Triglyzeride

Triglyceride ist die chemische Bezeichnung für Neutralfette (drei Fettsäuren gebunden an ein Cholesterinmolekül). Die Bestimmung der Triglyceride ergänzt die Bestimmung des Cholesterins und seiner Untergruppen HDL und LDL, die als Blutfette zusammengefasst werden, um aus ihnen einen Einblick in den Fettstoffwechsel des Körpers ableiten zu können.

Physiologie


Die Triglyceride der Nahrung werden im Darm durch Lipasen in Cholesterin und freie Fettsäuren gespalten; diese werden resorbiert, anschließend wieder zu Triglyceriden zusammengesetzt und im Blut zu den Organen und Geweben transportiert. Sie dienen dort als Energiequelle und Energiereserve.

Im Blut werden Triglyzeride hauptsächlich an Chylomikronen und VLDL (very low density lipoprotein) gebunden transportiert.

  • Chylomikronen enthalten die Triglyzeride, die vom Darm resorbiert wurden, und transportieren sie zu den peripheren Körperzellen, die sie für Stoffwechselprozesse benötigen (u.a. Energiegewinnung). Durch die Wirkung der Lipoproteinlipase der Endothelzellen der Blutgefäße werden sie abgebaut und dadurch sukzessive kleiner, bis schließlich sogenannte Remnants übrig bleiben, die von der Leber aufgenommen werden.
  • VLDL (very low density lipoproteins) stammen aus der Leber. Sie transportieren die dort vorwiegend aus Kohlenhydraten synthetisierten endogenen Triglyzeride zu den Organen und Geweben des Körpers. Durch Triglycerid-Abgabe dort entstehen aus VLDL cholesterinreiche LDL.

Indikationen


Die Triglyceride werden bestimmt, um

Referenzwerte

Der Normbereich wird meist bis 200 mg/dl (2,3 mmol/l) angegeben. Die Grenzwerte der einzelnen Labore sind zu berücksichtigen.

Diagnostische Bedeutung

Erhöhte Triglyceridwerte sind von diagnostischer und prognostischer Bedeutung bei vielen Krankheiten, so vor allem bei der Adipositas, der Fettleber, dem metabolischen Syndrom und dem Diabetes mellitus. Sie erhöhen das Risiko der Entwicklung einer Arteriosklerose mit ihren Folgen

Erhöhte Werte

Extreme Hypertriglyceridämie: Der Überstand des Blutsenkungsröhrchens ist milchig durch Chylomikronen.

Erhöhte Werte für Triglyceride finden sich bei

  • Hyperlipidämie Fredrickson Typ I und V: sehr stark erhöhte Werte von meist > 1000 mg/dl.
  • Hyperlipidämie Fredrickson Typ IV (wohl häufigster Typ): Werte meist von 200 – 500 mg/dl. Ursachen sind meist Übergewicht, [[metabolisches Syndrom] und Diabetes mellitus.

Erhöhte Triglycerid-Werte finden sich auch oft bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), einer Niereninsuffizienz, einer Fettleber und einer Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Seltener liegt eine genetisch bedingte Hypertriglyceridämie vor.

Mäßige Erhöhung

Eine mäßige Erhöhung der Triglyceride ist beim Diabetes mellitus und beim Übergewicht häufig anzutreffen (Typ IV nach Fredrickson).

Schon mäßig erhöhte Triglyzeridspiegel können auf die Dauer eine Fettleber verursachen.

Starke Erhöhung

Eine extrem ausgeprägte Erhöhung der Triglyceride findet sich bei Chylomikronämien (Typen I und V nach Fredrickson). Bei Werten über 1000 mg/dl können eine akute Pankreatitis und auch sonst ungeklärte Oberbauchschmerzen auftreten.

Extreme Triglyzeridspiegel (über das 5fache der oberen Normgrenze) können Ursache einer Hämolyse und eines Zieve-Syndroms sein.

Erniedrigte Werte

Niedrige Triglyceridwerte haben diagnostisch keine wesentliche diagnostische Bedeutung für die Erkennung einer Krankheit.

Therapie

Die Behandlung eines zu hohen Triglycerid-Spiegels im Blut richtet sich nach der Ursache.

  • Eine Kohlenhydrat-induzierte Hypertriglyceridämie bedarf z. B. einer diätetischen Umstellung (siehe Grundlagen der Ernährung).
  • Eine Hypertriglyceridämie im Rahmen eines Diabetes mellitus bedarf einer guten Blutzuckereinstellung und ggf. zudem Triglycerid-senkender Medikamente (wie einem Fibrat oder Niacin).
  • Bei einer genetisch bedingten Hypertriglyceridämie kommen Plasmapheresen in Betracht.

Verweise