Leberzirrhose

Leberzirrhose bedeutet Narbenleber. Sie ist das Endstadium einer sich langsam entwickelnden, chronisch verlaufenden, fibrosierenden Lebererkrankung, deren Ursache sehr unterschiedlich sein kann.

Patienteninfos zur Leberzirrhose siehe hier.

Was man wissen sollte


Kurzgefasst
Die Leberzirrhose ist die Endphase einer chronischen Leberkrankheit, die durch eine völlige Vernarbung und Verhärtung des Organs gekennzeichnet ist. Der Vernarbungsprozess wird in der Regel durch eine schleichende Entzündung hervorgerufen.

Ursachen können eine Virusinfektion der Leber (Virushepatitis), eine chronische Entzündung der Gallenwege (chronische Cholangitis, wozu auch die PBC und die PSC gehören), oder auch eine chronische Entzündung in einer Fettleber sein. Zu den häufigsten Ursachen gehört jedoch ein jahrelanger Alkoholabusus (siehe hier).

Die Symptome sind sehr variabel und hängen vom Stadium der Leberzirrhose sowie von ihrer Ursache ab; sie reichen von Symptomfreiheit bis zu Wassereinlagerungen (Aszites und Ödeme) und geistiger Eintrübung (siehe hier).

Die Diagnostik stützt sich im Wesentlichen auf die Ultraschalluntersuchung der Leber verbunden mit geeigneten Laboruntersuchungen; eine mikroskopische Untersuchung (Leberhistologie) ist nicht immer erforderlich. (siehe hier).

Die Komplikationen einer Leberzirrhose können schwerwiegend und sogar lebensbedrohlich sein; zu den gefährlichsten gehören die akute Blutung aus der Speiseröhre und das Leber-bedingte Nierenversagen (siehe hier).

Die Behandlung berücksichtigt die Ursachen und die Komplikationen und muss daher individuell ausgerichtet werden. Sie beruht wesentlich auf medikamentösen Maßnahmen und einer angepassten Diät (siehe hier).

Patienteninfos zur Leberzirrhose, ihrer Komplikationen und Behandlung finden Sie hier.
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Alle Themen zur Leberzirrhose finden Sie im Leberzirrhose-Kompendium.


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Ursachen der Leberzirrhose


Als Ursache einer Leberzirrhose findet sich in Europa und den USA am häufigsten eine schleichend verlaufende alkoholische Fettleberhepatitis (ASH, alkoholische Steatohepatitis). Danach kommen chronische Verlaufsformen der Hepatitis B und Hepatitis C. Seltenere Formen sind die Primär biliäre Zirrhose (PBC) und die Primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Eine häufig unterschätzte Ursache ist die nicht alkoholisch bedingte Fettleber (NASH, nicht alkoholische Steatohepatitis), in der ebenfalls schleichende Entzündungsvorgänge ablaufen.

Ist keine Ursache zu eruieren, spricht man von einer kryptogenen Leberzirrhose. Eine genauere Diagnostik allerdings findet häufig eine seltenere Leberkrankheit, die zur Zirrhose geführt haben kann. Mehr dazu hier.

Weiter zur Liste der Ursachen einer Leberzirrhose.

Pathogenese

Die Entstehung einer Leberzirrhose verläuft über eine Bildung von kollagenen Fasern im Lebergewebe. Auslöser sind entzündliche Prozesse, die durch eine chronische Infektion (z. B. chronische Hepatitis, chronische Cholangitis) oder toxische Stoffe (z. B. chronischer Alkoholabusus, Medikamente) bedingt sein können. An der Kollagenbildung sind vor allem die Ito-Zellen (hepatic stellate cells) beteiligt. Es bildet sich durch Zunahme der Kollagenfasern eine diffuse Leberfibrose (Vernarbung) und schließlich eine Leberzirrhose. Durch die narbige Verhärtung und schließlich Schrumpfung des Organs kommt es

  • einerseits zur Verminderung der Leistungsfähigkeit der Leber bezüglich aller ihrer Funktionen (siehe hier) mit den Folgen vermehrter Wassereinlagerungen als Ödeme und Aszites und Blutgerinnungsstörungen und
  • andererseits zum Blutrückstau im Pfortadersystem, der
    • im Magendarmtrakt eine Verschlechterung der Resorption (auch von Medikamenten),
    • eine Milzvergrößerung (Splenomegalie) und
    • die Ausbildung von Umwegskreisläufen verursacht, so z. B. zur linken Niere und zu den Ösophagusvenen. Es entstehen Ösophagusvarizen mit der Gefahr einer Blutung.

Die Kenntnis über die Entstehung einer Fibrosierung führt zu Überlegungen bezüglich neuer Therapiemöglichkeiten. Dazu siehe hier.

Epidemiologie

Weltweites Vorkommen mit unterschiedlicher Inzidenz. Die genaue Inzidenz ist unsicher, da viele Zirrhosen symptomlos verlaufen; in Europa rechnet man mit etwa 242/100.000 (Studie 1981-1985); davon sind ca. 190 alkoholbedingt.

Die Prävalenz beträgt 9,5 % (Autopsiestudie von 1989).

Symptomatik

Die Symptomatik einer Leberzirrhose hängt vom Grad der Einschränkung der Stoffwechselleistung und den Komplikationen der portalen Hypertension ab. Bei fortgeschrittener Leberzirrhose dominieren Gelbsucht, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Nachlassen der Hirnleistung (hepatische Enzephalopathie) und Blutungen aus Ösophagusvarizen.

Mehr zur Symptomatik der Leberzirrhose.