Medikamente bei Leberkrankheiten

Die folgende Zusammenstellung enthält häufig verwendete Medikamente, die zur Behandlung von Leberkrankheiten eingesetzt werden.

Cave bei Dosierungsangaben!


Dosierungsangaben gelten für einen 60-70 kg schweren Menschen. Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden. Die möglichen Nebenwirkungen und Anwendungseinschränkungen der Medikamente werden in dem Überblick nicht oder nicht vollständig dargestellt; auch hierzu muss eine sorgfältige Recherche und Beratung durch den verordnenden Arzt erfolgen.

N-Acetylcystein


Antidot bei Paracetamolvergiftung (mehr als 125 mg/kg KG): 140 mg/kg KG p.o. plus 150 mg/kg KG in 200 ml 5%iger Glukoselösung innerhalb 15 Minuten, dann 50 mg/kg KG in 500 ml 5%iger Glukoselösung innerhalb von 4 Stunden, anschließend 100 mg/kg KG in 1000 ml 5%iger Glukoselösung über 16 Stunden.

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Adefovir

Adefovir (HEPSERA) ist ein Nukleotid-Analogon zur Behandlung der Hepatitis B. Es steht als Therapiealternative zur Verfügung, wenn eine Resistenz gegen Lamivudin eintritt [1]. Selbst hat es eine Resistenz nach 5 Jahren von 29% und keine Kreuzresistenz zu Lamivudin, so dass es in Kombination eingesetzt werden kann.

Einnahme als Prodrug (Dipivoxilester): Bioverfügbarkeit ca 60%. Resistenzentwicklung bei der Behandlung der Hepatitis B mit ca 2% in 2 Jahren deutlich seltener als gegenüber Lamivudin.

Wirkung von 30 mg/d nicht wesentlich besser als 10 mg/d.

Verweis: chronische Hepatitis B

S-Adenosylmethionin (SAMe, AdoMet)

SAMe ist die aktive Form des Methyldonators Methionin und essentiell für den Nukleinsäurestoffwechsel und als Vorstufe von Glutathion. Es soll die Zellmembranen beweglicher machen (Membranfluidität) und damit die transmembranösen Transportprozesse verbessern. Auf diese Weise soll es einige hepatozelluläre Cholestaseformen (z.B. Östrogen-bedingte Cholestasen) bessern. Die intrazelluläre Konzentration von SAMe ist bei alkoholischen Leberschäden vermindert; entsprechend scheint seine Zufuhr Leberschäden verringern und das Überleben alkoholabhängiger Patienten mit Zirrhose verlängern zu können [2].

Interessantes zu SAMe: Pneumocystes carinii (ein opportunistischer Keim bei immunsupprimierten Patienten, der zu schweren Lungenentzündungen führt) vermag SAMe nicht zu synthetisieren und bedient sich der Vorräte des Wirts. Dies hat zur Folge, dass der SAMe-Spiegel im Blut sinkt, was diagnostisch ausgenutzt werden kann [3].

Albendazol

Zur Behandlung einer Echinokokkose, besonders wenn keine Operation möglich ist (z.B. bei E. alveolaris). Siehe auch unter Mebendazol und Fenbendazol.

Antibiotika

Indikation akute Cholangitis (sofort, ohne das Ergebnis der Blutkulturen abzuwarten): Ureidopenizilline (z.B. Piperazillin oder Mezlozillin 3×2 g/d i.v.) zusätzlich (in schweren Fällen) Aminoglykoside (z.B. Tobramycin 3-5 mg/kg KG/d i.v. verteilt auf drei Dosen) zusätzlich (bei Sepsis) Metronidazol 3×500 mg/d i.v.

Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.