Chronische Pankreatitis

Die chronische Pankreatitis ist eine lang anhaltende Bauchspeicheldrüsenentzündung. Es handelt sich um eine Entzündung des Pankreas mit schubweisem oder kontinuierlich sich verschlechterndem Verlauf mit der Folge einer exokrinen und endokrinen Insuffizienz.

Siehe auch Pankreatitis – Neues

Was man wissen sollte


Kurzgefasst
Die chronische Pankreatitis

ist eine nicht ausheilende Form der Bauchspeicheldrüsenentzündung mit der Tendenz einer allmählichen oder schubweisen Verschlechterung und dem Risiko eines Pankreaskarzinoms.

Die häufigste Ursache ist Alkohol; aber es kommen auch seltenere Ursachen in Betracht, wie eine durch Medikamente oder durch autoimmune Reaktionen unterhaltene Entzündung. In vielen Fällen sind schwer beherrschbare Bauchschmerzen das Hauptsymptom, in späteren Stadien kommen Verdauungsstörungen hinzu.

Als Komplikationen können eine Pseudozyste, ein Verschlussikterus, eine Pfortaderthrombose und eine ausgeprägte Gewichtsabnahme eintreten.

Die Behandlung richtet sich in erster Linie gegen die Schmerzen. Alkohol und potentiell schädigende Medikamente sollten absolut vermieden werden. Regelmäßige Untersuchungen mit Laborwerten und bildgebenden Verfahren dienen der frühzeitigen Krebserkennung.

Eine allgemeinverständliche Darstellung der chronischen Pankreatitis finden Sie hier.


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Pathogenese


Auslösende und unterhaltende Faktoren einer chronischen Pankreatitis sind

Daneben gibt es seltene Formen:

Das exokrine Pankreas hat eine hohe funktionelle Überkapazität, so dass sich eine exokrine Insuffizienz erst bei Unterschreitung der sekretorischen Leistung unter 10% ergibt. Die endokrine Kapazität der Insulinproduktion überschreitet in ähnlichem Maße die üblichen täglichen Anforderungen.

Genetische Bedingungen

Es gibt eine Bereitschaft zur Entwicklung einer Pankreatitis, die genetisch bedingt ist. Dazu zählen die familiären und hereditären Formen, aber auch eine Form der Alkohol induzierten Pankreatitis, bei der bereits ein geringer Alkoholkonsum eine Pankreatitis auslöst. Sie ist mit einer Variante des CLDN2-Gens assoziiert.

-> Mehr zu den genetischen Grundlagen einer Pankreatitisbereitschaft siehe hier.

Alkohol

Bei der alkoholbedingten Pankreatitis spielen offenbar mehrere Faktoren eine Rolle.

  • Obstruktionshypothese: Proteinausgüsse im Pankreasgang führen zum Sekretstau.
  • Toxisch-metabolische Hypothese: Alkohol schädigt die Azini durch die toxische Wirkung von Stoffwechselprodukten (Azetaldehyd und freie Radikale).
  • Nekrose-Fibrose-Hypothese: Die Zellnekrose in den Azini führt zu einer Entzündung mit der Folge von Fibrosierungsprozessen. Dabei spielen möglicherweise autoimmunologische Vorgänge eine Rolle (ähnlich wie bei der alkoholischen Hepatitis).

Bei einem Teil der Patienten mit chronischer Alkoholpankreatitis findet sich eine CFTR-Mutation (>13%) und eine Mutation des 5T-Allels im Intron 8 (>10%) und damit eine Verbindung zur Mukoviszidose, die jedoch in der Regel klinisch nicht vorliegt.

Bei vielen Patienten mit Alkoholpankreatitis findet sich eine Variante des CLDN2-Gens, die bereits bei nur geringen Alkoholmengen zu einer Pankreatitis prädisponiert (siehe hier).

Lithostatin

Ein vor kurzem noch diskutiertes Lithostatin, welches im Pankreas die Auskristalisation von Kalzium hemmen soll, spielt bei der Entstehung einer chronischen Pankreatitis (eventueller Mangel) offenbar keine Rolle.

Antibakterielle Wirkung des Pankreassafts

sie ist bei chronischer Pankreatitis herabgesetzt.

Spezielle Formen der chronischen Pankreatitis

Hereditäre Pankreatitis

Die Hauptform der hereditären Pankreatitis wird autosomal dominant vererbt; sie beginnt in der Kindheit und schreitet zu chronischen, kalzifizierenden Pankreatitis mit erhöhtem Karzinomrisiko fort. Im Zentrum der Pathogenese stehen wohl eine Punktmutationen von Trypsinogen/Trypsin (auf dem langen Arm von Chromosom 7), die zu einer Veränderung der Aktivierung oder des Abbaus von Trypsin führen. Auch eine Mutation des Trypsininhibitors SPINK1 kann für eine hereditäre Pankreatitis verantwortlich sein. SPINK 1 findet sich nicht nur in der Bauchspeicheldrüse, sondern auch in Leber, Lungen, Nieren, Brustdrüsen und Ovarien.

-> Mehr zur hereditären Pankreatitis siehe hier.

Rezidivierende akute Pankreatitiden

(z. B. nach rezidivierenden Gallensteinabgängen) können möglicherweise zur Chronifizierung führen.

Autoimmunpankreatitis

Bei 2% der chronischen Pankreatitiden ist eine autoimmune Genese zu diskutieren. Bei der Autoimmunpankreatitis finden sich häufig Antikörper gegen Carboanhydrase-I und -II.

-> Mehr zur Autoimmunpankreatitis.

Entstehung der Schmerzen bei Pankreatitis

Das durch eine chronische Pankreatitis ausgelöste Schmerzsyndrom ist wahrscheinlich multifaktoriell bedingt. Beteiligt sind: Verschwellung mit Druckerhöhung im Gewebe, Druckerhöhung im Pankreasgangsystem, Vernarbungen um die Nerven im Pankreasbereich, Sklerosierungen der Pankreasgefäße, Choledochusstenose. Heute stellt man eine Beeinflussung der Pankreasnerven durch die Entzündungsvorgänge in den Vordergrund der Diskussion.

-> Mehr zu Bauchschmerzen und Magenschmerzen.