Achalasie
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[bearbeiten] Definition
Störung des ösophagealen Schluckaktes durch mangelhafte Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters, häufig begleitet von verminderter propulsiver Peristaltik im Ösophagus.
[bearbeiten] Inzidenz
Etwa 1 Fall pro 100000 Einwohner pro Jahr.
[bearbeiten] Ätiopathogenese
Es handelt sich wahrscheinlich um eine erworbene neuromuskuläre Erkrankung bisher unbekannter Genese, bei der eine Störung der Innervation vorliegt.
Einige Befunde sprechen für eine virale Auslösung (Varizella-Zoster-Virus im Auerbach-Plexus). Eine Achalasie kann auch durch Trypanosoma cruci (Südamerika) hervorgerufen werden. Nach neueren Ergebnissen spielen bei der Achalasie offenbar Herpes-Virus-Typ-1-Antigene eine Rolle, die zu einer immunvermittelten entzündlichen Reaktion am unteren Ösophagsusphinkter mit Neuronenschädigung führen [1].
[bearbeiten] Symptomatik
Dysphagie, Odynophagie, Regurgitationen mit gehäuften bronchopulmonalen Infekten
[bearbeiten] Diagnostik
Ösophagogastroskopie: Gastroskopie zum Ausschluß maligner und entzündlicher obstruierender Prozesse, Hinweis auf einen spastischen unteren Ösophagussphinkter, Nachweis eines epiphrenischen Divertikels (z. B. Zenker-Divertikel), Untersuchung auf eine Retentionsösophagitis
Röntgenbreischluck: Nachweis der fehlenden Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters und einer stehenden Kontrastmittelsäule, manchmal zusätzlich eines epiphrenischen Divertikels
Manometrie: Nachweis der ungenügenden oder fehlenden Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters bei normalem oder erhöhtem Ruhedruck
Endosonographie: zum Ausschluss einer submukösen Tumorausbreitung mit der Symptomatik einer Achalasie (Pseudoachalasie)
[bearbeiten] Therapie
Medikamente: Nitropräparate, Kalziumantagonisten (meist nur im Anfangsstadium wirksam)
Ballondilatation: beste Methode, um eine Besserung der Schluckbeschwerden herbeizuführen. Die Wirkung kann wochen- bis monatelang anhalten; dann wird meist eine neuerliche Dilatation erforderlich. Komplikation: Perforation (1-3%), Mortalität unter 1%, Herzrhythmusstörungen. Die Untersuchung wird von Patienten gut toleriert [2].
Operative Therapie: wenn die Ballondilatation keine Verbesserung ergibt kann eine vordere Myotomie (transabdominell, ggf. laparoskopisch) durchgeführt werden. Komplikation: gastroösophagealer Reflux (bis 40%), daher häufig gleichzeitig Fundoplikatio. Die Langzeiterfolgsrate der Myotomie ist sehr gut [3].
Botulinustoxin: Die Injektion in den unteren Ösophagussphinkter führt zur Blockade der cholinergen Innervation und damit zur Erniedrigung des Ruhedrucks. Der Erfolg ist weniger ausgeprägt und hält in der Regel nicht so lange an wie der der Ballondilatation, ist aber risikoärmer [4].
[bearbeiten] Literatur
- Adv Surg. 2005; 39: 285-314




