Mittelmeerdiät gegen Herzkreislaufkrankheiten

Eine im Mittelmeerraum übliche Kostform, die als Mittelmeerkost bezeichnet wird, wird diätetisch als Mittelmeerdiät zur Prophylaxe von Herzkreislaufkrankheiten propagiert. Sie soll Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Diese Hypothese stützt sich auf verschiedene Beobachtungsstudien [1][2]. Eine spanische Multicenterstudie [3] hat sie an einer sonst bezüglich Herzkreislaufkrankheiten gesunden, jedoch mit hohem kardiovaskulärem Risiko behafteten Personengruppe prospektiv geprüft. Das Ergebnis bestätigt die Hypothese eindrücklich.

Studiendesign

Aus 7447 Personen mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko aber ohne aktuelle Herzkreislaufkrankheit zwischen 55 und 80 Jahren (57% Frauen) wurden 3 Zufallsgruppen gebildet. Die eine Gruppe (1) erhielt Mittelmeerdiät ergänzt mit extra-nativem Olivenöl, die zweite Gruppe (2) Mittelmeerdiät ergänzt mit gemischten Nüssen (enthalten viel Alpha-Linolensäure) und die dritte Gruppe (3) eine Kontrolldiät mit dem Rat einer Fettreduktion. Die Diäten waren nicht kalorienbegrenzt. Wegen signifikanter Unterschiede in einer Zwischenauswertung wurde die Studie nach einem mittleren Follow-up von 4,8 Jahren gestoppt.

Zur Mittelmeerkost

Mittelmeerkost enthält relativ viel Olivenöl, Nüsse, Früchte, Gemüse und Getreide, eine mäßige Menge an Fisch und Geflügel und relativ wenig Milchprodukte, rotes Fleisch, Wurst und Süßigkeiten; Wein wird in Maßen zu den Mahlzeiten genossen [4].

Ergebnisse

Innerhalb des Beobachtungszeitraums traten in der Gruppe 1 (Mittelmeerdiät plus zusätzlichem Olivenöl) 96 kardiovaskuläre Ereignisse auf, in Gruppe 2 (Mittelmeerdiät plus zusätzlichen Nüssen) 83 Ereignisse, in Gruppe 3 (fettarme Kontrolldiät) 109 Ereignisse. Unerwünschte Nebenwirkungen der Diäten wurden nicht berichtet.

Interpretation

Eine Mittelmeerdiät, die mit Olivenöl oder Nüssen angereichert ist, vermag das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (wie Herzinfarkt und Schlaganfall) um 3 pro 1000 Personenjahre zu reduzieren, was einer relativen Verbesserung des kardiovaskulären Risikos bei Hochrisikopatienten um 30% entspricht.

Verweise

Literatur

  1. ? Circulation 1999;99:779-85.
  2. ? Am J Clin Nutr 2010;92:1189-96
  3. ? N Engl J Med. 2013 Apr 4;368(14):1279-90
  4. ? Am J Clin Nutr 1995;61:Suppl:1402S-1406S