Hämorrhagische Gastritis

Die hämorrhagische Gastritis ist eine blutige Magenschleimhautentzündung (Gastritis), bei der Blut in der Schleimhaut als Blutpunkte (Schleimhautpetechien) oder sogar als Blut im Magensaft zu erkennen ist.


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Ursachen


Verschiedene Ursachen kommen in Betracht.

  • Medikamente: Oft sind Medikamente anzuschuldigen, so beispielsweise nichtsteroidale antientzündliche Mittel (Antiphlogistika, COX-1-Hemmer oder ASS (Aspirin).
  • Helicobacter-Gastritis: eine floride Hp-Infektion kann zu Hämorrhagien in der akut entzündeten Magenschleimhaut mit Hämorrhagien führen.
  • Toxische Substanzen: hochprozentiger Alkohol, Chemikalien oder zu heiße Getränke können zu einer hämorrhagischen Gastritis führen.
  • Galliger Reflux aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum): Die normale Galle ist für Dünndarm und Dickdarm verträglich, nicht jedoch für die Schleimhaut des Magens oder der Speiseröhre (Ösophagus). Bei einer Motilitätsstörung kann galliges Dünndarmsekret in den Magen zurück laufen, was als „galliger Reflux bei Dyskinesie des Magendarmkanals“ bezeichnet wird. Die toxischen Gallensäuren verursachen eine Gastritis, die gelegentlich hämorrhagisch sein kann.

Manchmal kann die Ursache nicht eruiert werden.

Gastroskopie


Typische petechiale (punktförmige Blutungen in der Magenschleimhaut unter Aspirin (ASS), das oft als Dauermedikation zur Vorbeugung eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls verordnet wird. Die weißlichen Schlieren stammen von einem Magenschutzmittel, das in diesem Fall jedoch nicht ausreichend geschützt hat.

Die hämorrhagische Gastritis ist eine primär endoskopische Diagnose. Es finden sich typischerweise Blutungsherde, die zum Untersuchungszeitpunkt auf die Magenschleimhaut beschränkt sein können und als Blutpunkte (Petechien) erscheinen; dann ist der Magensaft selbst nicht blutig. Oder sie bluten und der Magensaft enthält Blutschlieren bzw. die Schleimhaut ist blutverschmiert, oder das Magenluken ist gar voller Blut. Endoskopisch kann manchmal schlecht entschieden werden, wie ausgeprägt dabei die Gastritis ist. Dies entscheidet die Histologie.

Histologie

Histologisch (im Feinschnitt unter dem Miskroskop) erkennt man eine mehr oder weniger ausgeprägte Schleimhautentzündung. Gelegentlich besteht eine Diskrepanz zwischen dem eindrücklichen gastroskopischen Befund und nur geringfügigen Veränderungen in der Histologie besteht. Manchmal jedoch wird eine floride, hoch akute Gastritis mit oberflächlichen kleinen Erosionen des Epithels festgestellt. Die Differenzierung erfolgt histologisch; so kann unter dem Mikroskop auch der Nachweis geführt werden, ob eine Helicobacter-Besiedlung vorliegt.

Therapie

Die Therapie besteht in der Vermeidung der Auslöser, so sie anamnestisch oder histologisch herausgefunden werden können, und der Unterdrückung der Magensaftproduktion durch Säureblocker. Im Falle des Nachweises von Helicobacter pylori ist in der Regel eine medikamentöse Eradikation indiziert.

Verweise

Patienteninfos