Elektrolytregulation bei Lebererkrankungen

Bei Leberkrankheiten kann die Regulation des Elektrolythaushalts im Körper gestört sein. Dies gilt insbesondere für die Leberzirrhose.

Hyponatriämie und Hypoosmolarität


Hyponatriämie und Hypoosmolarität treten bei Leberzirrhose und bei Fettleberhepatitis auf.

Ursache


Hypothalamische ADH-Hypersekretion, ausgelöst durch periphere Vasodilatation (Endotoxine – NO – Vasodilatation)

Folgen der Hypoosmolarität

Zellschwellung in der Leber mit Genaktivierung für Proteolyse und daher Eiweißkatabolismus. Die Hyponatriämie bewirkt auch ZNS-Symptome (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Dysfunktionen); deshalb Vorsicht bei Werten <130mmol/l. Bei peripherer Vasodilatation auch Aktivierung des RAAS. Folge: Retention von NaCl mit Lösungswasser; aber dadurch nicht immer Ausgleich der Elektrolyte, so dass eine Hypoosmolarität oft manifest bleibt.

Therapie

  • Flüssigkeitsrestriktion bei Hyponatriämie, vorübergehend bis auf 200 ml/d
  • Da der Urin relativ zum Plasma hypoton ist (ADH-Wirkung, Mangel an Prostaglandinen im Nierenparenchym), besteht bei strikter Flüssigkeitsrestriktion keine Gefahr einer zunehmenden Hyponatriämie durch zusätzliche Diuretika. Wenn die Hyponatriämie zunimmt, Diuretika absetzen. Keine nierenschädigenden Medikamente (cave NSAR)!
  • Dialyse zum Elektrolytausgleich (heroisch, ohne Erfolgsgarantie)
  • experimentelle Maßnahmen wie Gabe von Demeclocyclin (Blocker der ADH-Wirkung am Sammelrohr, cave kann Nierenversagen hervorrufen), anderer ADH-Antagonisten (mit Wirkung am Sammelrohr), Misoprostol (PG-E1-Analogon, fördert die Ausscheidung freien Wassers)

Hypokaliämie

Eine Hypokaliämie kommt bei Leberzirrhose häufig zusammen vor

Bei diskrepant niedrigem Serumkalium kommt deshalb therapeutisch die Gabe von Spironolacton (Aldosteronantagonist) in Betracht.

Verweise