Lipoprotein(a)

Lipoprotein(a) (Lp(a), auch Lp-a) ist eine besondere Form des LDL, welches Apolipoprotein(a) enthält. Der Lipoprotein(a)-Spiegel ist z. B. bei der diabetischen Nephropathie erhöht.

Der Nachweis von Lp(a) ist mit einem erhöhten Risiko für arteriosklerotische Komplikationen verbunden. Ursache könnte sein, dass dieses Apolipoprotein in einer bestimmten Molekülregion ähnlich wie Plasminogen aufgebaut ist, das Gerinnsel auflöst. Es wird vermutet, dass Lp(a) auf diese Weise dessen Wirkung hemmt und so die Bildung von Blutgerinnseln fördert.

Kurzgefasst
Lipoprotein-a

ist ein wichtiger Labor-Marker für Komplikationen der Arteriosklerose: einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine schwerwiegende Durchblutungsstörung der Beine. Auch wenn erhöhte Cholesterin-Werte im Blut durch Diät und Statine gut gesenkt werden, können Lp-a-Werte erhöht bleiben und das Risiko für diese Komplikationen erhöht halten. Ein neuer Therapieansatz scheint in diesen Fällen einen Durchbruch bringen zu können (s. u.).

Oberer Grenzwert


Für Männer und Frauen werden als obere Grenze meist 30 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) gewertet.

Erhöhte Werte


Erhöhte Lp-a-Werte finden sich bei Fettstoffwechselstörungen, insbesondere im Rahmen des Diabetes mellitus und der Hypothyreose. Stark erhöhte Werte können genetisch verursacht sein.

Erniedrigte Werte

Sehr niedrige Lp-a-Werte sind eher selten. Sie können auf einen genetischen Defekt hindeuten. Eine Östrogentherapie und eine Hyperthyreose ist oft mit niedrigen Werten verbunden.

Bedeutung erhöhter Lipoprotein(a)-Werte

Lp(a) ist ein Marker für ein erhöhtes Risiko arteriosklerotischer Komplikationen, da es einerseits die Arteriosklerose und andererseits auch die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) fördert [1]. Nach einer Auswertung von 3 Studien an insgesamt 6762 Patienten bei Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit signifikant mit kardiovaskulären Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Symptomen einer peripherer arterieller Verschlusskrankheit assoziiert [2].

Indikationen zur Lp-a-Bestimmung

Es wird empfohlen, Lp-a sollte unter folgenden Bedingungen zu bestimmen [3]:

  • positive Familiengeschichte bezüglich frühzeitigem Herzinfarkt oder Schlaganfall,
  • familiäre Hypercholesterinämie,
  • wiederholte kardiovaskuläre Ereignisse,
  • unzureichende LDL-senkende Wirkung von Statinen.

Therapie erhöhter Lipoprotein(a)-Werte

Eine ausreichend wirksame Therapie zur Senkung eines erhöhten LP(a)-Spiegels steht nicht zur Verfügung. Nach Senkung eines erhöhten LDL-Cholesterin-Spiegels z. B. durch Diät und Statine können die Lp-a-Werte im Blut erhöht bleiben. In diesen Fällen besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko für arteriosklerotische Komplikationen [4].

LDL-Cholesterin-Senkung bei erhöhtem Lp-a

Laut einer in den Mayo Clinic Proceedings 2013 veröffentlichten Empfehlung [5] kann bei erhöhtem Risiko arteriosklerotischer Komplikationen und erhöhtem Lp-a folgendermaßen vorgegangen werden:

Wenn

  • ein Patient eine Indikation zur Lp-a-Bestimmung aufweist (s.o.),
  • der Rest-LDL-C-Wert unter Statin-Therapie zwischen 70 und 100 mg/dl liegt und
  • der Lp-a-Wert 30 mg/dl übersteigt,

dann sollte zusätzlich Niacin (bis zu 2g/Tag) in die therapeutischen Überlegungen einbezogen werden.

Wenn trotz dieser Therapie die koronare Herzkrankheit ([KHK]]) fortschreitet oder LDL-Werte 160 mg/dl überschreiten, so sollte eine LDL-Apherese überlegt werden.

Therapeutische Perspektive

Eine therapeutische Perspektive bietet ein Antikörper gegen das Enzym Proprotein-Konvertase Subtilisin-kexin Typ 9 (PCSK9). PCSK9 bindet direkt an den LDL-Rezeptor und induziert dessen Abbau. Es behindert damit die Senkung der LDL-C-Konzentration im Blut. Seine Hemmung führt laut Studienlage zu einer Senkung des Lp(a)-Konzentration und des Arterioskleroserisikos.

Studienerfahrung mit AMG145

Mutationen des PCSK9-Gens, die den Funktionsverlust des Enzyms PSK9 (s. o.) bewirken, führen zu deutlich erniedrigtem LDL-C und vermindern das Risiko einer koronaren Herzkrankheit erheblich (bis zu 88%). Bei zwei Menschen wurden in beiden Allelen eine solche Mutationen gefunden. Sie weisen extrem niedrige LDL-C-Werte im Blut auf ohne offensichtliche andere Abnormalitäten. Diese Bedunde haben dazu ermutigt, Antikörper gegen PCSK9 und die Wirkung auf den Cholesterinstoffwechsel des Menschen mit einer ansonsten schwer behandelbaren heterozygoten familiären Hypercholesterinämie zu prüfen. Der Antikörper AMG145, alle 4 Wochen appliziert, zeigte einen ausgezeichneten Effekt mit rascher und deutlicher Senkung von LDL-C [6].

Verweise

Literatur

  1. ? Dis Markers. 2013;35(5):551-559
  2. ? J Am Coll Cardiol. 2013 Oct 10. pii: S0735-1097(13)05590-3. doi: 10.1016/j.jacc.2013.09.042. [Epub ahead of print]
  3. ? Mayo Clin Proc. 2013 Nov;88(11):1294-311
  4. ? Khera AV et al. Circulation. 2013 Nov 17. [Epub ahead of print]
  5. ? Mayo Clin Proc. 2013 Nov;88(11):1294-311
  6. ? Circulation. 2012 Nov 13;126(20):2408-17