Toxische medikamenteninduzierte Hepatopathie

Leberschaden durch den toxischen Einfluss von Medikamenten bedingt. Merke: praktisch jedes Medikament kann eine Leberschädigung hervorrufen!


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Pathophysiologie


Toxisch (am häufigsten)

Schädigende Wirkung auf die Leber vorhersagbar, dosisabhängig, tritt sofort ein. Direkte Schädigung der Hepatozyten (Nekrose oder Steatose, auch Cholestase) oder der duktalen Zellen des Gallenwegssystems (Cholestase). Histologisch sind die Nekrosen meist zonenbetont.

Beispiele: Phosphor, Pilzgifte, Vinylchlorid, viele Medikamente

Idiosynkratisch (seltener)

In diesem Fall handelt es sich nicht um einen direkt schädigenden Einfluss eines Medikaments auf die Leber sondern um eine indirekte Schädigung. Die schädigende Wirkung auf die Leber ist nicht vorhersagbar, nicht dosisabhängig, jedoch abhängig von der Reaktion des Körpers. Der Mechanismus ist

  • immunologisch (Hypersensitivität, Beginn nach 1-5 Wochen); histologisch meist diffuse oder multifokale Nekrosen, oft hepatitisähnlich, Infiltrationen mit mononukleären Zellen, manchmal ausgeprägte Gewebseosinophilie
  • metabolisch (Beginn meist nach mehreren Tagen).

Histologie


Bei akuter Schädigung finden sich histologisch folgende Veränderungen :

  • azidophile Degeneration der Hepatozyten bei vielen Substanzen,
  • zonale Nekrosen: periportal (Trinitrotoluol, einige Medikamente), mittzonal (Furosemid, sehr selten), perivenös (Tetrachlorkohlenstoff, Halotan, Paracetamol),
  • Cholestase bei Chlorpromazin, Kontrazeptiva, C17-alkylierte Anabolika,
  • Peliosis hepatis, thrombotische Zentralvenenverschlüsse (Venoocclusive Disease) und hepatische Venenthrombose bei Zytostatika, Kontrazeptiva bei chronischer Schädigung,
  • chronische Hepatitis bei Oxyphenisatin, Methyldopa, Nitrofurantoin, Sulfonamide, Propylthiouracil,
  • Histologisches Bild ähnlich dem der PBC: Chlorpromazin, Haloperidol, Imipramin, Thiabendazol, Tolbutamid,
  • Histologisches Bild ähnlich dem der PSC: intraarterielle Infusion von 5-Fu Peliosis hepatis bei Azathioprin, Progesteronderivat, Vinylchlorid,
  • Venoocclusive disease und hepatische Venenthrombose bei Einnahme von Kontrazeptiva, Zytostatika,

Eine chronische Medikamenteneinnahme kann zu folgenden Veränderungen führen:

Diagnostik

Ausschluss anderer Leberkrankheiten, bei Leberenzymerhöhungen einer Hepatitis, bei Ikterus einer Galleabflussstörung. Bei neu aufgetretener Leberaffektion Absetzen der verdächtigten Medikamente und bei Besserung gegebenenfalls Reexpositionsversuch (bei schwerer Leberschädigung meist nicht vertretbar). Wenn trotz Entfernung der angeschuldigten Auslöser die Leberschädigung länger anhält, sollte eine histologische Untersuchung des Lebergewebes erfolgen.

Therapie

Sie richtet sich gegen die Ursachen der Schädigung und berücksichtigt die Folgen (symptomatische und vorbeugende Therapie).


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Verweise

Patienteninfos