Hämolytische Anämie

Hämolytische Anämie bedeutet Blutarmut (Anämie) durch verkürzte Überlebenszeit der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Ihre vorzeitige Auflösung wird als Hämolyse bezeichnet.

Zur Anämie siehe hier.

Entstehung


Normalerweise haben die Erythrozyten eine mittlere Überlebenszeit im Blut von etwa 110 Tagen. Ist sie verkürzt, bedeutet dies einen erhöhten Zerfall, erkennbar an der Freisetzung von Hämoglobin und LDH aus dem Zellinneren.

Eine gesteigerte Hämolyse bewirkt reaktiv eine erhöhte Neubildung im Knochenmark, erkennbar an einem Anstieg der Retikulozyten (Erythrozytenvorstufen) im Blut.

Diagnostik


Eine Blutarmut ist durch eine Erniedrigung des Hämoglobins im Blut definiert (siehe hier). Ist sie nicht offensichtlich durch eine Blutung bedingt, d.h. ungeklärt, werden die Hämolyseparameter bestimmt, vor allem die Retikulozyten, die LDH, das indirekte Bilirubin, das Haptoglobin und das freie Hämoglobin.

Der direkte und der indirekte Coombstest dienen dem Nachweis erythrozytärer Antikörper.


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 Ursachen und Differenzialdiagnosen

Folgende Faktoren führen zu einer gesteigerten Hämolyse:

Weitere Differenzialdiagnosen:

  • Zieve-Syndrom: Eine hämolytische Anämie bei einer alkoholischen Leberkrankheit kommt beim Zieve-Syndrom vor.
  • Thalassämie: Zu den gelegentlich anzutreffenden Hämoglobinopathien mit Hämolyse und zum Teil ausgeprägter Anämie gehört die Thalassämie.

Mehr zu den Ursachen siehe hier.

Therapie

Die Behandlung der hämolytischen Anämie richtet sich nach der Grunderkrankung; beispielsweise kommen bei einer autoimmunen Genese Glukokortikoide in Frage, bei einer Thalassämie Bluttransfusionen; ist sie tumorassoziiert, kann ggf. eine Chemotherapie zur Besserung beitragen. Oft ist eine permanente Hämolyse wie bei der Thalassämie schwer zu behandeln, da gehäufte Bluttransfusionen zu einer Eisenakkumulation im Körper führen.


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Verweise