Kalzium

Kalzium (auch Calcium geschrieben) gehört zu den Elektrolyten des Bluts. Es hat vielfältige Funktionen; Beispiele sind der Knochenstoffwechsel, die Muskelkontraktion und der Einfluss auf den Phosphathaushalt des Körpers. Die Konzentrationen von Calcium und Phosphat im Blut werden sehr fein reguliert. Von Bedeutung dabei sind vor allem dass D-Hormon (siehe unter Vitamin D) und das Parathormon. Sie beeinflussen die Calciumaufnahme im Dünndarm, den Knochenstoffwechsel und die Phosphatausscheidung in den Nieren. Bei Störungen im Calciumhaushalt fällt das Augenmerk daher auf die Nebenschilddrüse und das Vitamin D.

Im Blut ist Kalzium etwa zur Hälfte an Proteine, vor allem an Albumin gebunden, zur anderen Hälfte frei ionisiert. Ein kleiner Anteil (etwa 5%) liegt komplex an Phosphat oder Bicarbonat gebunden vor. Bei Alkalisierung des Bluts verschiebt sich frei ionisiertes Calcium in die Albuminbindung; es sinkt das freie Calcium. Bei Senkung des Blut-pH´s tritt eine entgegen gesetzte Verschiebung ein.

Das frei ionisierte Kalzium unterliegt der Regulation durch das Parathormon, die anderen Formen nicht. In der Laborroutine wird jedoch Kalzium primär als Gesamtkalzium (alle drei Fraktionen) bestimmt. Bei Veränderung der Albuminkonzentration oder des Blut-pH´s sollte dagegen das ionisierte Calcium bestimmt werden.

Indikationen zur Calciumbestimmung


Da eine Erhöhung oder Erniedrigung des Kalziumspiegels im Blut keine oder nur sehr unspezifische und vieldeutige Symptome (Hypo- oder Hypercalcaemie) hervorrufen, wird Calcium meist routinemäßig im Rahmen einer Elektrolytbestimmung im Blut mitbestimmt. Bei Auffälligkeiten werden Parathormon und Vitamin D3 (bzw. Cholecalciferol) und ggf. eine Phosphatclearance bestimmt.

Gezielt wird Kalzium beispielsweise bestimmt

  • bei chronischer Niereninsuffizienz,
  • bei Tumorleiden,
  • bei Verdacht auf Vitamin-D-Überdosierung,
  • zur Abklärung einer Tetanie oder von Wachstumsverzögerungen oder
  • bei abnormer Knochenbrüchigkeit, speziell bei Spontanfrakturen.

Referenzwerte


Die Normgrenzen für Kalzium sind in der Jugend altersabhängig.

  • 12 Jahr(e) bis 15 Jahr(e) 2,10 – 2,50 mmol/l
  • 15 Jahr(e) bis 18 Jahr(e) 2,15 – 2,45 mmol/l
  • 18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e) 2,15 – 2,65 mmol/l

Der Normbereich für ionisiertes Kalzium liegt zwischen 1.15 und 1.3 mmol/l.

Bitte beachten: die verschiedenen Labore können unterschiedliche Normgrenzen angeben.

Erhöhte Werte

Eine Erhöhung der Kalziumkonzentration im Serum oder Plasma (Hyperkalzämie) findet sich beispielsweise bei:

  • Tumore mit einer Fernwirkung auf den Knochenstoffwechsel oder mit Knochenmetastasen (Tochtergeschwülsten in den Knochen),
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse mit vermehrter Produktion von Parathormon (Hyperparathyreoidismus),
  • Boeck Morbus Boeck (Sarkoidose),
  • Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose),
  • Vitamin-D-Überdosierung
  • Erhöhte Albuminkonzentration; hierbei kann das freie ionisierte Calcium normal sein,
  • Azidose (Ansäuerung des Bluts, beispielsweise bei einer Niereninsuffizienz), hierbei ist oft das Gesamtcalcium normal und nur das stoffwechselrelevante ionisierte Kalzium erhöht: bei erniedrigtem pH des Bluts ist immer das ionisierte Calcium zu bestimmen.

Erniedrigte Werte

Eine Erniedrigung der Calciumkonzentration im Serum oder Plasma (Hypokalzämie) findet sich beispielsweise bei:

  • Erniedrigung der Albuminkonzentration, beispielsweise durch Verlust über die Nieren, d.h. bei hoher Eiweißausscheidung mit dem Urin (große Proteinurie),
  • Dünndarmkrankheit mit hochgradiger Resorptionsstörung, wie beispielsweise bei der Coeliakie (Sprue),
  • Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Hypoparathyreoidismus), z.B. nach Mitentfernung der Nebenschilddrüsen bei einer Schilddrüsenoperation,

Verweise