Frank-Starling-Mechanismus

Definition

Physiologischer Mechanismus, nach der der Füllungszustand des linken Ventrikels am Ende der diastolischen Füllungsphase (Vorlast) das Schlagvolumen bzw. das Herzzeitvolumen bestimmt.

Je größer die Ventrikelfüllung, desto größer seine Auswurfleistung.

Dies kann auch als Druck-Volumen-Beziehung ausgedrückt werden:

Je größer der enddiastolische Druck im Ventrikel, desto größer das Schlagvolumen.

Die Beziehung gilt jedoch nur bis zu einer bestimmten Vorlastgrenze. Ist die enddiastolische Füllung größer als der Grenzwert, nimmt das Schlagvolumen wieder ab.

Bestimmung der Herzleistung

Die Messung der Kontraktionskraft des Herzens (Auswurfleistung) ist indirekt echokardiographisch über die Ejektionsfraktion (EF) messbar. Die Messungen stimmen im Wesentlichen mit den Messungen per Herzkatheteruntersuchung überein.

Herzleistung unter Krankheitsbedingungen

Unter pathophysiologischen Bedingungen einer Herzinsuffizienz (beispielsweise bei Kardiomyopathie oder einer koronaren Herzkrankheit) gilt die Frank-Starling-Beziehung nicht mehr. Bei Zunahme der Vorlast nimmt die Herzleistung nicht adäquat zu, und der Anstieg der Kontraktilitätszunahme endet bei einer niedrigeren als der normalerweise erreichbaren Vorlast, erkennbar an einer Abnahme der EF. Das Herz kompensiert dies zunächst über eine Erhöhung der Schlagfrequenz (adrenerge Gegenregulation), um das Herzzeitvolumen den Anforderungen gemäß anzuheben, was aber je nach Bedingung nur beschränkt gelingt. Die kardiale Reserve nimmt schließlich ab (siehe unter Herzzeitvolumen).

Verweise