BNP

BNP bedeutet ursprünglich „brain natriuretic peptide“. Da es ursprünglich im Schweinegehirn gefunden wurde, trägt es die fehlleitende Bezeichnung, denn es stammt aus dem Herzen. Heute wird es auch als „B-Typ-natriuretisches Peptid“ bezeichnet, so dass die Abkürzung BNP bestehen bleiben kann. Ein weiteres im Herzen gebildetes Peptidhormon, das die Natriumausscheidung in den Nieren steigert, ist ANP (A-Typ-natriuretisches Peptid).

Physiologie

BNP ist ein kardiogenes Peptid aus 32 Aminosäuren und wird im Myokard (Kammern und Vorhöfen) gebildet. Ausgangsprotein ist ProBNP, von dem BNP abgespalten wird. Übrig bleibt das (unwirksame) NT-proBNP, das ebenfalls im Blut gemessen werden kann.

Bei Dehnung der Herzwände (durch Volumenbelastung) wird proBNP von den Myozyten des Herzens gebildet. Seine Spaltprodukte sind das hormonell inaktive NT-proBNP (Amnosäuren 1-76) und das hormonell aktive BNP (Aminosäuren 77-108). BNP bewirkt eine Diurese und damit eine Blutdrucksenkung und Herzentlastung.

BNP hat einen cardioprotektiven Effekt. Beim Herzinfarkt im Tierversuch reduziert es das Nekroseareal und die Zellapoptose (vermittelt durch erhöhte Expression des antiapoptotischen Proteins Bcl-2 und durch die reduzierte Expression des proapoptotischen Proteins Bax). BNP wird daher als mögliches ideales Therapeutikum beim Herzinfarkt angesehen [1].

Bei myokardialen Entzündungsreaktionen steigt der Plasmaspiegel von BNP (im Gegensatz zu ANP) an [2].

Diagnostische Bedeutung

Der obere Grenzwert steigt mit dem Alter; er liegt bei Frauen höher als bei Männern. Der Normbereich reicht bei Männern etwa bis 100 pg/ml und bei Frauen bis 150 pg/ml. BNP und NT-proBNP haben die gleiche Aussagekraft.

Sowohl BNP als auch NT-proBNP sind indirekte Marker für eine Herzinsuffizienz. Sie können verwendet werden, um die Schwere einzuschätzen und den Verlauf und den Therapieerfolg zu beurteilen.

Im Falle einer Atemnot unklarer Ursache kann die BNP-Bestimmung in ähnlicher Weise wie eine Herzecho-Untersuchung zu einer Klärung führen. Bei Luftnot spricht ein BNP-Wert über 100 eher für eine kardiale, bei unter 100 eher für eine nichtkardiale Ursache (z. B. bei Anämie oder einer Lungenerkrankung). Für NT-proBNP liegt dieser Wert bei etwa 900 ng/L [3].

Cave: Ischämiereaktionen führen auch zur Erhöhung des BNP-Werts. Bei der Leberzirrhose können die BNP-Werte erhöht sein (verminderter Abbau?).

Verweise

Literatur

  1. ? Tohoku J Exp Med. 2009 Oct;219(2):107-14
  2. ? J Investig Med. 2009 Jan;57(1):29-32
  3. ? Am J Cardiol. 2008 Feb 4;101(3A):29-38

Hinweis: Die Angabe von Werten und Maßeinheiten dürfen nicht ungeprüft übernommen werden.