Pleuraerguss

Pleuraerguss bedeutet Flüssigkeit im Spaltraum zwischen Lungenoberfläche (Pleura visceralis, Lungenfell) und innerer Auskleidung der Brustwand (Pleura patietalis, Rippenfell). (Eine analoge Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum ist der Aszites.)

Zur Anatomie und Funktion der Lunge siehe hier.


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Diagnostik


  • Klinischer Untersuchungsbefund: Perkussion und Auskultation: bei ausgedehnten Ergüssen Dämpfung, verschärftes Atemgeräusch. Randwinkelergüsse können klinisch nicht erfasst werden.
  • Pleurapunktion zur Gewinnung von Ergussflüssigkeit: Farbe und Transparenz, spezifisches Gewicht (Differenzierung von Transsudat und Exsudat), Kultur auf Keime, Zytologie (Tumorzellen?). Eine Pleurapunktion ist in der Regel bei größeren Ergüssen indiziert, insbesondere wenn sie nachlaufen.

Kleine Randwinkelergüsse sind meist nicht tumorös bedingt und brauchen i. d. R. nicht punktiert und untersucht zu werden.

Einteilung, Ursachen, Differentialdiagnosen


Eine gängige Einteilung richtet sich nach dem Befund des Punktats.

Klarer seröser Erguss

Trüber Erguss

  • eitrig: Hinweis auf bakterielle Entzündung der Pleura (eitrige Pleuritis),
  • blutig: z. B. bei Trauma (z. B. Rippenfraktur), hämorrhagischer Entzündung, Tumor mit Arrosion der Blutgefäße der Pleura,
  • chylös (weißlich): Hinweis auf Lymphe im Pleuraspalt (bedingt meist durch ein Trauma oder einen Tumor).

Ursachen

 Häufige Ursachen sind Ergüsse

Seltenere Ursachen sind

Auswirkungen

Größere Ergüsse schränken die Atemfläche der Lungen wirksam ein und können sich, abhängig von der Gasaustauschleistung der Lungen, auf die Atmung auswirken. Es kann eine Ateminsuffizienz und Dyspnoe eintreten oder verstärkt werden. Umschließt oder verdrängt ein großer Erguss das Herz, können Kreislaufkomplikationen mit Abnahme der Herzleistung, Rhythmusstörungen und Blutdruckabfall hinzutreten.

Therapie

Die Behandlung zielt auf die Grunderkrankung. Bei ausgeprägtem Erguss mit Einschränkung der Atmung und Auswirkungen auf Herz und Kreislauf kann eine therapeutische Pleurapunktion erforderlich werden. Bei linksseitigem großem Pleuraerguss mit Kompression des Herzens wird meist eine langsame Entlastung (z. B. mehrfaches Ablassen je 1/2 Liter) empfohlen, damit es nicht zu einer Herzerweiterung mit Rhythmusstörungen und Insuffizienz kommt.

Verweise