ANP

Definition

ANP ist das Akronym für atriales natriuretisches Peptid oder neuer: Alpha-Typ natriuretisches Peptid. Er wurde früher als atrialer natriuretischer Faktor bezeichnet. Es ist ein Hormon aus der Herzvorhofmuskulatur, das die Nieren zur Natriumausscheidung anregt.

Physiologie und Pathophysiologie

Eine Dehnung der Herzvorhöfe führt zur Bildung und Freisetzung von ANP durch Abspaltung von einem Vorläuferprotein (Praepro-ANP). ANP wirkt offenbar sowohl endokrin als auch parakrin. Die Freisetzung von ANP wird durch das von Mastzellen gebildete Histamin gehemmt [1]. Eine Mastzelldegranulation, wie sie beim akuten Koronarsyndrom oder Herzinfarkt auftritt, kann bei Herzkrankheiten von pathogenetischer Bedeutung sein.

Der ANP-Plasmaspiegel steigt bei myokardialen Entzündungsreaktionen im Gegensatz zum Plasmaspiegel von BNP nicht an [2].

Wirkungen

ANP dient im Wesentlichen der Herzentlastung. Dies funktioniert auch bei einer Herzinsuffizienz und geschieht über die Senkung des Blutvolumens und des Blutdrucks. Es beugt einer kardialen Hypertrophie vor [3].

Folgende weitere Funktionen von ANP werden diskutiert:

  • Erweiterung der Arteriolen.
  • Verminderung der Natriumrückresorption in den Nieren und damit der Rückführung von Lösungswasser in die Blutbahn. Somit trägt ANP dazu bei, das Blutvolumen zu vermindern und das Herz zu entlasten.
  • Hemmung der Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems durch Hemmung der Freisetzung von Renin und Aldosteron.
  • Steigerung des Fettabbaus (Lipolyse) im Fettgewebe, wobei große Adipozyten mehr Rezeptoren exprimieren als kleine [4].

Verweise

Literatur

  1. ? Regul Pept. 2009 Jun 5;155(1-3):33-8
  2. ? J Investig Med. 2009 Jan;57(1):29-32
  3. ? Handb Exp Pharmacol. 2009;(191):341-66
  4. ? Pept Sci. 2008 Aug;14(8):972-7