Aliskiren (Rasilez ®)

Aliskiren (Rasilez ®, Fa. Novartis) ist ein Medikament zur Hemmung der Renin-Wirkung (Reninhemmer). Indikationen sind vor allem die Hypertonie und die hypertone Herzkrankheit.

Kurzgefasst
Aliskiren ist ein Medikament

zur Senkung des Bluthochdrucks (Hypertonie). Es unterdrückt die Bildung von Substanzen im Körper, die die Blutgefäße verengen. Auch vermindert es die Bildung des Hormons Adiuretin, welches die Flüssigkeitsausscheidung in den Nieren einschränkt, und das Blutvolumen steigert. Aliskiren wird im Darm nur schlecht resorbiert und wirkt erst nach einigen Tagen. Eine günstige Wirkung wird vor allem bei einer durch Bluthochdruck bedingten Herzkrankheit (Hypertone Cardiomyopathie mit Herzinsuffizienz) erzielt. Auch wird die Eiweißausscheidung über die Nieren (Proteinurie) bei der Zuckerkrankheit vermindert.

Wirkung


Die Blutdruck-senkende Wirkung wird als vergleichbar oder sogar größer als diejenige von Hydrochlorothiazid (HTC 12.5-25 mg), dem ACE-Hemmer Ramipril (5-10 mg) oder dem AT1-Antagonisten Valsartan (160-320 mg) beschrieben; eine Kombination mit HCT ist besonders wirksam [1][2]. Auch bei Adipositas ist die Blutdruck-senkende Wirkung von Aliskiren stärker ausgeprägt als die von HCT.

Physiologie – Pathophysiologie


Aliskiren greift in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein, indem es die enzymatische Umwandlung von Angiotensinogen in Angiotensin I hemmt. Aus Angiotensin I wird durch Abspaltung von 2 Aminosäuren Angiotensin II, welches in zweierlei Weise wirksam: 1. es triggert eine vermehrte Bildung von Aldosteron in den Nebennieren, 2. es ist ein starker Vasokonstriktor (über die Angiotensin-Rezeptoren), 3. in der Hypophyse wird durch seine Wirkung Vasopressin (= Adiuretin, ADH) gebildet, das ebenfalls vasokonstriktiv und zudem antidiuretisch wirkt. Eine chronische AT1-Rezeptor-Stimulation durch Angiotensin II führt am Herzen zu mitogenen Effekten und einer Herzmuskelhypertrophie. Eine direkte Hemmung der Renin-Wirkung durch Aliskiren bewirkt, dass diese Folgen unterbunden oder vermindert werden.

Damit kann von einer therapeutischen Reninhemmung eine positive Wirkung bei Hypertonie[3] und der hypertonen Herzkrankheit speziell mit Herzinsuffizienz erwartet werden. Die Kombination mit Sartanen erhöht den antihypertensiven Effekt [4].

Bezüglich weiterer Medikamente, die das RAAS beeinflussen siehe hier.

Studienergebnisse

Einige Studien belegen die Wirkung von Aliskiren [5]:

  • Studie „Aloft“ (Aliskiren Observation of Heart Failure Treatment): Senkung des BNP (brain natriuretic peptide)
  • Studie „Allay“ (Aliskiren in left ventricular hypertrophy): Verminderung der linksventrikulären Hypertrophie bei Hypertonie und Übergewicht ähnlich wie Lorsatan (ACE-Hemmer)
  • Studie „Avoid“ (Aliskiren evaluation of proteinuria in diabetes): Senkung der Proteinurie beim Diabetes mellitus.

Nebenwirkungen

Aliskiren wird als gut verträglich beschrieben. Das Risiko einer Hyperkaliämie ist etwas erhöht, besonders bei Kombination mit anderen das RAAS beeinflussenden Medikamenten und bei Niereninsuffizienz. Eine eventuelle Kombination mit anderen Medikamenten sollte entsprechend den Warnhinweisen der Fachinformationen erfolgen.

Wirkdauer

Aliskiren wird nach oraler Applikation nur sehr gering aufgenommen (Bioverfügbarkeit um 2-3%); eine Aufsättigung braucht daher je nach Dosierung (Monotherapie 150-300mg einmal täglich) einige Tage. Die Halbwertszeit im Blut ist mit um 40 Stunden relativ lang.

Verweise

Literatur

  1. ? Drugs. 2007;67(12):1767-92
  2. ? Drugs. 2010 Oct 22;70(15):2011-49
  3. ? Am J Hypertens. 2007 Jan;20(1):11-20
  4. ? Lancet. 2007 Jul 21;370(9583):221-9
  5. ? Cardiovasc Drugs Ther. 2007 Dec;21(6):459-65