Vitamin-A- und -D-Mangel bei Leberzirrhose

Ein Vitamin-A- und -D-Mangel bei Leberzirrhose ist nicht selten. Bei fortgeschrittener Lirrhose ist hieran zu denken [1].

Zur Leberzirrhose siehe hier
Zu Vitaminen siehe hier.


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Vitamin A


Karotin ist die Hauptquelle für Vitamin A. Aus ihm wird Retinol, antixerophthalmisches Vitamin, abgespalten und in der Leber gespeichert (in veresterter Form mit langkettigen Fettsäuren). Von dort wird es freigesetzt und im Blut an RBP (retinolbindendes Protein) gebunden transportiert (siehe hier).

Wirkungen

  • Bestandteil des Sehpurpurs
  • Beeinflussung der Glykoproteinbiosynthese
  • Beeinflussung der Epitheldifferenzierung und -funktion

Eine Hypovitaminose kommt zustande bei

  • Malabsorptionssyndromen
  • Cholestase
  • schweren Leberkrankheiten (wie Leberzirrhose)
  • Leberkrankheiten

In einer Untersuchung an Patienten mit Hepatitis C wird festgestellt, dass ein Vitamin-A-Mangel um so eher auftritt, je fortgeschrittener die Erkrankung ist; speziell die fortgeschrittene Leberzirrhose ab Child B weist niedrige Retinol-Werte auf; Serumwerte unter 0·78 ?mol/l finden sich im Finalstadium [2].

Symptome und Folgen des Vitamin-A-Mangels

  • Lichtscheu, Nachtblindheit (Hemeralopie): Nachtblindheit wird beispielsweise bei der PBC berichtet [3],
  • Xerophthalmie (Austrocknung, Verhornung und Trübung der Cornea): trockene Skleren werden für eine alkoholischer Malnutrition und Leberzirrhose berichtet [4].
  • Hautsymptome: schlaffe, gefältelte und trockene Haut mit verminderter Talg- und Schweißsekretion (Krötenhaut), Haarausfall, Hyperkeratosen, Längsrillung der Nägel

 

Vitamin D


Die im Tierreich vorkommende Form ist Cholecalciferol, Vitamin D3. In der Leber wird es an Kohlenstoff 25 hydroxyliert. Das 25-OH-D3 unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf. Stoffwechsel und Kreislauf können bei Leberkrankheiten gestört sein. Die Nieren hydroxylieren an Kohlenstoff 1 zu 1,25-OH-D3 (Calcitriol), es ist die wirksamste Form und hat hormonelle Eigenschaften bezüglich des Kalzium- und Knochenstoffwechsels und vielfache Einflüsse auf das Immunsystem sowie auf die Entzündungsreaktionen des Körpers; es schützt offenbar auch vor Krebs. Dazu siehe hier.

Der Vitamin-D-Mangel bei der Leberzirrhose korreliert mit dem Grad der Leberfehlfunktion [5] und zeigt ein hohes Risiko für eine hepatische Dekompensation an [6]. In dieser Phase sind die Symptome des Vitamin-D-Mangelzustands weniger von Bedeutung als die unmittelbare Stabilisierung der Leberfunktion.

Symptome und Folgen des Vitamin-D-Mangels

Folgende Symptome und Folgen eines länger dauernden Vitamin-D-Mangels kommen bei der schwerwiegenden Lebererkrankung nicht mehr zum Tragen:

Verweise

Literatur

  1. ? Curr Gastroenterol Rep. 2012 Feb;14(1):67-73
  2. ? Br J Nutr. 2011 Dec;106(11):1724-31
  3. ? CMAJ. 2010 August 10; 182(11): 1212
  4. ? Optometry. 2006 Mar;77(3):124-33
  5. ? World J Gastroenterol. 2011 Feb 21;17(7):922-5
  6. ? Liver Int. 2012 May;32(5):845-51