Kartoffeln

Die Kartoffel (Solanum tuberosum L.) gehört in Europa zu den Grundnahrungsmitteln. Es ist eine Wurzelknolle einer Nutzpflanze aus der Familie der Nachschattengewächse, zu der auch die Tomate gehört. Sie stammt ursprünglich aus den Anden und wurde nach Entdeckung Südamerikas im 16. Jahrhundert von den Spaniern nach Europa gebracht. In Deutschland hat sie sich erst im 18. Jahrhundert ausgebreitet. Heute wird die Kartoffel für die Ernährung, als Futtermittel und zum Teil auch zur Erzeugung von Stärke und Alkohol verwendet. Von Bedeutung ist die Kartoffel für die menschliche Ernährung insbesondere wegen ihres Gehalts an Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitamin C und Kalium [1].

Kartoffelsorten


Inzwischen gibt es außerordentlich viele verschiedene Kartoffelsorten. Sie werden nach verschiedenen Kriterien unterschieden, beispielsweise nach ihrer Reifung in frühreife, mittelfrühreife und mittelfrüh- bis spätreife Sorten, oder nach ihrer Kocheigenschaft in fest, vorwiegend fest oder mehlig kochende Sorten. Inzwischen gibt es eine Reihe gentechnisch veränderter Kartoffeln, die besonders viel Amylopectin enthalten, das als Futtermittel verwendet wird (z. B. „Amflora“).

Nährwert


Kartoffeln bestehen zu fast 80% aus Wasser. Von den Feststoffen (Trockenmasse) der geschälten Kartoffel macht Stärke mit 75% den überwiegenden Anteil aus; der Anteil an Eiweiß beträgt etwa 10%, an Ballaststoffen ebenfalls etwa 10% und an Mineralen und Spurenelementen etwa 5%; Fett ist mit unter 0,5% für die Ernährung bedeutungslos. 100 g Kartoffeln entsprechen etwa 70 kcal. Kartoffeln sind eine wertvolle Quelle an Elektrolyten und Spurenelementen; 100 g enthalten 540 mg Kalium, 27 mg Magnesium, 75 mg Phosphor, 0,64 mg Eisen, 0,35 mg Zink.

Von den Vitaminen sind vor allem B1 (Thiamin, Aneurin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin, Nicotinsäure), Vitamin B6 (Pyridoxin, 0,21 mg in 100 g) und C (Ascorbinsäure) (12,6 mg in 100 g) in der Kartoffel enthalten Werte nach [2].

Kartoffelschalen (Pelle) enthalten das Alkaloid Solanin, welches bei normaler Verwendung der Kartoffel in geschältem Zustand keine Rolle spielt, aber bei Verzehr ungeschälter Kartoffeln in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann.

Bedeutung für die Ernährung

Kartoffeln bilden in Europa wegen ihres hohen Gehalts an Kohlenhydraten in Form von Stärke, an hochwertigem Eiweiß, an Vitaminen und Spurenelementen eine wesentliche Grundlage der Ernährung. Sie wird zudem in der Fleischindustrie als Futtermittel verwendet.

Medizinische Bedeutung

Kartoffeln sollen einige günstige Wirkungen auf die Gesundheit haben. Dazu gehören laut einer Zusammenstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse [3]:

  • Senkung des Blutdrucks,
  • Verbesserung der Blutfette,
  • Senkung der Entzündungszeichen.

Allerdings ist die Studienlage noch unzureichend, speziell bezüglich des Effekts auf das Gewicht und die cardiometabolischen Auswirkungen.

Da die Kartoffel in vielen Speisen mit sehr viel Fett angerichtet wird, ist der ihr eigene eher positive Effekt auf die Gesundheit oft verdeckt bzw. konterkariert [4].

Verweise

Literatur

  1. ? Crit Rev Food Sci Nutr. 2009 Nov;49(10):823-40
  2. ? Adv. Nutr. 213; 4: 393S–401S.
  3. ? Ann Med. 2013 Nov;45(7):467-73
  4. ? Adv Nutr. 2013 May 1;4(3):393S-401S