillomavirus) mit Bildung von Condylomata accuminata, Rauchen, analer Verkehr, chronische anale Entzündungen (Abszesse, Fisteln)
[bearbeiten] Formen
Je nach Lage:
- oberhalb der Linea dentata von der Schleimhaut des Analkanals, histologisch Adenokarzinome, mukoepidermoide Karzinome, anale intraepitheliale Neoplasien (AIN, Morbus Bowen), bei Frauen häufiger als bei Männern, werden spät und dann oft schon in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert,
- unterhalb der Linea dentata von der in den Analkanal hineinziehenden Haut ausgehend: histologisch Plattenepithelkarzinome; bei Männern häufiger, werden wegen der Tastbarkeit oft früh diagnostiziert und können dann auch häufiger geheilt werden.
Meist als Knötchen tastbar, in selteneren Fällen primär in die Tiefe wachsend
[bearbeiten] Stadien
Stadium 0: Lokalisation: nur in der äußeren Hautschicht
Stadium I: Lokalisation: subkutane Ausbreitung, kleiner als zwei Zentimeter, Schließmuskel nicht inbegriffen.
Stadium II: Lokalisation: größer als zwei Zentimeter, kein Übergriff auf umliegende Organe oder Lymphknoten.
Stadium III-A Lokalisation: Ausbreitung ins umgebende Gewebe und auf benachbarte Organe (Scheide oder Blase)
Stadium III-B Lokalisation: Lymphknotenbefall pararektal, im Bauchraum oder in der Leiste.
Stadium IV Lokalisation: Entfernte Lymphknoten im Bauchraum, Organmetastasen.
TNM-Klassifizierung
- T1 bis Submukosa
- T2 bis Muscularis propria
- T3 bis Subserosa oder perirektales Gewebe
- T4 überschreitet das viscerale Peritoneum
- N0 keine Lymphknotenmetastasen
- N1 in 1-3 perirektalen Metastasen
- N2 in 4 oder mehr Lymphknoten
[bearbeiten] Symptomatik und Diagnostik
Das Analkarzinom ist zwar verhältnismäßig selten und kann wegen der sehr viel häufigeren Differentialdiagnose von Hämorrhoiden, die ähnliche Symptome wie das Analkarzinoms hervorrufen kann, übersehen werden. Bei tastbaren Knötchen, Blut am Toilettenpapier oder peranalem Schleimabgang, Schmerzen oder Juckreiz sollte eine proktologische Untersuchung erfolgen. In der Regel werden folgende Untersuchungsmethoden angewandt:
- Inspektion
- Palpation (derbe Resistenz, differenzialdiagnostisch hyperplastische oder fibrosierte Analpapillen)
- Anoskopie / Rektoskopie
- Koloskopie
- Endosonographie des Analkanals
- Biopsie und histologische Untersuchung
- ggf. weitere Bildgebung (CT , MRT)
[bearbeiten] Therapie
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium: in Frage kommen Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie bzw. eine Kombination der Therapiemöglichkeiten. Folgende Therapien werden häufig gewählt:
- Stadium 0: Operation
- Stadium I: Operation ggf. ohne Anus praeter + Radiotherapie ggf. mit Chemotherapie
- Stadium II: Operation zur vollständigen Tumorentfernung ggf. mit Anus praeter + Radiochemotherapie
- Stadium III und IV: operative Therapiemöglichkeiten treten in den Hintergrund, Strahlen- und Chemotherapie in den Vordergrund




