Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)

Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG, auch kurz „Senkung“) ist ein Übersichtsparameter, der in manchen Fällen lediglich besagt, dass etwas im Körper nicht in Ordnung ist. Sie wird bestimmt, indem ungerinnbar gemachtes Blut in ein Senkungsröhrchen von 20 cm Höhe aufgezogen wird, das dann für 1 Stunde stehen gelassen wird. In dieser Zeit senken sich die Zellbestandteile (im Wesentlichen die roten Blutkörperchen) allmählich ab.

Eine fehlende BSG-Erhöhung schließt eine ernsthafte Krankheit nicht aus! Umgekehrt jedoch gehören unerklärte BSG-Erhöhungen abgeklärt bzw. kurzfristig kontrolliert.

Referenzwert

Normalerweise sinkt die obere Begrenzung der roten Blutsäule in der ersten Stunde nicht tiefer als 20%.

Erhöhte Werte

Ein Anstieg der BSG ist abhängig von der Produktion von „Akute-Phase-Proteinen“ und reagiert in Tageszeiträumen. Zur kürzerfristigen Kontrolle sind CRP, Procalcitonin und Interleukin-6 (siehe hier) besser geeignet.

Die BSG reagiert mit einer Erhöhung auch durch Anstieg der Gamma-Globuline.

Eine Erhöhung der BSG kommt vor bei

Eine „Sturzsenkung“ ist eine äußerst rasche Senkung der Zellsäule im Senkungsröhrchen (über 80 – 90 mm in der ersten Stunde); sie kommt vor bei Tumoren, insbesondere bei Lymphomen mit Paraproteinen (Plasmozytom, Morbus Waldenström), und Autoimmunkrankheiten.

Erniedrigte Werte

Eine ungewöhnlich niedrige BSG (unter 5 mm) gibt es z. B. bei einer Hyperbilirubinämie (erhöhte Bilirubinwerte im Blut) oder einer Hypogammaglobulinämie (erniedrigte Gamma-Globuline im Blut; die Gamma-Globuline können in einer Elektrophorese bestimmt werden).

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