Herzzeitvolumen

Das Herzzeitvolumen (HZV) ist das Produkt aus Herzfrequenz und Schlagvolumen. Es beträgt bei Gesunden zwischen 6 l/min und bis zu 25 l/min unter extremen Belastungen.

Diagnostik


Das Herzzeitvolumen kann echokardiographisch durch Messung der Ejektionsfraktion (EF, Anteil der Füllung des linken Ventrikels, der pro Herzschlag in die Aorta gepumpt wird) und der Herzfrequenz bestimmt werden.

Physiologie


Das Herzzeitvolumen wird vielfältig geregelt.

  • Nach dem Frank-Starling-Mechanismus hängt die Wandspannung, die für Auswurfkraft des Herzens bereit steht (Vorlast), vom Füllungszustand, der von der Nachlast mitbestimmt wird, ab. Sie wird ebenfalls bestimmt von der kardialen Reserve, die in Form von myokardialer ATP bereitsteht. Diese wiederum ist von der Verfügbarkeit der ATP-Lieferer Glukose, Fettsäuren und Sauerstoff abhängig.
  • Ein Abfall des Blutdrucks bei zu niedrigem HZV führt reflektorisch über Barorezeptoren zu einer Erhöhung des Sympathikotonus und einer Reduktion des Parasympathikotonus. Die Sympathikusaktivierung wirkt positiv inotrop (kraftsteigernd) und chronotrop (frequenzsteigernd).
  • Bei Blutdruckabfall wird über neurohumorale Reflexe das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System aktiviert, wodurch der periphere Widerstand und die Herzleistung erhöht werden und das Blutvolumen steigt. Über eine Ausschüttung des atrialen natriuretischen Faktors (ANF, oder ANP für atriales natriuretisches Peptid) wird bei vermehrter Füllung des rechten Vorhofs führt zu einer renalen Natriumretention und damit zu einer Retention auch des zugehörigen Lösungswassers. Andere Hormone werden ebenfalls erhöht gefunden, so. z. B. BNP (natriuretisches Peptid vom B-Typ) oder ADH (Adiuretin).

Pathophysiologie

Bei einer Herzinsuffizienz wirken die physiologisch sinnvollen Mechanismen zur Aufrechterhaltung einer bedarfsadäquaten HZV-Steigerung kontraproduktiv und unter Umständen lebensgefährlich. Sie führen in einem Circulus vitiosus zu einer weiteren Belastung, die das Herz nicht mehr meistern kann. Aus einem Linksherzversagen mit Lungenödem kann sich der Körper nicht eigenständig befreien. Therapeutisch werden Diuretika, ACE-Hemmer, Aldosteronantagonisten und Beta-Blocker eingesetzt.

Verweise