Fieber

Fieber ist eine abnormale Erhöhung der Körperkerntemperatur unter Ruhebedingungen, die der Körper durch eine Sollwertverstellung im Temperaturzentrum des Gehirns selbst bewirkt. Es ist ein häufiges Symptom von Krankheiten, so bei Entzündungen, Infektionen und Tumoren. Ein rascher und starker Anstieg der Körpertemperatur wird als Schüttelfrost erlebt. Temperaturen über 38,5 – 39 Grad Celsius sollten gesenkt werden. Höhere Werte bedeuten ein erhöhtes Risiko für eine Hirnschädigung (Enzephalopathie, Fieberdelir) an.


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Messung


Ziel einer Messung der Körpertemperatur ist eine Abschätzung der nicht direkt zugänglichen Temperatur im Körperkern, d. h. beispielsweise im Blut des Herzens. Bei der Beurteilung des Werts muss berücksichtigt werden, dass körperliche Arbeit oder starke Stoffwechseltätigkeit (wie in der Leber nach einer Mahlzeit) erhöhte Temperaturen physiologisch (also nicht krankhaft) auftreten. Folgende Messmethoden sind gebräuchlich:

  • unter der Achsel: unzuverlässig, spiegelt nicht unbedingt die Temperatur im Körperkern wider.
  • im Mund: akzeptabel
  • im Ohr (Gehörgang): akzeptabel, heute am gebräuchlichsten
  • rektal: unhygienisch, akzeptable Werte

Grenzwerte


Die Körpertemperatur wird vom Körper normalerweise im Bereich von 36.0 und 37.0 Grad Celsius gehalten (Sollwert-Bereich). Unter verschiedenen Bedingungen kann der Sollwert erhöht werden.

Ab 37.5 Grad Celsius wird in der Regel von Fieber gesprochen, zwischen 37,0 und 37,5 von subfebrilen Temperaturen. Leicht subfebrile Temperaturen können bei Frauen je nach Regelphase normal sein.

Ursachen

Zusammenstellung einer Auswahl häufiger und wichtiger Ursachen von Fieber:

Vorgetäuschtes Fieber lässt sich durch Messung im Ohr rasch differenzieren.

Diagnostisches Vorgehen

Anamnese

Das diagnostische Vorgehen richtet sich zunächst nach den Informationen aus der Krankengeschichte.

Die häufigsten Ursachen erhöhter Körpertemperaturen sind

Wenn die häufigen Ursachen erhöhter Temperaturen nicht in Frage kommen, sollten folgende Fragen geklärt werden:

  • Sonstige Symptome: Schmerzen? Appetitlosigkeit? Abgeschlagenheit …?
  • Entwicklung des Allgemeinbefindens vor der Fieberepisode? (Hinweise auf einen Tumor oder chronischen Infekt)
  • Gewichtsabnahme in den letzten Wochen oder Monaten? (Hinweise auf Tumor oder Hyperthyreose)
  • Tumorkrankheit bekannt? (Tumorfieber, Paraneoplasie)
  • Neue Medikamente? (Drug-Fieber)
  • Ansteckungsmöglichkeit in sozialem Umfeld? (Infektionskrankheit)
  • Auslandsaufenthalt? (Infektionskrankheit)
  • Schüttelfröste? (Sepsis, Septikämie bei bakteriellem Streuherd)
  • Familienanamnese: z. B. familiäres Mittelmeerfieber? Rheumatische Erkrankung?

Untersuchungen

Seltene Fieberursachen

Wenn trotz intensiver Suche keine Fieberursache gefunden wird, ist dennoch weiterhin an eine Endokarditis, eine Spondylodiszitis und an Tumorfieber zu denken.

Das „neutropenische Fieber“ (Fieber bei Neutropenie) sollte an eine Knochenmarkskrankheit denken lassen.

In Frage kommt auch ein hereditäres Fieber wie das familiäre Mittelmeerfieber.

Therapie

Leichte Temperaturerhöhungen bedürfen keiner besonderen Therapie.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wenn Ursachen (wie z. B. akute Virusinfektionen) jedoch nicht ursächlich behandelbar sind, beschränkt sich die Behandlung auf eine Temperatursenkung, z. B. durch kalte Umschläge um die Beine (Wadenwickel) und Antipyretika (wie z. B. Novaminsulfon oder Paracetamol).

Verweise