HNPCC

HNPCC bedeutet Hereditäres nichtpolypöses Kolonkarzinom; andere Bezeichnung: Lynch-Syndrom. Es ist mit 1-6% die häufigste Form eines genetisch bedingten Kolonkarzinoms.

Genetik


Autosomal dominante Vererbung. DNA-Reparatur-Gene sind instabil; daher können Basenfehlpaarungen in der DNA nicht mehr beseitigt werden mit der Folge der Anhäufung von Mutationen. Eine Mutation in Proonkogenen oder Tumor-Suppressor-Genen kann zur Auslösung der Adenom-Karzinom-Sequenz führen; allerdings ist offen, ob nicht die Mehrzahl der Karzinome ohne Adenom-Vorstufen entsteht. Bei dem HNPCC sind bisher 5 unterschiedliche DNA-Mismatch-Reparatur-Gene bekannt. Daher ist die molekulargenetische Analyse aufwendig.

Klinik


Typisch frühes Auftreten meist im Alter unter 50 Jahren, Auftreten multipler, meist wenig differenzierter Karzinome im Kolon und zudem gehäuft Karzinome im Dünndarm, Magen, Endometrium, Ovarial, Urothel, Gallenwegssystem, Gehirn. Lokalisation häufig (etwa 2/3) im rechtsseitigen Kolon.

Diagnostik

Der Verdacht auf ein HNPCC nach klinischen Kriterien (junges Alter, multiple Karzinome, Familiengeschichte) (Anwendung der Amsterdam- oder Bethesda-Kriterien)

Prüfung des Tumorgewebes auf genomische Instabilität (MSI, Mikrosateliteninstabilität) mit Hilfe der Immunhistochemie (AK gegen das hMSH2- und hMLH1-Protein)

Untersuchung des Bluts auf Keimbahnmutationen (gelingt bei der o. g. Vorauswahl in etwa 70%).

Überwachung

Jährliche Hämoccult-Tests, Urinzytologien (Suche nach Urothelkarzinom), gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen, zweijährlich Koloskopien. Bei nachweislich positivem Genstatus und Krebsangst ist eine präventive Kolektomie zu diskutieren.

Verweise

Literatur