AT3

AT3 ist die Abkürzung für Antithrombin 3. Es ist ein Wirkprinzip im Blut, das vor einer überschießenden Blutgerinnung schützt. Ein AT3-Mangel kann umgekehrt zu einer ausgeprägten Thromboseneigung führen.

AT3 ist ein Serinprotease-Inhibitor und wird in der Leber gebildet, wozu Vitamin K erforderlich ist. Es hemmt die Faktoren Thrombin, IXa und Xa. Heparin beschleunigt die Reaktion erheblich und hemmt damit die Blutgerinnung weit über das Maß von AT3 hinaus. Umgekehrt benötigt Heparin für seine antithrombotische Wirkung AT3 (siehe hier).

Indikationen


Referenzwert


Der Normbereich für AT3 liegt bei 0,19 – 0,31 g/l (80 – 120 %).

Erhöhte Werte

Erhöhte AT3-Werte findet man selten im Rahmen einer Exsikkose; sie haben sonst keine wesentliche Bedeutung.

Erniedrigte Werte

Ein AT3-Mangel kann folgende Ursachen haben:

  • Nierenerkrankung mit großer Eiweißausscheidung über den Urin ( nephrotisches Syndrom): Bei ihnen werden auch große AT3-Mengen über die Nieren ausgeschieden; Folge ist eine zu geringe Konzentration im Blut und damit eine erhöhte Thrombose- und Embolieneigung.
  • Schwere Lebererkrankungen: In der Leber wird AT3 gebildet; die Bildung kann bei schweren Lebererkrankungen (wie z. B. bei einer Leberzirrhose oder einer akuten Leberdystrophie) erheblich gestört sein.
  • Genetische Ursache (selten): Ein AT3-Mangel kann genetisch bedingt sein. In diesen Fällen treten Thrombosen und Embolien bereits in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter auf. Eine lebenslange Antikoagulation ist unabdingbar.

Folgen eines AT3-Mangels

Ein AT3-Mangel erhöht die Neigung zur Thrombose- und Embolie-Bildung (z. B. Beinvenenthrombose, Lungenembolie). Zur Antikoagulation muss auf Heparin verzichtet werden, da es für seine Wirkung AT3 benötigt. Welche Antikoagulanzien in Frage kommen, muss individuell entschieden werden; wenn keine Kontraindikationen vorliegen, werden meist Coumarine verwendet.

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